Victoria: Schöne Ausblicke, enge Gassen

Das Fairmont Hotel Empress in Victoria

Dem noch nicht ganz abgeklungenen Jetlag sei Dank sind wir auch an diesem Morgen recht früh auf den Beinen, sodass wir vor Abfahrt der Fähre um Viertel vor zehn noch Zeit haben, entspannt das Ticket für die Passage zu kaufen und in einem kleinen urigen Coffeeshop zwischen einigen Freaks ein angenehmes Frühstück einzunehmen. So langsam gewöhnt man sich auch wieder daran, wie freundlich und kumpelhaft man hier von den Leuten empfangen und bedient wird. Vielleicht fällt das auch umso mehr auf, weil am Grenzübergang gestern vor allem professionelle Nichtlächler beschäftigt waren.

Fährfahrt nach Victoria Fährfahrt nach Victoria entlang der San Juan Islands

Dann geht es mit der Fähre zwischen unzähligen Inselchen, versteckten Buchten und mit einem tollen Blick auf die fern im Dunst aufragenden Berge auf die Fahrt in Richtung Sidney. Unterwegs haben wir immer wieder den Eindruck, einen Seelöwen oder gar einen Orca gesehen zu haben. Und zweimal war da doch wirklich etwas, oder? Es lohnt sich in jedem Falle, genau hinzuschauen. Aber die Locals, die hier jeden Tag pendeln, holen eher ihre Puzzles, Scrabbles oder Kartenspiele heraus. Das kann ja auch schön sein.

In Sidney geht’s dann mit der Einreise nach Kanada ganz schnell, ebenso die Fahrt nach Victoria, die Hauptstadt von British Columbia. Dort steuern wir erst einmal unser Hotel an, das zentral liegt und jüngst mit neuen Mobiliar ausgestattet wurde. Unser Zimmer befindet sich im vierten Stock, ist riesig und hat einen Blick auf die City Hall. Nachdem das Auto auf dem kostenfreien Hotelparkplatz verstaut ist, spazieren wir aufs Geratewohl in Richtung Hafen und lassen uns durch die lebhafte Stadt treiben. Viele Läden, Cafés und Restaurants von Victoria verlocken uns, doch wir bleiben zunächst stur und laufen weiter, bis auch schon das berühmte Fairmont Hotel Empress in Sichtweite kommt. Seit hundert Jahren steht dieser efeuberankte Palast hier am Hafen – und die Queen war selbstverständlich auch schon da. Wir ergattern beim Durchqueren der Lobby einen Hauch des britischen Flairs, schlendern dann aber weiter zum Parlamentsgebäude, das gleich nebenan steht und in Sachen Großartigkeit versucht mitzuhalten. All das spielt sich zwischen unzähligen farbenprächtigen Blumenbeeten ab. Überhaupt scheint sich ganz Victoria auf einen Wettstreit um den Titel der blumenfreundlichsten Stadt vorzubereiten.


Impression des Fairmont The Empress in Victoria
Der wunderschöne Beacon Hill Park Die schöne Küste im Beacon Hill Park

Das Museum of British Columbia lassen wir, allen Empfehlungen unserer Reiseführer zum Trotz, links liegen und geben dem Beacon Hill Park den Vorzug. Zum einen kommt die Sonne gerade heraus, zum anderen lockt der Park – übrigens auch von den Reiseführern empfohlen – mit grandiosen Ausblicken auf die Strait of Georgia und das am Horizont liegende Ufer von Washington State. Im Park, den man erst durchqueren muss, laufen Pfauen herum, es gibt nette Ententeiche und sogar einen kleinen Zoo. Aber dann kommt das Ufer. Dort kann man zu den Stränden herabsteigen oder aber oben auf einer der diversen Bänke sitzen bleiben – was unsere Wahl ist. Der Blick ist wirklich grandios, man kann sich gar nicht sattsehen. Und im Stillen keimt da noch immer die Hoffnung, zufällig da draußen irgendwo eine Orcaflosse zu entdecken. Aber das passiert natürlich nicht. Dennoch starren wir geraume Zeit hinüber zu den Silhouetten der Berge des Olympic National Parks. Dann kehren wir der Natur den Rücken zu und lassen uns doch noch von den diversen Läden, Coffeeshops und Restaurants in Victoria einfangen.

Das Munro's Books of Victoria

Insbesondere zwei Läden haben es uns angetan – als Erstes kommen wir an der Rocky Mountain Chocolate Factory  nicht vorbei; der Laden zieht uns mit unerklärlichen Kräften an. Der kleine Shop bietet eine feine Auswahl an Pralinen, selbstverständlich mit obligatorisch kanadischen Füllungen, zum Beispiel Ahorn. Wir schnuppern uns durch die Regale und liebäugeln mit der einen oder anderen Köstlichkeit, dann verlassen wir das Geschäft, um wenige Schritte später diagonal gegenüber in die Munro’s Books  zu stolpern. Diese in einem wunderbaren neoklassizistischen Gebäude untergebrachte Buchhandlung ist schon rein optisch ein Genuss. Hat man sich an dem Raum mit der hohen Decke und den schnuckeligen Verzierungen sattgesehen, gilt es, die Schätze in den Regalen zu erkunden. Was wir dann auch ausgiebig etwa eine Stunde lang tun. Um ein paar Lektüren reicher machen wir uns dann auf den Weg zur letzten Etappe unserer Runde durch Victoria: Chinatown. Sobald die Straßenschilder rot und mit Schriftzeichen versehen sind und Lampions über dem Asphalt baumeln, weiß man, dass man angekommen ist. Ein Hauch Exotik liegt über diesem Teil der Stadt. Und besonders angetan hat uns die Fan Tan Alley, eine gerade mal knapp zwei Meter schmale Gasse mit vielen winzigen Geschäften.

Die Fan Tan Alley in Chinatown in Victoria Der herrliche Hafen von Friday Harbor

Später lassen wir den Abend in einem gemütlichen Restaurant ausklingen. „Wine Wednesday“ lautet dort das Motto; wie gut, dass tatsächlich Mittwoch ist und die Flasche Wein erheblich günstiger Angeboten wird; auch der angenehme Riesling aus British Columbia. Wobei es – im Nachhinein betrachtet – eine halbe Flasche wohl auch getan hätte. Aber wir finden trotzdem wieder zurück ins Hotel.

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10.Februar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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