Wells Gray Provincial Park: berauschend!

Straße im Wells Grey PP

Das Wetter in Whistler hat uns dazu veranlasst, den Tag für die Fahrt zum Wells Gray Provincial Park zu nutzen. Die Länge der Strecke beträgt zwar „nur“ rund 430 Kilometer, man sollte aber die Fahrzeit nicht unterschätzen. Es geht über einige kleinere Highways (Nummer 99, 97 und 24), und je nach Wetterlage geht es dort nicht immer schnell voran. Mit einigen Pausen haben wir für die Strecke knapp 9 Stunden gebraucht. Dafür gab es während der Fahrt auch einige Highlights zu sehen: die Hochebene um Pemberton, die Route entlang des Highway 99 zwischen Pemberton und Lillooet, die die meiste Zeit entlang des Cayoosh Creek führt und immer wieder tolle Bergpanoramen bietet, sowie den türkisblauen Seton Lake. Ab Lillooet ändert sich dann das Landschaftsbild, die Berge werden niedriger, der Boden trockener. Auf einigen Teilen der Strecke, die an Feldern und Farmen vorbeiführt, kommt echtes Wild-West-Feeling auf. Doch kaum verlässt man den Highway 99 und nimmt den Highway 97 in Richtung 100 Mile House, wechselt die Szenerie schlagartig. Später ging es auf dem Highway 24 (dem „Fishing Highway“) weiter, vorbei an vielen schönen Seen und durch eine sumpfige Landschaft. Hier stehen die Chancen gut, auf Elche oder Karibus zu treffen, wir haben während der Fahrt mehrere Tiere gesehen. Erschöpft, aber mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir am Abend Clearwater, wo wir auf dem KOA Campground direkt am Zugang zum Wells Gray Provincial Park übernachteten. Der Campground ist aufgrund seiner Lage und Ausstattung sowie des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses empfehlenswert.

Am nächsten Tag gingen wir zunächst zum Visitor Centre direkt gegenüber vom Campingplatz, wo wir eine kostenlose Karte des Parks bekamen. Von dort aus konnten wir auch unsere Tagestour durch den Park starten. Auf der Karte sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, die Trails und Campgrounds des Parks eingezeichnet. Je nachdem wie viel Zeit man hat, empfehlen sich unterschiedliche Wege. Man sollte sich mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen, um die Highlights des Parks zu erkunden; es lohnt sich allein schon für die Besichtigung der vielen Wasserfälle. Die Helmcken Falls sind die Stars unter den Wasserfällen, besonders sehenswert sind aber auch die Moul Falls. Die einzige südliche Zufahrtsstraße in den Wells Gray Provincial Park ist die Clearwater Valley Road, die direkt an allen Wasserfällen und den anderen Sehenswürdigkeiten wie der Ray Farm entlangführt. Rund 11 Kilometer hinter Clearwater erreicht man die Spahats Falls, zum Aussichtspunkt führt ab dem Parkplatz ein Weg, und schon nach einem kurzen Spaziergang von 5 Minuten hat man einen sehr schönen Blick auf den Wasserfall.

Helmcken Falls 1 Highway 99 Lillooet 1
Helmcken Falls 3 Highway 99 Lillooet 2

Unsere nächste Station im Park waren die Moul Falls, zu denen es noch mal rund 10 Kilometern waren. Zu den Wasserfällen führt ein schöner Wanderweg, der direkt am ausgeschilderten Parkplatz beginnt (wo es auch genug Platz für Wohnmobile gibt) und etwa 3,5 Kilometer (eine Strecke) lang ist. Der Weg führt etwas in den Wald hinein, und nach der Hälfte der Strecke hört man schon das Rauschen der Wasserfälle. Auch der Weg wird dann etwas schmaler und führt zunächst bis zur Aussichtsplattform, die oberhalb der Moul Falls liegt. Der Blick von dort auf die Wasserfälle und hinab in den Canyon ist wirklich toll! Etwas mühsam, aber sehr empfehlenswert ist es, den kleinen Pfad hinab zum Becken der Moul Falls zu nehmen. Es geht über eine Treppe (Achtung, manchmal rutschig) nach unten, wo man eine ganz andere und sehr imposante Perspektive auf die Wasserfälle hat – und sich bei Bedarf auch ein bisschen erfrischen kann. Das war auf jeden Fall ein Highlight der Wanderung, auch wenn der Weg zurück nach oben etwas anstrengend war und ein wenig Kondition erforderte. Man sollte für die Tour mit Pausen großzügig etwa zwei Stunden einplanen.

