Mesa Verde, Canyonlands National Park und der Colorado River

Needles Outpost Campground beim Canyonlands National Park

Abendessen auf dem Needles Outpost Campground

Mesa Verde, der Canyonlands National Park und die Stellplatzsuche

Ein wenig funktionierte die Heizung im Camper in der Nacht auf jeden Fall, denn es war drinnen wärmer als die für draußen angegebenen 8 Grad. Immerhin hatte der Wind nachgelassen, und auch die Sonne kam heraus. Nachdem wir am Morgen den Spielplatz noch ausgiebig nutzten, fuhren wir eine Stunde zum Mesa Verde National Park. Dort erstanden wir nun auch unseren Jahrespass, da wir ja noch so einige Nationalparks vor uns hatten. Bei bestem Wetter erkundeten wir das dortige Spruce Tree House und waren sehr beeindruckt von den Höhlen und der damaligen Baukunst der Indianer. Der ziemlich kurze Weg ist zwar steil, aber geebnet und war damit gut für uns zugänglich. Wir schauten uns noch das dortige Museum an, bevor dann den sechs Meilen langen Loop Trail mit zahlreichen Viewpoints entlangfuhren. Danach machten wir uns auf den Rückweg hinaus aus dem Park, das waren locker über 20 Meilen. Während wir noch überlegten, ob wir im Park selbst den Campground nutzen (ziemlich am Eingang gelegen) oder dem Tipp eines Rangers folgen wollten – er sagte uns, es sei ein ganz einsamer Campground an einem kleinen See, nur sechs Meilen außerhalb des Parks gelegen, den wir vermutlich ganz für uns allein haben würden –, ging neben uns wieder ein heftiger Schauer runter. Wieder einmal hatten wir Glück mit dem Wetter. Während wir im Trockenen saßen, ließen wir das Naturschauspiel mit seinem wunderschönen Regenbogen auf uns wirken. Wir entschieden uns dann für den Tipp des Rangers, fanden den Campground aber leider nicht und fuhren dann gezwungenermaßen weiter bis nach Utah, denn vorher gab fast zwei Stunden lang einfach gar nichts. Müde kamen wir am Abend in Monticello an und gingen dort, auf dem wenig spektakulären Campground direkt an der Straße, auch nur noch ins Bett.

Mit dem Wohnmobil unterwegs nach Utah

Auf dem Weg von Mesa Verde Richtung Utah

Der Canyonlands National Park

Unterwegs im Canyonlands National Park

Im Mesa Verde National Park mit der ganzen Familie

Entdeckungstour durch den Mesa Verde National Park

Mesa Verde National Park

Spruce Tree House im Mesa Verde National Park

 

 

Kletter-Outdoor-Erlebnis vom Needles District aus

Am nächsten Morgen gingen wir das erste Mal zu Fuß zum Frühstücken, denn der Campingplatz liegt direkt in Monticello. So konnten wir zu Fuß ein nettes Café erreichen, das wir am Abend zuvor schon gesichtet hatten. Das Frühstück war wirklich gut und reichlich und anscheinend auch bei Einheimischen beliebt. Frisch gestärkt fuhren wir gegen 11 Uhr los und steuerten den Canyonlands National Park an. Da wir aus südöstlicher Richtung kamen, bot sich für uns der Needles District des Nationalparks an, den wir über eine landschaftlich sehr schöne Abkürzung durchs Hinterland erreichten. Dort angekommen, waren wir erst etwas enttäuscht. Der Campingplatz im Park war voll, obwohl es sich offenbar um den nicht ganz so frequentierten Teil des Parks handelte. Außerdem wurde uns nach einem kurzen Besuch im Visitor Center klar, dass es dort für Rollstuhlfahrer eigentlich nur die Viewpoints zu sehen gibt, aber keine zugänglichen Wege. Trotzig riskierten wir aber dennoch einen als einfach bezeichneten Weg und hatten ein supertolles, gut einstündiges Kletter-Outdoor-Erlebnis. Dieser „Weg“ hatte vor uns bestimmt noch keinen Rollstuhl gesehen – und umgekehrt auch nicht. Glücklich über unser Abenteuer, stolz, aber auch fix und fertig, freuten wir uns, mit dem Needles Outpost für die Nacht eine tolle private Campground-Alternative kurz vor dem Eingang zum Nationalpark gefunden zu haben. Auch dort standen wir mitten im Nichts, es gab weder Strom noch Wasser. Gut, dass wir vorbereitet waren. Am Abend grillten wir und machten später Marshmallows am Lagerfeuer. Unser japanischer Nachbar zückte seine Gitarre und sang dazu sämtliche Klassiker – was will man mehr?

