Von Hawaii in den Yukon


Die Hawaii-Insel, dieses Paradies, verlassen wir an einem Montagabend mit Air Canada, und nach fünfeinhalb Stunden landen wir frühmorgens in Vancouver. Am Vormittag geht es dann weiter, und nach einem knapp zweieinhalbstündigen Flug erreichen wir schließlich Whitehorse. Damit sind wir wieder in unserem geliebten Yukon. Der vertraute Flughafen mit der großen Grizzlyfigur und der kleinen Ladenpassage begrüßt uns.

Ein Shuttlebus von Fraserway bringt uns schnell zur Wohnmobilstation, wo wir einen TC-10-Truck-Camper übernehmen. Dieser Allradjeep mit einem Motorhome-Aufbau ist kein klassisches Wohnmobil, bietet er doch beispielsweise keine Möglichkeit, vom Wohnraum direkt in die Fahrerkabine zu kommen. Mit der Variante „Slide-out“, bei der die Seitenteile hydraulisch ausgefahren werden können, lässt sich das Platzangebot vergrößern. Wir lieben diesen Truck Camper, weil er unserer Vorstellung von Abenteuer und Freiheit am nächsten kommt. Bislang konnten wir die Vorteile des Allradantriebs auch das eine oder andere Mal nutzen, zum Beispiel, um am Homer Spit in Alaska den Wagen wieder flottzubekommen.

Nachdem wir das Wohnmobil übernommen haben, kaufen wir im Supermarkt Lebensmittel für mindestens 6 Tage. All das, was es an den Tankstellen oder in kleinen Ortschaften auf der Reise nicht gibt, etwa frisches Obst und Gemüse sowie Frischfleisch. Auch darf eine große Menge Mineralwasser mit Kohlensäure nicht fehlen. Da wir gerade frisch eingetroffen sind, genießen wir das Shoppen und freuen uns, dabei den Menschen, die im Yukon leben, zu begegnen. Deren alte Autos vor dem Supermarkt machen uns klar, dass wir da angekommen sind, wo wir hinwollten. Dann geht’s schnell raus aus der Stadt, und auf dem gut 170 Kilometer langen Weg nach Haines Junction begegnen wir sogar noch einem mittelgroßen Schwarzbären.

Der Ausgangspunkt unserer bisherigen Kanadareisen war meistens Vancouver, manchmal sind wir auch von Calgary aus gestartet. Neben den klassischen Routen bietet sich von Whitehorse auch die Möglichkeit, mit der Fähre die Inside Passage zu nehmen und „Inselhopping“ zu machen. Fahrten werden von Alaska Marine Highway oder BC Ferries angeboten. Das ist sehr angenehm, denn die „kleinen Inseln“ vor den Küsten British Columbias und Alaskas sind übersichtlich, haben gute Wanderwege und jede Menge frischen Fisch zu bieten, den man in Form verschiedener Lachsarten sowohl im Wildwasser beobachten als auch auf dem Teller in wunderschön gelegenen Restaurants genießen kann. Außerdem sieht man an den Lachsaufzuchtstationen oft Bären! Eine kostengünstige Angellizenz erhält man übrigens auf Nachfrage in vielen Geschäften.

Von Whitehorse bis Skagway sind es 170 Kilometer. Wir haben bislang meistens ein bis drei Tage dort verbracht. Eine Kurzwanderung am Chilkoot Pass oder eine Fahrt mit der White Pass & Yukon Route Railroad bieten sich hier neben vielen weiteren Möglichkeiten an. Bei Dyea, wo der Chilkoot River ins Meer fließt und der Goldrausch einst begann, befindet sich eine kleine Brücke. Dort haben wir meist einen Halt eingelegt, die im Fluss schwimmenden Lachse beobachtet, gefischt, gebraten und gleich gegessen!

Mit dem Wohnmobil vom Yukon nach Alaska fahren

Mit der Fähre gelangt man nach Juneau, die Hauptstadt Alaskas, wo wir drei Tage bleiben. Schön ist der Rundweg am Mendenhall Glacier, der vom Visitor Center rechts den Berg hochführt und über Boardwalks, hölzerne Wege, durch einen verwunschenen Regenwald führt. Zurück kommt man über eine Brücke, die über einen kleinen Lachsfluss führt.

Mit der nächsten Fähre kann man beispielsweise nach Wrangell fahren. Natürlich haben wir auf sämtlichen Inseln inzwischen alle möglichen Straßen abgefahren, wobei die in Wrangell, bei der man auf eine Bergkuppe fährt, einen wunderschönen Ausblick auf die Fjordlandschaft bietet. Der Pächter des Campingplatzes berichtet, dass er von hier oben, obwohl das Meer gut zwei Meilen entfernt sein dürfte, das Ausatmen der Orcas hören kann.

Auf einer weiteren Fähre gelangt man nach Ketchikan. Den Kreuzfahrtschiffen, die an den bekanntesten Orten entlang der Inside Passage anlegen, kann man hier am nächsten kommen. Wie große Häuser türmen sie sich auf. Der Nachteil sind die vielen Besucher, die dann die Straßen bevölkern und je nach Geldbeutel in Nobelgeschäften oder Ramschläden einkaufen.

Nach zwei Tagen – je nach Fahrplan hat man bis zu sieben Tage Aufenthalt, bis die nächste Fähre kommt – geht es dann weiter zum Festlandhafen Prince Rupert. Damit ist man wieder in British Columbia angekommen. Von dort aus geht es nach Whitehorse im Yukon zurück – mit einem „Pflichtabstecher“ zu den Grenzstädtchen Stewart (Alaska) und Hyder (British Columbia), denn dort lassen sich hervorragend Bären beobachten.

 

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13.Juni 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Hawaii, Kanada  Autor:


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