Autoren Archiv

Viel Natur zwischen Traverse City und Chesterton

Sleeping Bear Düne

Heute lag die ziemlich lange Strecke von Traverse City nach Grand Rapids vor uns. Damit wir uns unterwegs möglichst viel anschauen konnten, brachen wir schon früh auf. Als Erstes fuhren wir zum Sleeping Bear Dunes National Lakeshore, ein Park, der am Ostufer des Lake Michigan liegt und hohe Dünen, steil aufragende Klippen, Laubwälder und unberührte Natur zu bieten hat. Um die schönsten Punkte zu sehen, fuhren wir nördlich von der kleinen Stadt Empire auf den Pierce Stocking Scenic Drive, der zwischen Mai und Oktober geöffnet ist. Dieser 12 Kilometer lange Rundweg hat viele schöne Einblicke in den Park zu bieten: Wald wechselt sich mit Dünen ab, und man hat immer wieder grandiose Ausblicke auf den See und die Steilküste. Die Dünen ragen hier übrigens bis zu 140 Meter in die Höhe – hinaufzuklettern ist eine große Herausforderung; wir gaben nach der Hälfte auf … Der nächste Stopp unserer Fahrt war Glen Haven, wo wir uns eine historische Schmiede, einen Tante-Emma-Laden und eine alte Obstkonservenfabrik angeschaut haben. Dann steuerten wir Glen Arbor an, einen kleinen Ort, der sich sehr gut für eine Pause eignet. Wir bummelten durch die Straßen und genossen einen guten Kaffee in der Leelanau Coffee Roasting Company.Sleeping Bear Dunes-Glen Haven General store

Da wir lieber auf einer landschaftlich schöneren Route fahren wollten, nahmen wir die M-22 weiter gen Süden. In Frankfort hielten wir an, um uns das Point Betsie Lighthouse anzuschauen – ja, Leuchttürme und Weinanbaugebiete gibt es in dieser Region viele! –, und fuhren dann weiter bis Grand Haven. Von dort ging es über den Highway 96 nach Grand Rapids, der zweitgrößten Stadt Michigans. Leider haben wir nicht sehr viel gesehen, denn nachdem wir im Amway Grand Plaza Hotel eingecheckt hatten, gingen wir direkt zum Abendessen ins B.O.B. (Big Old Building). Hier sind fünf Restaurants untergebracht, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben. Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig durch die Innenstadt und fielen danach hundemüde ins Bett.

Am Tag darauf führte uns die Landstraße 131 ins Elkhart County – wo wir uns plötzlich in einer ganz anderen Welt befanden. Dunkle Kutschen klapperten gemächlich vor uns her, in den Gärten hingen unzählige blaue, graue und türkisgrüne Kleider auf den langen Wäscheleinen, als Fortbewegungsmittel sahen wir oft Fahrräder, und Männer mit Rauschebart und Hüten grüßten uns sehr freundlich – wir waren mitten im Siedlungsgebiet von etwa 20.000 Amischen. Aus Respekt vor dieser Glaubensgemeinschaft haben wir kaum Fotos gemacht. Unser nächstes Ziel war Chesterton. Wenn man es nicht zum Sleeping Bear Dunes National Lakeshore schaffen sollte, hat man hier die Möglichkeit, den Indiana Dunes State Park zu besuchen; viele Indianerstämme haben dort ihre Wurzeln. Am Abend haben wir im Port Drive In gegessen. Seit über 50 Jahren serviert das kleine Drive-in-Lokal für wenig Geld Burger, Hotdogs, Sandwiches und leckere Milchshakes.

Grand Rapids-Spiegelung Haus in HausChesterton war für uns der ideale Ort für die letzte Nacht auf unserer Reise, weil es von hier nicht weit nach Chicago ist. Auf der Fahrt dorthin standen wir das erste Mal während unseres Urlaubs im Stau, erreichten aber nach gut drei Stunden die Stadt – oder genauer: die Chicago Premium Outlet Mall. Unser Rückflug startete erst spät am Abend, also stand am letzten Tag noch Turboshopping auf dem Programm. Am Infostand des Einkaufszentrums kauften wir für 10 Dollar ein Couponheft, das uns noch zusätzliche Rabatte verschaffte. Nach dem Shopping gaben wir unseren Mietwagen ab und fuhren mit dem kostenfreien Shuttle zurück zum Flughafen, wo sich unser Urlaub dem Ende entgegenneigte und wir Abschied von Michigan und Illinois nehmen mussten.