Als Nächstes haben wir uns die Dawson Falls angeschaut, die man vom Parkplatz aus zu Fuß in etwa 10 Minuten erreicht. Verschiedene Aussichtspunkte bieten tolle Blicke auf die „Mini-Niagaras“, wie sie die Mitarbeiterin des Visitor Centres nannte. Noch beeindruckender ist jedoch die Aussicht auf die Stars unter den Wasserfällen im Wells Gray Provincial Park: die Helmcken Falls. Sie sind mit 141 Metern die höchsten Wasserfälle des Parks und die vierthöchsten in ganz Kanada. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, an die Helmcken Falls zu gelangen. Entweder man fährt zum Parkplatz und läuft wenige Minuten bis zu den Aussichtsplattformen, oder man wandert entlang des South Rim Trail (5 Kilometer je Richtung). Die Aussicht auf die Wasserfälle und die spürbare Kraft des Wassers sind wirklich beeindruckend.

Dawson Falls 1 Dawson Falls 2

Fasziniert von den Wasserfällen und der Landschaft im Park machten wir uns auf den Weg zum Clearwater Lake Campground. Im Sommer sollte man sich auf jeden Fall vorab einen Platz reservieren, der Platz ist sehr beliebt und hat nur wenige Plätze. Der Campingplatz ist naturbelassen, einfach ausgestattet (unserviced), liegt direkt am Clearwater Lake und ist ein sehr guter Ausgangspunkt für mehrtägige Wanderungen entlang des Sees oder für Kanutouren. Einen Bootsverleih mit kleinem Bistro gibt es direkt nebenan. Wir unternahmen noch einen kurzen Spaziergang entlang des Sees, genossen unterwegs die Abendsonne und machten es uns später am Lagerfeuer vor unserem Wohnmobil gemütlich.

Clearwater Lake 1 Clearwater Lake 2
Highway 99, Duffey Lake Seton Lake 1

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8.August 2013  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


13 Kommentare für “Wells Gray Provincial Park: berauschend!”

  1. Rolf Werner sagt:

    Eine Tour begann am 05. Mai und wir hatten in Calgary in dieser Nacht einen Schneesturm.
    Die zweite Tour war Mitte September bis Mitte Oktober und im höhergelegenen Bergland der Rockies
    war schon Eis an den Bachrändern.

    Grüsse
    RWe

  2. Rolf Werner sagt:

    Hallo Ihr, bin durch Zufall auf Euren Blog vom Wells Grey gestossen. War mit meiner Frau 1980 und 1984 in Alberta und B.C. – haben Verwandte dort gehabt.
    Es war einfach umwerfend – schon bei der Einfahrt in den Wells Grey haben wir Braunbären gesehen und der Ranger sagte uns „Werfen Sie ein Stück Fleisch ins offene Feuer und in spätestens einer Viertelstunde bekommen Sie Beusch“.
    Auf der Rückfahrt stand ein Braunbär mitten auf der Strasse und pendelte immer von links nach rechts und zurück. Unsere Kameras (Super 8) liefen und liefen.
    Zweimal fünf Wochen und jedes Mal die gleiche Route und wir haben noch immer nicht alles gesehen, was es zu sehen gibt.
    Dann kamen die Kinder und das Geld reichte nicht mehr für weitere Besuche. Wenigstens unsere Töchter waren einmal in den Ferien bei meiner Cousine und wollten nicht mehr heim.
    Grüsse
    RWe

