Unterwegs auf der Route 66

Cadillac Ranch in Amarillo

Die berühmten Cadillac Ranch an der historischen Route 66

Der zweitgrößte Canyon der USA: Der Palo Duro Canyon

Es war nun endgültig Sommer geworden, statt Turnschuhe trugen wir jetzt Flip-Flops und waren im Camper barfuß unterwegs. Heute frühstückten wir wieder draußen und kamen dann sogar etwas früher los: um 10 Uhr. Wir fuhren nur kurz bis Elk City, wo wir erst das sehr zu empfehlende National Route 66 Museum besuchten, dann kurz einkauften und tankten, um uns danach auf den Weg zum Palo Duro State Park in Texas zu machen. Zweieinhalb Stunden Fahrt lagen vor uns. Wir fuhren durch eine schier endlose Prärie, bis sich plötzlich vor uns der Canyon öffnete. Noch kurz davor ahnte man nicht, dass dort gleich Nordamerikas zweitgrößter Canyon vor uns liegen würde.

Wir checkten am Eingang des Campingplatzes ein und bekamen auch gleich einen Stellplatz zugewiesen. Es war spürbar mehr los als davor in den anderen State Parks. Anders als beim Grand Canyon konnten wir hier mit dem Auto den Canyon hinunterfahren und auch auf einem Rundweg einmal komplett durchqueren. Es musste in der vorigen Woche auch hier heftig geregnet haben, denn es gab noch einige Spuren von Überflutungen. Ganz zu Jonis Freude mussten wir auch noch durch einen Hochwasserbereich fahren. Im Canyon gibt es ein verzweigtes Netz unterschiedlich langer Trails für Wanderer, Reiter und Mountainbiker. Leider sind für Rollstuhlfahrer lediglich die Straßen nutzbar, sodass wir zunächst nur am Wegesrand ein wenig herumkraxeln konnten. Wegen Waldbrandgefahr durfte nicht gegrillt und auch kein Lagerfeuer gemacht werden. Dafür gab es dann aber eine leckere Gemüsepfanne mit Reis.

Campground im Voss Lake Statepark

Frühstücken am Campground im Voss Lake Statepark

Museum über die Route 66

Im National Route 66 Museum

Verewigung auf der Cadillac Ranch

Am nächsten Morgen frühstückten wir bei angenehmen Temperaturen draußen und wagten dann doch noch, mit Jesse und Joni den kurzen Pioneer Nature Trail zu erkunden. Der Rolli kämpfte sich tapfer über Stock und Stein und bekam zum Glück trotz zahlreicher Kakteen keinen Platten. Danach fuhren wir zurück zur Interstate 40 nach Amarillo und stoppten noch eben an der berühmten Cadillac Ranch. Erstaunt sahen wir, dass fast jeder Besucher eine Spraydose dabei hatte. Als wir näherkamen, wurde uns klar, warum. Die zehn im Feld steckenden Cadillacs waren über und über mit einer zum Teil ziemlich dicken Lackschicht besprüht. Gerade als ich bedauerte, dass wir nichts zum Verewigen dabeihatten, bekamen wir von einem Mann seine Sprühdose geschenkt. Nun hatten sich Joni und Jesse mintgrün auf Cadillac Nr. 8 verewigt. Am Ausgang sahen wir ein dickes Schild, auf dem zu lesen war: „Graffitis verboten“. Na ja, bei den vielen Besuchern würden unsere Spuren spätestens nach zwei Wochen verschwunden sein … Zurück im Camper schlief Jesse sofort auf seinem Sitz ein, und wir machten uns auf den Weg nach Tucumcari in New Mexico.

Palo Duro Canyon

Wanderung im Palo Duro Canyon

Tucumcari New Mexico

Streetart in Tucumcari

Bemalte Kunstwerke auf der Cadillac Ranch

Cadillac Ranch: Ein Kunstwerk im ständigen Wandel

Cadillac Ranch als Graffiti- Kunstwerk

Bereits seit 1974 fasziniert die Kunstinstallation

Die Mother Road bei Nacht

Von uns unbemerkt hatten wir mit der Grenze nach New Mexico die nächste Zeitzone erreicht. Statt halb fünf war es plötzlich erst halb vier, als wir auf dem sehr schönen KOA Campground die erste Waschmaschine anschmissen und uns dann ordentlich auf dem sehr kreativen Spielplatz vergnügten. Vorher hatten wir schon eine kurze Tour durch die Innenstadt gemacht, die unser Reiseführer so sehr als Relikt der alten Route 66 angepriesen hatte. Tatsächlich gab es viele alte Motels, teils geöffnet, teils halb verfallen, und einige Shops. Allerdings lockte uns nichts so sehr, um den Camper abzustellen und dort zu Fuß eine Runde zu drehen. Stattdessen wollten wir, wie im Lonely-Planet-Reiseführer beschrieben, im Dunkeln die Nostalgie der Route 66 durch die zahlreichen Neonreklamen auf uns wirken lassen. Als es endlich dunkel war, fuhren wir also noch einmal los. Irgendwie hatten wir aber mehr erwartet. Auf der Mother Road war tatsächlich kaum jemand unterwegs, zumindest mussten wir nach vereinzelten Lebenszeichen entlang der knapp 4000 Kilometer langen Route ziemlich genau suchen.

 

| VORHERIGER BEITRAG | ZUR ÜBERSICHTSSEITE DIESER REISE | NÄCHSTER BEITRAG |


 

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag mit Ihren FreundenPin on PinterestShare on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Möchten Sie immer auf dem laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie jetzt den CANUSA Blog!



25.Mai 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


Kommentar schreiben

[huge_it_share]