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE

weiterlesen... 15.September 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor:

Traverse City und die Old Mission Peninsula

Traverse City-Grand Traverse Commons

Wir blieben für zwei Nächte auf Mackinac Island im Lake Huron, dann mussten wir leider schon wieder Abschied nehmen. Bevor wir hinüber zum Festland fuhren, hatten wir noch ein bisschen Zeit und haben diese dafür genutzt, ein Schmetterlingshaus zu besuchen: das Wings of Mackinac. Hier werden zig Schmetterlinge gehalten, und die Farbenpracht dieser Tiere ist wirklich unglaublich. Gut 600 Schmetterlinge in allen Farben und Formen schwirren dort herum.

Mackinac BridgeWir nahmen die Fähre, ließen Mackinac Island hinter uns und überquerten kurz darauf die Mackinac Bridge. Diese Brücke ist auf 34 Pfeilern im Grund verankert, hat 168 Meter hohe Pylone und zählt zu den längsten Hängebrücken der Welt – und bei starkem Wind schwankt sie bis zu fünf Meter zu jeder Seite. Wir hatten Glück, es gab ruhiges Wetter, und wir kamen sicher auf der anderen Seite in Mackinaw City an. Nach einer Mittagspause fuhren wir dann über die Landstraße 31 nach Petoskey, wo wir nach einem kurzen Spaziergang durch das Gaslight District noch einen Petoskey-Stein kauften. Die Steine kann man vor allem in dieser Region kaufen, sie wurden vor rund 350 Millionen Jahren von Gletschern glatt geschliffen, wodurch die eingelagerten Korallenskelette hervortreten – ein schönes Andenken, das man am Strand finden oder in Souvenirläden bekommen kann.

Unsere Fahrt ging weiter in Richtung Traverse City, und auf dem Weg überquerten wir den 45. Breitengrad, wir waren also genau in der Mitte zwischen Äquator und Nordpol. Unsere Fahrt verlief entlang des Lake Michigan, bis wir am späten Nachmittag in Traverse City ankamen. Unsere Bleibe für die folgenden drei Nächte war das zentral gelegenen Park Place Hotel. Die Stadt liegt an der Grand Traverse Bay und ist vor allem bekannt dafür, dass hier drei Millionen Kirschbäume wachsen – daher spricht man auch von der „Cherry Capital of the World“. Wir ließen es uns nicht nehmen, der bekannten Cherry Republic einen Besuch abzustatten. In diesem Shop werden über 150 verschiedene Kirschprodukte verkauft, also probierten wir uns durch leckere Marmeladen und saure Kirschdrops bis hin zu leckerem Kirschsoda. Die Stadt und das Umland haben aber noch mehr zu bieten als nur Obstbäume: Drachenfliegen, Bootstouren, Wanderungen, Golfen, Ballonfahrten und so weiter und so fort.

In der Innenstadt von Traverse City gibt man sich alle Mühe, die gründerzeitliche Bausubstanz zu erhalten, und die schönen alten Ziegelhäusern an der Front Street haben viele kleine und gemütliche Geschäfte, Boutiquen, Restaurants und Cafés zu bieten. Den ersten Abend haben wir in der Mackinaw Brewing Company verbracht – leckere Küche, viele selbst gebraute Biere zu guten Preisen.Old Mission Peninsula-General Store

Am nächsten Morgen schlenderten wir durch die Stadt, schauten uns den Farmers Market an und kauften uns in der Grand Traverse Pie Company eine Cherry Pie. Wer probieren möchte, der sollte unbedingt dort zuschlagen – einfach nur lecker!Am Nachmittag fuhren wir zum ehemaligen Traverse City State Hospital, das umgebaut wurde und heute Grand Traverse Commons heißt. Hier findet man sehr schöne und individuell gestaltete Geschäfte, Shops mit Spezialitäten, Galerien und Boutiquen – Shopping der anderen Art. Am Abend folgten wir einem Tipp des Reiseführers und wurden nicht enttäuscht: Das Poppycock’s liegt auch in der Front Street und ist ein – auch bei den Einheimischen – sehr beliebtes Restaurant. Innovative Küche mit köstlicher Pasta und sündhaft leckere Desserts, ein Muss für jeden Besucher!