  3. Hallo Dorothea,
    vielen Dank für dein Feedback. Es freut uns, dass wir Euch mit unserem Blog Reiselust auf Kanada gemacht haben. 🙂
    Generell ist eine Wohnmobil-Reise auch für (kleinere) Kinder ein tolles Erlebnis. Sie können den ganzen Tag draußen sein und die Natur erkunden. Auf den großen Campgrounds gibt es Spielplätze und in den Städten viele Grünflächen mit Spielplätzen, Kanada ist generell ein sehr kinderfreundliches Land. Viele KollegInnen und Kunden sind schon mit Kleinkindern nach Kanada gereist und auch während unserer Reise haben wir einige Familien mit Kindern getroffen. Ihr kennt eure Kinder jedoch am besten und könnt am besten beurteilen, ob eine Fernreise und der längere Flug etwas für sie ist.
    Wir würden je nach Reiseroute mindestens 3 Wochen Reisezeit empfehlen. Wenn ihr auch 4-5 Wochen Reisezeit einplanen könnt, ist das natürlich perfekt und ihr könnt noch viel mehr sehen und erleben und auch einfach mal längere Zeit an einem Ort bleiben und euch Zeit nehmen. Das ist sicherlich eine sehr gute Idee!
    Möchtet Ihr denn nach West- oder nach Ost-Kanada reisen? Der Flug nach Calgary in Alberta (unser Ziel- und Abflughafen) dauert ca. 9 Stunden, ein Flug nach Toronto oder Montréal ist mit 6-7 Stunden noch kürzer. Deshalb wäre es z.B. eine Möglichkeit, mit dem Wohnmobil vom Westen in den Osten Kanadas zu reisen, dann ist der Rückflug etwas kürzer.
    Zu welcher Jahreszeit möchtet ihr reisen? In den Sommerferien? Aktuell haben wir bei CANUSA viele gute und günstige Frühbucher-Angebote für Wohnmobilreisen im Sommer 2014, tw. auch mit kostenlosen oder vergünstigten Einwegmieten und vielen anderen Specials: http://www.canusa.de/fruehbucher-wohnmobil.html
    Die Flugpreise sind für nächstes Jahr aktuell auch noch günstig. Am besten meldet Ihr Euch telefonisch bei uns und lasst euch umfassend beraten. Unsere ReiseberaterInnen haben viele gute Reisetipps für euch und helfen euch sehr gern bei der Reiseplanung. Hier findest du die Telefonnummern unserer Büros: http://www.canusa.de/service/ueber-canusa/bueros-mitarbeiter.html
    Gerne geben auch wir euch noch Tipps. 🙂
    Viele Grüße und viel Freude bei euren Reiseplanungen,
    Odette

  4. Dorothea sagt:

    Nachtrag / Korrektur:
    Reisezeit doch eher 4 oder gar 5 Wochen. 2Wochen und selbst 3 Wochen sind vermutlich soviel zu wenig, dass es hinten und vorne nicht reicht v. a. mit Kiddies und die Reise dann schnell unentspannt werden würde?!? LG

  5. Dorothea sagt:

    Super Blog! Haben nächstes Jahr 20-jähriges Ehejubiläum und planen deshalb eine besondere Reise.
    Seit 2003 wollten wir schon mal nach Kananda und nun fragen wir uns, ob es zu strapaziös ist bzw. ihr uns trotzdem eine (Familien)Rundreise von 2 – 3,5 Wochen (August-September 2014) empfehlen würdet, wenn eines unserer 2 Kinder dann erst knapp 2,5 Jahre jung ist? Das andere mit dann fast 9 Jahren sehen wir wenig problematisch. Wenn ja: welche Ratschläge hättet ihr für uns? Wir würden jetzt schon gern beginnen, die Reise ausführlich vorzubereiten. Wie lässt sich das Ganze in Eigenregie und kostengünstigst planen (Flug günstigst, Truckcamper/WoMo hier oder dort buchen usw. … viele viele Fragen …). Sind über jeden hilfreichen Tipp dankbar! LG

  6. Oh ja, das ist auch eine Traumroute und die Fahrt durch die Inside Passage garantiert traumhaft! 🙂 Da wir bis/ab Calgary geflogen sind und nur 3 Wochen Zeit hatten, haben wir uns Vancouver Island für die nächste Reise aufgehoben.

