Vogelperspektive und Kultur in New York

Roof Top Bar in New York

Am Samstag „greifen wir noch einmal voll an“: Es ist unser vorletzter Tag, und wir werden geweckt durch das Hufgetrappel der Pferdekutschen, die sich aufmachen, den Passagieren der Kreuzfahrtschiffe die Sehenswürdigkeiten New Yorks zu zeigen. Ein Tuten vom Hudson verkündet jedes Mal, wenn ein Cruiser am Kai anlegt, und ein Blick aus unserem Hotelfenster zeigt uns gleich drei Kreuzfahrtschiffe. Als Erstes steht für uns heute das MoMA auf dem Plan, danach Top of The Rock.

Das MoMA liegt abseits der traditionellen Museum Mile, nämlich so ziemlich in Midtown Manhattan. Uns gefällt es sehr gut, besonders mögen wir den Innenhof, ein Atrium, das wie eine Luftblase inmitten der umliegenden Wolkenkratzer wirkt. Hier kann man in Ruhe in einem Sessel sitzen, den Kopf in den Nacken legen und träumerisch gen Himmelblau blicken. Die Hektik der Stadt hat hier keinen Zutritt. Klappt natürlich nur bei Sommerwetter. Es gibt auch ein viel gepriesenes Restaurant mit einer winzigen Terrasse im oberen Stockwerk, aber uns geht es dort zu hektisch zu. Außerdem muss man Schlange stehen, ein Umstand, den wir bislang komplett umschifft haben. Wir führen uns die Dalìs, Monets und Warhols zu Gemüte, bewundern die ausgestellten Möbelexponate und streben anschließend gen Wolkenkratzer. Wer seinen Mittagssnack gerne etwas exklusiver mag, könnte nach dem Museumsbesuch das Petit Maison in der 54th Street ansteuern: ein Drei-Gänge-Menü wäre für 27 Dollar zu haben, wir hingegen zehren noch vom Frühstück.

Häuserschlucht New York

Als klassische Aussichtspunkte gelten in New York das Rockefeller Center und das Empire State Building. Wir entscheiden uns für das Rockefeller Centre, und zwar aus gutem Grund: Die Aussichtsplattform des Empire State Building ist von einem grobmaschigen Drahtzaun umgeben, The Rock, wie das Rockefeller Center auch bezeichnet wird, verfügt hingegen über drei Aussichtsebenen, die oberste davon ohne jegliche Sichtbehinderung. Es ergibt also wenig Sinn, bereits auf Terrasse eins und zwei mühsam durch die Glasscheiben zu versuchen, das Manhattan-Panorama einzufangen. Schnell direkt auf Deck drei und losknipsen! Spätestens hier oben erkennt man übrigens deutlich, warum man bei Manhattan von einer Insel spricht.

Die Aussicht vom Rockefeller Center in New York

Die Besuchszeit ist begrenzt, wenngleich durchaus ausreichend. Im Angebot sind auch Kombi-Tickets für MoMA und The Rock zu ermäßigten Preisen. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass man keinerlei gefährliche Gegenstände mit sich führen sollte, denn Leib und Gepäck werden am Eingang durchsucht. Wir gehen unseres Schweizer Messers verlustig, das wir heute ausnahmsweise dabeihaben, um unterwegs die eingeschweißten Nüsse besser aufschneiden zu können. Wir müssen das gute Stück dem Müll übergeben, es gibt keinerlei Aufbewahrungsmöglichkeiten. Später hören wir, dass es wohl üblich ist, derlei Gefahrenquellen zwischenzeitlich im Gebüsch zu verstecken oder kurz im Blumenbeet zu vergraben.

So, damit haben wir noch zwei weitere Highlights genossen und nun einen guten Hunger. Wir unternehmen einen erneuten Versuch, zu einem Burger bei Shake Shack zu kommen, aber die heutige Schlange schlägt alles bisher Dagewesene. Menno! Trotzdem haben wir wieder mal Glück: Direkt am südlichen Madison Square Park stolpern wir in der 23rd Street in das Live Bait, eine typisch amerikanische Bar. Über dem Tresen hängen drei Fernsehschirme – selbstverständlich mit drei unterschiedlichen Programmen. Wir wählen gegrillten Lachs und the best spare ribs ever, dazu ein wohlverdientes Weizen.

Schlange vorm Shake Shack in New York

Jetzt ist wieder Bummeln angesagt, und wir ziehen mal ohne konkretes Ziel um die Häuser. Es ist unglaublich, wie sich hinter jeder Ecke neue Motive bieten und spannende Panoramen. Noch nie haben wir in unserem Leben so viele Eindrücke in nur einer Stadt sammeln können. Am Union Square werden neben einem Bio-Wochenmarkt spannende Schachturniere ausgetragen, und auf den Bänken hocken die Sonnenanbeter.

Irgendwann stehen wir vor dem Bryant Park – einer unserer Lieblingsplätze New Yorks! Inmitten hoch aufsteigender Häuserfronten liegt plötzlich ein gemütlicher, wunderschöner Park, in dem man stundenlang verweilen möchte. Besonders originell: der „Reading Room“, ein Bereich, in dem unter freiem Himmel diverse Bücherregale stehen und zum Schmökern einladen. Es gibt diverse Picknickstände und leckere Snacks im Angebot. Das beherrschen die Amerikaner ohnehin bis zur Perfektion – ihre Snacks sind unschlagbar. Wir kommen in New York selten auf die Idee, mal in ein Restaurant einzukehren. Meist springen wir zu Whole Foods rein oder nehmen von einem der fliegenden Händler kleine Köstlichkeiten mit ins Hotel. So auch heute. Wer eine größere Essensauswahl braucht, kann direkt am Bryant Park in eine der vielen Filialen von Le Pain Quotidien einkehren. Es gibt Bereiche zum Sitzen mit Bedienung oder Bistrotische mit Selbstbedienung.

Café im Bryant Park in New York Reading Room im Bryant Park in New York

Wir machen uns mit unserem Abendbrot unter dem Arm wieder Richtung Hotel auf. Zwischen fünf und sechs lädt das Ink48 seine Gäste zu Bier und Wein ein – eine nette Idee, oder? Und natürlich sehen wir auch heute wieder dem Sonnenuntergang von unserer Dachterrasse aus zu. Bei einem wohlverdienten Cocktail in tiefen Polstern und mit chilliger Mucke genießen wir den Mondaufgang. Kurz darauf fläzen wir uns mit Fingerfood und Oktoberfestbier auf unser King Size Bed und sehen fern – just great!
Skyline New York's

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16.Dezember 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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