Das Wetter war wirklich sehr schön, also entschieden wir uns für einen Ausflug auf die Old Mission Peninsula. Hier verläuft eine der schönsten Weinstraßen Amerikas, und sobald man Traverse City hinter sich lässt, ist alles schon viel einsamer. Unterwegs hat man immer wieder schöne Aussichten auf den See, und an einer Weinprobe kommt man einfach nicht vorbei. Da der Winter so lang war, standen die Obstbäume leider noch nicht in voller Blüte. Wir konnten uns aber gut vorstellen, wie es hier im Frühsommer aussehen muss – traumhaft! Im Örtchen Old Mission sieht man das Blockhaus der alten Mission, die der Halbinsel ihren Namen gab. Auch der General Store ist einen Besuch wert. Und ganz am Ende der Halbinsel stößt man auf das Old Mission Point Lighthouse, das heute bewohnt ist.

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE — NÄCHSTER BEITRAG

weiterlesen... 15.September 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor:

Mackinac Island im Lake Huron

Mackinac Island-Fort Mackinac
Nachdem wir über achtspurige Highways gefahren sind, riesige Drive-through-Apotheken gesehen haben und an gigantischen Shopping Malls vorbeigekommen sind, können wir kaum glauben, dass es auch so etwas in den USA gibt: eine autofreie Insel, knappe zehn Quadratkilometer groß und bei Einheimischen wie auch Besuchern gleichermaßen beliebt – Mackinac Island! Nach gut drei Stunden Fahrt erreichten wir St. Ignace, wo wir am Hafen unser Auto kostenfrei abstellen konnten und nach einer Fährfahrt von zwanzig Minuten die Insel erreichten. Dort angekommen, verlud man unser Gepäck auf eine Pferdekutsche und brachte es in unser Hotel. Genau das macht den Charme dieser Insel aus: alles wird per Pferd, mit dem Fahrrad oder aber zu Fuß bewegt.

Mackinac Island-Fudge LadenZunächst schlenderten wir durch die Main Street und wurden sogleich vom leckeren Schokoladenduft der vielen Fudge-Läden angezogen. Wir überlegten nicht lange und versorgten uns gleich mit frisch zubereiteten Fudges und leckeren Salt Water Taffys. Die kurze Main Street wirkt trotz ihrer vielen Geschäfte idyllisch, da sie durchgehend von tollen Bauten aus dem 19. Jahrhundert gesäumt wird. Als wir im Island House Hotel ankamen – untergebracht in einem viktorianischen Gebäude und das älteste Hotel der Insel –, stand unser Gepäck schon parat, und wir konnten sofort unser Zimmer beziehen. Am Nachmittag bummelten wir noch ein wenig durch die kleinen Gässchen und machten jede Menge Fotos von den schönen alten Häusern und den vielen Kutschen. Als es Richtung Abendessen ging, kauften wir uns an der Rezeption sogenannte S’Mores und legten diese an der hoteleigenen Feuerstelle auf den Grill – Marshmallows zwischen zwei Keksen mit Schokolade, lecker!Mackinac Island-Veranda Island House Hotel

Am nächsten Morgen schauten wir uns zuerst das Fort Mackinac an, das über der Insel thront, sodass man von dort eine fantastische Aussicht über die Bucht, die Insel und weit hinaus auf den Lake Huron hat. Die Befestigungsanlage besteht aus vierzehn Gebäuden, in denen man das frühere Leben im Fort näher kennenlernen kann. Man trifft hier auf Leute in alten Uniformen, es werden Schiessübungen vorgeführt, und man kann sich die alten Wohnräume anschauen. Auch für Kinder wird ein spezielles Programm geboten. Mit der Eintrittskarte kann man übrigens noch fünf weitere Gebäude in der Nähe der Main Street besichtigen, zum Beispiel eine alte Schmiede und ein historisches Wohnhaus. Dort wurde auch gekocht, gebacken und von früheren Zeiten erzählt, während draußen die Kutschen vorbeifuhren – wir fühlten uns ins Jahr 1900 zurückversetzt – einfach nur toll!

