Mit der Fähre zurück nach Vancouver

Faehrpassage Departure Bay nach Horseshoe Bay in British Columbia, Kanada

Heute werden wir leider schon wieder in Richtung Vancouver aufbrechen und das ruhige Tofino hinter uns lassen. Aber warum „leider“? Immerhin liegt noch eine Woche in Vancouver vor uns! Und auch die Fahrt dorthin verspricht schön zu werden. Hier und da sieht man schon blauen Himmel. Also packen wir alles wieder ins Auto und suchen uns in Tofino erst mal einen netten Frühstücksort. Es gibt hier einige verlockende Cafés, in denen man neben einer großartigen Auswahl an Gerichten (von heftig fettreich bis vegan) auch stets einige Surfer zu sehen bekommt. Ein eigenwilliges Völkchen, dass zumeist verstrubbelt und in lässigen Klamotten zum besonderen Flair dieses Ortes beiträgt – und man hat stets Lieder von Ben Harper im Ohr, wenn man Vertreter dieser Gattung sieht.

Gut gestärkt fahren wir los, kommen aber noch nicht so richtig weit, weil wir uns spontan für einen kleinen Strandspaziergang am Long Beach entscheiden. Wir folgen einfach einem der Surfer, der vor uns mit seinem in die Tage gekommenen Fahrrad und einem Surfbrett unterm Arm (!) rechts abbiegt. Der Strand ist wirklich großartig und macht seinem Namen alle Ehre. Schier endlos breit liegt er vor uns. Überall sieht man kleine Gruppen von Surfern, die noch ein wenig plaudern, bevor sie sich auf ihre Bretter stellen. Wir genießen die herrlich frische Luft und freuen uns über jedes Fleckchen Blau am Himmel.

Long Beach in Tofino in Kanada Wolkenhimmel über dem Long Beach in Tofino

Der Weg zurück in Richtung Ostküste von Vancouver Island ist bis Port Alberni alternativlos. Aber das macht nichts, denn die Landschaft ist so schön, dass man sie sich problemlos zweimal anschauen kann. Und man entdeckt immer wieder etwas Neues – zum Beispiel einen kleinen Braunbären, der hinter einer Kurve plötzlich am Straßenrand sitzt und sich dann aber lieber in Sicherheit bringt. Wir sind ziemlich glücklich, endlich unseren ersten Bären in freier Wildbahn zu sehen – und ihn dabei nicht überrollt zu haben. Die Fahrt geht weiter, immer wieder kommen wir an Seen und Flüssen vorbei; lange Zeit sehen wir kein einziges anderes Auto. Dann erreichen wir Port Albani und etwas später wieder den MacMillan Provinicial Park. Hier wollten wir ja noch an dem Parkplatz halten, der auf der Hinfahrt so voll war. Wir stoppen also, steigen aus und stehen dann inmitten schier endlos hoher Bäume – Cathedral Cove. Man kann eine kleine Runde durch diese Riesen drehen; ideal, um sich auf halber Strecke mal die Beine zu vertreten. Dafür kriegt man schnell Nackenprobleme, weil man sich ständig verrenken muss, um die Bäume in ihrer ganzen Länge zu sehen. Die Stimmung hier hat etwas mystisches; die Sonnenstrahlen kommen kaum bis zum Boden, und die Stämme und Äste sind mit Moos bewachsen.

Cathedral Cove British Columbia, Kanada Blick auf Vancouver Island Departure Bay

Dann ist es auch nicht mehr weit bis Nanaimo, von wo wir mit BC Ferries wieder aufs Festland übersetzen wollen. Ein bisschen wehmütig kommen wir in der Departure Bay an, wo sich das Fährterminal befindet. Da wir ohne Fahrplan im Hinterkopf losgefahren sind, lassen wir uns überraschen, wie lange wir auf das Schiff warten müssen. Es fährt zwar nicht sofort, aber rund eine Stunde zu warten, ist in dem Terminal kein Problem. Hier gibt’s Kaffee von bekannten Ketten, Snacks und den ein oder anderen Shop. Und wenn man sich fragt: „Wie lange noch?“ – kein Problem, man kann auf einem Bildschirm auf die Seemeile genau verfolgen, wo der Dampfer gerade ist.

Impression BC Ferries

An Bord begeben wir uns sogleich aufs Oberdeck, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Allerdings verlassen wir unsere Plätze im Freien schnell wieder, denn sobald wir die Bucht verlassen haben, pfeift ordentlich der Wind. Langsam wird Vancouver Island hinter uns immer kleiner – ein trauriger Anblick; aber dafür rückt beim Blick nach vorn Vancouver und die umliegende Küste immer näher. Nun bleiben wir doch an Deck, denn der Blick in die Bucht mit den vielen Inseln und Bergen ist einfach großartig!

Faehrpassage Departure Bay nach Horseshoe Bay, British Columbia

Wir schwingen uns wieder in unser Gefährt, verlassen die Fähre und fahren in Horseshoe Bay an Land. Auch hier ist alles perfekt organisiert, sofort ist man auf der richtigen Autobahn und keine zwanzig Minuten später schon wieder in North Vancouver, wo wir von unseren Freunden herzlich in Empfang genommen werden. Als Fazit dieser Runde kann ich nur sagen: Es lohnt sich, man sieht viel, kommt durch nette Orte und großartige Natur, findet empfehlenswerte Restaurants und kann eine ordentliche Portion Frischluft tanken. Wir würden – und werden – es wieder tun …

ENDE DER REISE

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22.Februar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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