Beim Grillen auf dem Needles Outpost Campground

Marshmallows am Lagerfeuer grillen

Mit der Familie im Canyonland National Park

Die Aussicht im Canyonlands National Park

Das nächste Ziel: Moab am Colorado River

Wir wachten bei gutem Wetter auf und frühstückten draußen. Danach fuhren wir noch mal die eine Meile in den Park hinein, weil Joni sein Junior-Ranger-Heft so gut es ging ausgefüllt hatte und nun seinen Anstecker im Visitor Center abholen wollte. Hier musste er noch einmal mit erhobener Hand schwören, dass er den Park und die dort lebenden Tiere und Pflanzen schützen und achten wird – wie ein echter Ranger (oder so ähnlich). Dann bekam er seinen Anstecker. Da es am Tag davor so gut geklappt hatte, wagten wir, noch einen weiteren Easy Trail zu nehmen, der tatsächlich wesentlich leichter war als der vorige, aber auch lange nicht so schön. Anschließend machten wir uns auf den Weg zurück zum Highway. Die Zufahrt zum Canyonlands National Park ist eine Sackgasse, so mussten wir gut 20 Meilen zurück, bevor es weiter in Richtung Arches National Park ging. Unser Ziel war für diesen Tag nicht sehr weit. Moab ist die Kleinstadt, die dem Eingang des Nationalparks am nächsten und zusätzlich direkt am Colorado River liegt. Wir staunten nicht schlecht, als wir dort am Mittag ankamen. Nach der Beschaulichkeit der letzten Wochen war hier die Hölle los. Überall fuhren durchtrainierte oder hippe junge Menschen auf Mountainbikes, Quads oder mit dreckverkrusteten Four-Wheel Drives durch die Gegend. Outdoor-Enthusiasten in Spezialkleidung erkundigten sich vor ihrem Aufstieg in die Berge nach den letzten Wettervorhersagen, und in den steilen Felswänden entlang des Colorado Rivers hingen die Kletterer. Für jede Ecke kann man dort sportliche Abenteuer und viel Action buchen. Selten hatten wir uns so unsportlich und spießig gefühlt wie an diesem Ort. Wohl etwas naiv fragten wir im Visitor Center nach, ob es noch Plätze auf einem der zahlreichen staatlichen Campgrounds am Colorado River geben würde. Man sagte uns, dass wir mit Glück noch einen Stellplatz rund 30 Meilen östlich in den Bergen finden könnten, allerdings würde da wohl noch Schnee liegen. Wir lehnten dankend ab. Ansonsten sollten wir es auf den ebenfalls zahlreichen Campingplätzen rechts und links der Straße versuchen. Allerdings waren diese landschaftlich meist weniger reizvollen Plätze auch schon alle voll, sodass wir dankbar das Angebot eines mitleidigen Campground-Besitzers annahmen und auf einem Hotelparkplatz nebenan übernachteten. Tja, hier mussten wir nun erstmals den Preis für unsere Flexibilität bezahlen. Ohne teils monatelanges Vorbuchen ist in dieser Region sogar in der Vorsaison auf den Campgrounds der Parks nichts zu machen. Dass jedoch auch alle privaten Campingplätze seit ihrer Öffnung Ende März täglich ausgebucht waren, war nicht normal und hatte selbst die Einheimischen hier überrascht. Als es am Abend wieder einmal stürmte und regnete, söhnten wir uns bei einer leckeren Pizza im beheizten Camper mit unserer Spießigkeit aus. Um nichts in der Welt wollten wir nun mit den anderen da draußen tauschen.

Colorado River in der nähe von Moab

Der Colorado River bei Moab

Durch Utah im Wohnmobil

Spaß bei der Fahrt im Wohnmobil

 

 

 

 

 

 

 

 

 

| VORHERIGER BEITRAG | ZUR ÜBERSICHTSSEITE DIESER REISE | NÄCHSTER BEITRAG |


 

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag mit Ihren FreundenPin on PinterestShare on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Möchten Sie immer auf dem laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie jetzt den CANUSA Blog!



7.Juni 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


Kommentar schreiben

[huge_it_share]