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE — NÄCHSTER BEITRAG

weiterlesen... 14.August 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor:

Entlang des Lake Superior: nach Bayfield und Marquette

Pictured Rocks National Lakeshore 5

Heute lag eine Strecke von gut 550 Kilometern vor uns. Wir fuhren vorbei an Green Bay und Wausau und erreichten am frühen Abend unser Ziel Bayfield am Lake Superior, dem größten der Seen, der auf Deutsch Oberer See genannt wird. Da diese Strecke uns vor allem durch Waldgebiete führte, war der Copper Falls State Park mit seinen Wasserfällen eine willkommene Abwechslung. Der Park liegt zwei Meilen nordöstlich von Mellen, und wir nutzten dort die Zeit, um uns die Beine zu vertreten und die Wasserfälle anzuschauen. Diese sind zwar nicht überragend hoch oder super imposant – aber nachdem wir den Tag über sooooo viele Wälder und Straßen gesehen haben, tat es sehr gut, sie anzusehen.

Bayfield ist ein hübsches, überschaubares Örtchen an der Chequamegon Bay. Im Sommer halten sich hier viele Touristen auf, die den Ort als Ausgangspunkt für Bootstouren entlang des Apostle Islands National Lakeshore nutzen. Hier kann man über zwanzig Inseln ansteuern, von denen nur eine einzige bewohnt ist – Natur pur! Viele haben uns von diesen Inseln berichtet und sind ins Schwärmen geraten, sodass wir den langen Weg dorthin auf uns nahmen. Aber leider hatten wir ein bisschen Pech mit dem Wetter; es war ziemlich nebelig und regnerisch, also konnten wir leider keinen Ausflug zu den vorgelagerten Inseln unternehmen.Pictured Rocks National Lakeshore 3

Stattdessen schlenderten wir durch Bayfield und bestaunten die gut erhaltenen alten Häuser, gingen über das Dock und versuchten, das Beste aus dem Tag zu machen. Da wir in der Nebensaison dort waren, hatten viele der nahe gelegenen Weingüter und Obstplantagen noch geschlossen. Wir fanden aber trotzdem eine offene Winerie und probierten die Weine der Region – lecker! Wer nach Bayfield reist, sollte auf jeden Fall im Greunke’s Restaurant & First Street Inn frühstücken gehen. Die Preise sind moderat, das Essen hausgemacht, und selbst Präsident John F. Kennedy hat hier einst sein Frühstück eingenommen, bevor er zu seinen Angeltouren aufgebrochen ist. Back to the 50s – die original Einrichtung aus jener Zeit macht diesen Ort zu einem tollen Frühstückserlebnis. Und wer es skurril mag, sollte zum Abendessen ins Maggie’s gehen: Dort gibt es moderne amerikanische Küche in einem unglaublichen Dekor – das Restaurant ist nämlich mit unzähligen rosa Flamingos dekoriert!

Pictured Rocks National Lakeshore 4

Am nächsten Tag wurden wir mit Sonnenschein begrüßt, und es ging in den dritten Bundesstaat unserer Reise: nach Michigan. In Ashland kauften wir noch ein wenig Proviant und tankten, und dann ging es als Erstes zu den Superior Falls, die nördlich von Saxon auf dem Gelände eines Stromkraftwerks liegen. Diese von vielen empfohlenen Wasserfälle haben uns aber nicht sehr beeindruckt – also fuhren wir bald weiter und erreichten am frühen Nachmittag Marquette, wo wir im Landmark Inn eincheckten. Dieses nostalgische Hotel mit 62 Zimmern liegt in der Innenstadt und bietet große und geräumige Zimmer.

Von Marquette aus fuhren wir am Tag darauf ins 70 Kilometer entfernte Munising. Als wir die Grenze von Michigan überquerten, mussten wir unsere Uhren wieder um eine Stunde vorstellen. Das sollte man auf jeden Fall bedenken, wenn man vorab eine Bootstour entlang der Pictured Rocks reserviert hat und aus Richtung Westen kommt! Der Nationalpark Pictured Rocks National Lakeshore erstreckt sich über 60 Kilometer entlang der Küste und besteht aus vielen hohen Sandsteinfelsen, die vom Wasser zu tiefen Mulden ausgewaschen wurden. Das Seeufer ist hier sehr felsig, und bei der Bootstour entdeckt man kleine Wasserfälle, Buchten, glatte Felswände mit bunten Streifen, Wasserfarben von Dunkelblau bis Türkis und Bäume, die so sehr aus den Felsen ragen, dass man befürchtet, sie könnten herunterstürzen. Am Abend zuvor hatten wir Plätze für die dreistündige Tour um 14 Uhr gebucht, bei der man bessere Lichtverhältnisse als am Morgen hat – ein großartiges Fotoparadies!

