
Heute werden wir leider schon wieder in Richtung Vancouver aufbrechen und das ruhige Tofino hinter uns lassen. Aber warum „leider“? Immerhin liegt noch eine Woche in Vancouver vor uns! Und auch die Fahrt dorthin verspricht schön zu werden. Hier und da sieht man schon blauen Himmel. Also packen wir alles wieder ins Auto und suchen uns in Tofino erst mal einen netten Frühstücksort. Es gibt hier einige verlockende Cafés, in denen man neben einer großartigen Auswahl an Gerichten (von heftig fettreich bis vegan) auch stets einige Surfer zu sehen bekommt. Ein eigenwilliges Völkchen, dass zumeist verstrubbelt und in lässigen Klamotten zum besonderen Flair dieses Ortes beiträgt – und man hat stets Lieder von Ben Harper im Ohr, wenn man Vertreter dieser Gattung sieht.

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass uns die Zivilisation wieder eingeholt hat: Wir haben wieder Strom! Also haben auch die vielen netten Cafés wieder alles, um ein schönes Frühstück auf den Tisch zu zaubern. Während wir so bequem den leider etwas grauen Tag beginnen, müssen wir überlegen, welche Art von Whale-Watching-Tour wir unternehmen: sportlich im übermotorisierten Schlauchboot über die Wellen hüpfend oder eine Nummer gemächlicher mit einem stabil wirkenden Schiff, das auch über wind- und wettergeschützte Innenplätze verfügt? Um unsere Rücken zu schonen und da wir über keine Funktionsklamotten verfügen und es immer wieder bedrohlich nach Regen aussieht, buchen wir die gemütliche Variante.

Wer in Victoria gut in den Tag starten will, könnte ihn im Bean Around the World in der Fisgard Street beginnen. Das Angebot lässt keine Wünsche offen, der Laden ist urgemütlich und man hat einen guten Grund, noch mal kurz nach Chinatown zurückzukehren. Danach begeben wir uns aber umgehend auf den Trans-Canada Highway – dessen symbolische Meile 0 am Beacon Hill Park liegt und der bis nach St. John’s auf Neufundland führt – und fahren unserem heutigen Ziel entgegen: Tofino. Das klingt schon mal richtig gut. Tofino! Lange Strände, großartige Wellen

Dem noch nicht ganz abgeklungenen Jetlag sei Dank sind wir auch an diesem Morgen recht früh auf den Beinen, sodass wir vor Abfahrt der Fähre um Viertel vor zehn noch Zeit haben, entspannt das Ticket für die Passage zu kaufen und in einem kleinen urigen Coffeeshop zwischen einigen Freaks ein angenehmes Frühstück einzunehmen. So langsam gewöhnt man sich auch wieder daran, wie freundlich und kumpelhaft man hier von den Leuten empfangen und bedient wird. Vielleicht fällt das auch umso mehr auf, weil am Grenzübergang gestern vor allem professionelle Nichtlächler beschäftigt waren.

Was tun, wenn man Freunde besucht, die seit Kurzem in Vancouver wohnen, zwei Wochen insgesamt Zeit hat und auch gern noch ein wenig die Gegend erkunden möchte? Lässt sich das alles unter einen Hut bringen? Ja, das klappt. Meine Frau und ich (Nico aus der CANUSA-Internetabteilung) machen einfach die kleine Runde, die einem in knapp fünf Tagen einen sehr guten Eindruck von dieser unglaublich schönen und abwechslungsreichen Gegend verschafft.

23. Oktober
Ganz in der Nähe unseres Hotels befindet sich der Stanley-Park, dort wollen wir heute als Erstes hin. Es gibt genügend Parkplätze auf dieser Halbinsel, und im Grunde könnte man überall mit dem Auto hinkommen. Wir schauen uns die Totempfähle an und die Skyline von Vancouver, die man von hier aus sehr gut sehen kann. Für das Vancouver Aquarium ist leider nicht mehr genug Zeit, da wir heute noch die beiden Stadtviertel Gastown und Chinatown auf dem Programm haben.