  7. Bernd Wolter sagt:

    Hallo nochmal,

    Als Tour kann ich auch empfehlen:

    Von Vancouver nach Vancouver-Island, dort kann man locker eine Woche verbringen, dann mit der Inside-Passage bis Prince Rupert, ( dauert etwa 16 Stunden ), das ist auch ein einmaliges Erlebnis. Wir sind dann ganz gemütlich wieder auf dem Landwege nach Vancouver zurück.

  8. Hallo Bernd, wir haben die Tour Anfang bis Ende Juni gemacht, da war auch noch recht wenig los. Moskitos hatten wir nur am Green Lake und am Maligne Lake, an allen anderen Orten gab es zum Glück wenn überhaupt nur sehr wenige. Einen Truck Camper werden wir im nächsten Sommer ausprobieren, um West-Kanada auch einmal fernab der Highways entdecken zu können. Wir können es kaum erwarten wieder los zu fahren! 🙂

  9. Bernd Wolter sagt:

    Toll !
    Wir haben die Tour auch schon gemacht, könnte sofort wieder los. Aber wir bevorzugen den September als Reisezeit ( 4 Wochen), da ist alles nochmals entspannter, und es gibt keine Moskitos.
    Allerdings kann passieren, dass der eine oder andere Campground geschlossen hat.
    Als Fahrzeug hatten wir den Truckcamper von Fraserway, das Teil ist nicht so sperrig wie ein WoMo, und der Platz hat für zwei gereicht.
    1995 war ich dort mal mit Fahrrad und Zelt unterwegs, aber das war dann bei Regen auch kein Vergnügen mehr.

  10. Es freut uns sehr, wenn unser Blog Dir noch ein paar Anregungen und Tipps für Eure Reise gibt, Heinz. Wenn Du Fragen zu Campgrounds, Sehenswürdigkeiten oder Fahrstrecken hast, beantworten wir sie Dir gern.

    Auch bei uns hat das Geschirr bei der Fahrt zum Clearwater Lake geklappert – aber es ist alles heil geblieben. 🙂 Die Fahrt hat sich unglaublich gelohnt. Der gemütliche Campground direkt am See, der schöne Wald und der Spazierweg entlang des schönen Clearwater Lakes waren definitv ein Highlight unserer Reise! Auch wir werden in jedem Fall noch einmal hinreisen!

  11. anke caspar sagt:

    wir haben 4 mal diese reise gemacht ,ein traum jeder tag voller überraschungen
    würde ich auch immer wieder hin reisen .wer einmal dort war vergisst das nie

  12. Sandra sagt:

    Der Wells Gray Provincial war mein erster Park…ich erinnere mich an die lange Fahrt, bis wir endlich oben am Clearwater Lake Campground waren, ich dachte unser Geschirr überlebts nicht im Schrank, (aber alles gut ;-), so gescheppert hatte es auf der holprigen Waldstraße. Die Ray Farm fand ich faszinierend, am Original-Haus der ersten Siedler zu stehen und den naturbelassenen Verfall zu betrachten – das hatte echt was.

  13. Dieter Heinzelmann sagt:

    Bin begeistert von euren Beiträgen über eure Rundreise in Kanada. Ich kann es gut gebrauchen, bin im September für 3 Wochen in dieser Gegend und bin über jeden Hinweis bez. Sehenswürdigkeiten und campgrounds froh. danke!

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