 

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE — NÄCHSTER BEITRAG

weiterlesen... 5.August 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor:

Unterwegs in Wisconsin: Madison und die Door Peninsula

Madison-Oldtimertreffen

Rockford-Chinese Garden 4

Wenn man in Rockford übernachtet hat, darf ein Frühstück im The Stockholm Inn nicht fehlen. Wir waren dort auch im Souvenir-Shop, und ich kam nicht daran vorbei, einen original Sock Monkey zu kaufen. Nachdem wir leckere Swedish Pancakes genossen haben, machten wir uns auf den Weg zu den Anderson Japanese Gardens. Es war noch früh am Morgen, und der Garten war kaum besucht, was einerseits bestimmt daran lag, dass es noch recht früh am Morgen war, andererseits aber auch an der schwülwarmen Luft, die an diesem Tag herrschte. Der schön angelegte Garten war eine tolle Abwechslung zu unserem bisherigen Reiseprogramm. Auf dem fast zwei Kilometer langen Rundweg kamen wir an Koi-Teichen, exotischen Pflanzen, kleinen Wasserfällen und einem Teehaus vorbei – eine richtige Oase der Ruhe! Mit 6 Dollar Eintritt pro Person ist der Besuch auch erschwinglich.

Madison-Uni Campus XXXXterrace

Der Weg nach Madison – Wisconsins Haupt- und Studentenstadt – war ziemlich kurz, sodass wir schon am frühen Nachmittag dort ankamen und durch die Stadt spazieren konnten. Verlaufen kann man sich in der Innenstadt übrigens nicht, denn von nahezu jedem Punkt aus ist das State Capitol zu sehen. Man kann das Gebäude, das dem Capitol in Washington nachempfunden ist, kostenlos besichtigen. Von dort geht die State Street ab, eine Fußgängerzone und die Einkaufsmeile der Stadt. Es gibt zig Restaurants, Eisdielen, Cafés, Boutiquen und nette kleine Läden. Wir bummelten die Straße hinunter bis zum Campus der Universität und aßen das berühmte Babcock-Eis auf der Terrasse des Memorial Union. Hier war ein reges Treiben, und bei herrlichem Sonnenschein genossen wir den Blick über den Lake Mendota und den kleinen Jachthafen.

Am nächsten Morgen besuchten wir den bekannten Farmers Market, der jeden Samstag rund um das Capitol aufgebaut wird und auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Hier gibt es alles: von Blumen, über Gewürze und Brote bis hin zu leckerem Fisch. Zur selben Zeit fand in der State Street auch gerade ein Autotreffen mit vielen Oldtimern statt – wir konnten gar nicht mehr aufhören, die vielen tollen Autos zu fotografieren. Da wir aber noch eine Strecke von gut 400 Kilometern vor uns hatten, machten wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg, fuhren an Milwaukee vorbei und erreichten bald das schöne Örtchen Cedarburg. Hier lohnt sich ein Stopp, um einen Blick auf die gut erhaltenen alten Backsteingebäude zu werfen. Es gibt sogar noch richtige Kolonialwaren- und Kramläden – Cedarburg ist eine Stadt mit Ambiente.

Über den Highway 43 erreichten wir dann bald die Door Peninsula. Wenn man durch Door County fährt, sollte man sich auf jeden Fall Zeit für kleine Pausen nehmen, denn hier bieten sich viele schöne Hafenorte für kleine Spaziergänge an. Außerdem kann man in dieser Gegend ziemlich viel unternehmen: wandern, Rad fahren, reiten, Kanu- und Bootstouren oder Segeltörns machen, schwimmen, angeln und vieles mehr. Wer es eher ganz gemütlich mag, der ist in den vielen Cafés und Künstlerateliers oder auch auf den Weingütern und Obstplantagen gut aufgehoben. Als wir die Halbinsel erreichten, bemerkten wir sofort, dass es gut 15 Grad kühler war als im Inland – brr! Wir übernachteten in Sister Bay, einem beschaulichen Örtchen im Nordwesten der Landzunge. Das Country House Resort hat 45 Zimmer, wird mit viel Liebe zum Detail geführt und liegt idyllisch am Lake Michigan, rund zwei Kilometer von Sister Bay entfernt. Hier wird einem viel geboten: Spa, Pool, Tennisplatz, kostenlose Leihfahrräder und vieles mehr. Außerdem gibt es einen großzügig angelegten Garten mit Springbrunnen. Uns gefiel auch das im Preis enthaltene Frühstück, und am Abend genossen wir einen schönen Wein auf unserem Balkon und schauten hinaus auf den Lake Michigan – was kann es Besseres geben?

Ausblick vom Eagle Tower

Das Wetter spielte am ersten Tag leider nicht richtig mit, sodass wir uns entschieden, ganz entspannt in den Tag zu starten. Erst am Mittag stiegen wir ins Auto und fuhren an die Ostseite der Insel, wo es noch ruhiger, grüner und weniger besiedelt ist. Wir machten längere Spaziergänge und genossen die Einsamkeit in dieser abgelegenen Gegend. Am Abend gingen wir in einem ganz besonderen Ort essen. Das Restaurant Mission Grille ist in einer ehemaligen Kirche untergebracht, und wer möchte, kann sogar noch auf den alten Kirchenbänken Platz nehmen und dort am Tisch speisen.

Am zweiten Tag war das Wetter auf der Halbinsel dann wirklich klasse, also entschieden wir uns, zum Peninsula State Park zu fahren. In Door County gibt es viele State Parks, und im erstbesten sollte man sich auch gleich einen Tagespass für 10 Dollar besorgen. So kann man sich den ganzen Tag lang in Ruhe mehrere Parks anschauen, ohne sich um weitere Eintrittskarten kümmern zu müssen. Als Erstes stand für uns das Eagle Bluff Lighthouse auf dem Programm. In dem Leuchtturm ist heute ein Museum untergebracht, das einem die Geschichte der Seeleute und der Leuchtturmwärter näherbringt. Im Park hatten wir immer wieder tolle Ausblicke auf schöne Buchten und abgelegene Strände. Nach einem kleinen Picknick steuerten wir als Nächstes den Eagle Tower an. Von dort oben hat man eine ganz tolle Aussicht auf den See, und wir bekamen sogar ein paar Adler zu Gesicht. Da das Wetter so gut war, machten wir noch eine Wanderung auf dem Eagle Trail. Da es hier über Stock und Stein geht – das ist wörtlich zu nehmen –, sind festes Schuhwerk, ein Mückenspray und Getränke ein Muss. Wir liefen durch den Wald, entlang des Ufers und vorbei an Klippen und Höhlen und erreichten nach eineinhalb Stunden wieder den Eagle Tower.

Door County-Peninsula State Park-Eagle Bluff Lighthouse    Door Peninsula-Old Mission Point Lighthouse

Auf dem Rückweg zum Hotel hielten wir noch in Ephraim, einem Ort, der viel Kunstgewerbe zu bieten hat – ideal geeignet, um individuelle und einzigartige Andenken mit nach Hause zu nehmen. Den Tag ließen wir am Abend in Sister Bay bei gutem Wein und köstlichen Steaks im Grasse’s Grill ausklingen.

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE — NÄCHSTER BEITRAG

weiterlesen... 7.Juli 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor:

Quer durch Illinois: von Springfield über Quincy nach Rockford

Route66-Weezys Diner

Bevor unsere Fahrt auf der Route 66 weiterging, machten wir noch einen Abstecher zum Grab von Abraham Lincoln. Der berühmte Präsident liegt auf dem Friedhof Oak Ridge, ebenso wie seine Ehefrau sowie drei seiner Söhne. Das Lincoln-Denkmal ist begehbar, und an eines sollte man dabei denken: Angeblich bringt es Glück, wenn man mit der Hand über die Nase der Statue fährt.

Auburn-Historische Route 66

Heutzutage teilt sich die Route 66 in zwei Strecken. Die ursprüngliche wurde später überarbeitet, sodass es teilweise doppelte Abschnitte gibt; eine hat die Bezeichnung „Old Route 66“, manchmal werden auch die Jahreszahlen angezeigt: „1926–30“ oder „1930–40“; die andere wird mit „1940–77“ ausgeschildert. Wir entschieden uns für die Variante „1926–30“. In der Kleinstadt Auburn in Illinois kann man sich die Route 66 anschauen, wie sie ursprünglich mal war: 2,5 Kilometer mit handverlegten roten Ziegelsteinen – wirklich beeindruckend, wenn man sich vorstellt, dass hier schon vor fast neunzig Jahren Fahrzeuge unterwegs waren! Anschließend führte uns die Tour durch viele kleine Ortschaften, und unsere Mittagspause machten wir im Weezy’s, einem Restaurant in dem Örtchen Hamel. Das äußerlich recht unscheinbare Diner entpuppte sich von innen als kleines Juwel – es ist mit vielen Erinnerungen an die guten alten Zeiten der Route 66 eingerichtet. Nach dem Essen und ein paar Erinnerungsfotos ließen wir den Ort hinter uns und fuhren weiter in Richtung Mississippi. Ursprünglich wollten wir noch auf einem anderen Teil der Route 66 bei Madison eine der längsten Fußgängerbrücken der Welt besuchen – aber wir verpassten leider die richtige Abfahrt.

Great River Road

Während der Fahrt konnten wir in der Ferne den berühmten Gateway Arch von St. Louis sehen, einen 192 Meter hohen Torbogen; aber die Stadt am Mississippi ließen wir trotzdem links liegen. Über die Landstraße 143 erreichten wir Alton. Wenn man sehen möchte, wie der Missouri River und der Mississippi River zusammenfließen, dann sollte man vorher in Hartford anhalten und dem Lewis and Clark Confluence Tower einen Besuch abstatten, von dem aus man eine tolle Aussicht hat. In Alton haben wir als Erstes das Visitor Center angesteuert, wo wir uns – mal wieder – mit Kartenmaterial eindeckten. In der Stadt sollte man übrigens auch noch mal tanken, wen man wie wir einen Teil der Great River Road hochfahren möchte. Die nächste Tankstelle gibt es nämlich erst in der rund 100 Kilometer entfernten Stadt Pleasant Hill. Die Great River Road führt durch zehn Bundesstaaten entlang des Mississippi und bietet viele schöne Blicke auf den Fluss. Da es im Frühling viel geregnet hat, waren die Ufer überschwemmt, aber zum Glück liegt die Straße etwas erhöht. Interessanterweise kamen uns die Motorräder, die wir vorher auf der Route 66 vermisst haben, in Scharen entgegen. Am Ende unserer Fahrt durch einsame Dörfer und viel Farmland erreichten wir schließlich die kleine Stadt Quincy, deren schöne Altstadt man gut zu Fuß erkunden kann.

Quincy-Abendstimmung am Mississippi

Am Tag darauf fuhren wir nach Rockford. Zum Glück hatten wir ein Navi dabei, denn die Fahrt ging kreuz und quer durch das Farmland, und mit einer Landkarte wäre es nicht so einfach gewesen, den Überblick zu behalten und den richtigen Weg zu finden. Einen Highway gibt es hier nicht, also tingelten wir ganz entspannt über die Dörfer. Unsere Mittagspause verbrachten wir in Bishop Hill, genauer: in der dortigen State Historic Site. Dieses historische 300-Seelen-Dorf wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts von schwedischen Einwanderern gegründet. Die alten restaurierten Kolonialhäuser sehen wirklich interessant aus, und in der Bakery um die Ecke gibt es leckeren Pie in toller Atmosphäre. Über Dixon, die Heimatstadt des früheren Präsidenten Ronald Reagan, erreichten wir am Nachmittag Rockford. Hier übernachteten wir im Courtyard Rockford, einem Hotel mit großzügigen Zimmern, einem Pool und kostenlosen Parkplätzen. Außerdem ist man von hier aus mit dem Auto in einer Viertelstunde in der Innenstadt, was wir auch nutzten, als wir am Abend Hunger bekamen. Kaum waren wir in einem Restaurant angekommen, fing es an, wie aus Eimern zu regnen – we made it just in time … Bei der Hitze war der Regen aber eine gute Abkühlung und ein schöner Ausklang des Tages.

VORHERIGER BEITRAG — ÜBERSICHTSSEITE — NÄCHSTER BEITRAG

weiterlesen... 2.Juni 2014   Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA   Autor: