Victoria im Schnelldurchlauf und Ankunft im Olympic National Park

The Fairmont Empress Hotel in Victoria

The Fairmont Empress Hotel

Seit Monaten hatten wir den Ohrwurm „The Great Northwest“ von den Mighty Oaks im Ohr, dank dem wir zugegebenermaßen viele Ideen für unsere Reise nach Washington State hatten. „On the seaside we found our way in the great northwest …“ Mit diesem Soundtrack machten wir uns voller Vorfreude auf nach Victoria zur Fähre, um von dort aus mit der Black Ball Ferry Line hinüber nach Port Angeles zu fahren.

Die Fähre fuhr zu der Zeit zweimal täglich, wir entschieden uns für die Abfahrt um 15 Uhr. Da wir nicht vorab reserviert hatten und uns Victoria noch anschauen wollten, fuhren wir so los, dass wir schon gegen 11 Uhr zum Sightseeing in der Stadt waren. Wie sich jedoch am Fähranleger herausstellte, hatten wir dafür kaum noch Zeit. Aufgrund der strengen und ausführlichen Sicherheits- und Grenzkontrollen durch die US Homeland Security Officer mussten alle Passagiere bereits zwei Stunden vor Abfahrt der Fähre auf dem Fährgelände sein und sich und ihr Fahrzeug bis dahin von allen Lebensmitteln (z. B. Zitrus- und Hülsenfrüchte, Obst und einige tierische Produkte) und Gegenständen (wie etwa Feuerholz), die nicht mit über die Grenze transportiert werden dürfen, entledigt zu haben. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Informationen über verschiedenste Mitbringsel schon bei der Reiseplanung zu lesen.

Fährüberfahrt von Victoria nach Port Angeles
Nachdem wir das Fährticket am Schalter gekauft hatten, machten wir uns mit einigen Bananen und Äpfeln im Gepäck auf den Weg, um wenigstens noch einen kleinen Eindruck von der Hauptstadt British Columbias zu bekommen. Das Wetter war einmalig schön und mit dem blauen Himmel perfekt geeignet, um ein paar Schnappschüsse von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Hafen zu machen. Unser kurzer Eindruck von Victoria: eine kleine, gemütliche Hafenstadt, die mit ihrem britischen und gleichzeitig mediterranen Flair ganz anders wirkt als die Pazifikmetropole Vancouver. Der Hafen und die schönsten Sehenswürdigkeiten ganz in der Nähe – wie das Parlament, das Fairmont Empress Hotel und die Totempfähle – sollte man sich anschauen, ein Spaziergang entlang der engen Gassen lohnt sich ebenfalls.

Parlament in Victoria

Das Parlament in Victoria

Harbour Ferry in Victoria

Victoria Harbour Ferry

Da wir die Aufforderung, pünktlich wieder zurück am Fähranleger zu sein, ernst genommen hatten und außerdem noch ein paar Vorräte entsorgen mussten, machten wir uns früh wieder auf den Weg zum Camper. Es dauerte auch nicht lange, bis die Homeland Security Officer das Fährgelände absperrten, um nach und nach alle Passagiere und Fahrzeuge (an dem Tag waren es nur sehr wenige) gründlich zu kontrollieren. Wichtig (und das wussten wir erst danach): Auch Campingurlauber sollten unbedingt eine erste Adresse in den USA nennen können, zu der sie fahren werden. Wir kannten leider nicht die Adresse des Campgrounds im Olympic National Park, auf dem wir die erste Nacht verbringen wollten, aber hatten Glück, dass der Officer uns per Onlinerecherche behilflich war. Ein schlecht gelaunter Officer hätte uns die Einreise in die USA vielleicht verweigern können. Nachdem wir unsere Einreisegenehmigung bekommen hatten und die Pass- und Fahrzeugkontrollen beendet waren, ging es endlich los: Wir fuhren mit Kurs auf Port Angeles bei strahlend blauem Himmel der Küste Washingtons entgegen, mit dem Panorama des Olympic National Parks im Hintergrund. Zwar konnten wir auch auf dieser letzten Fährfahrt unserer Reise keine Wale sehen, aber das machte die erneut traumhafte Aussicht wieder gut. Der herrliche Himmel, die tiefblaue Strait of Juan de Fuca, die felsige Küstenlandschaft Victorias und die schneebedeckten Berge Washingtons verschmolzen förmlich zu einem perfekten Bild, und wir genossen das Panorama an Deck.

Blick auf den Bergpanorama Olympic National Park, Washington

Bergpanorama Olympic National Park, Washington State

Die ersten Eindrücke vom Olympic National Park
In Port Angeles gab es für uns wieder eine Pass- und Fahrzeugkontrolle. Aber nachdem auch diese überstanden war, füllten wir unsere Vorräte bei einem ausgiebigen Einkauf wieder auf und fuhren danach Richtung Hurricane Ridge zum nächstgelegenen Visitor Center, um uns eine Karte vom Olympic National Park zu holen. Das Visitor Center war zwar schon geschlossen, eine Karte bekamen wir zum Glück aber trotzdem. Dann fuhren wir los in Richtung Sol Duc, unserer ersten Station im Nationalpark. Kaum hatten wir Port Angeles (eine eher rustikale Hafenstadt) verlassen, offenbarte sich uns schon bald die Schönheit der Natur auf der Olympic Peninsula. Wir fuhren den Highway 101 entlang und machten unterwegs Fotostopps an einigen der vielen Viewpoints. Das Panorama der Berglandschaft und die Aussicht auf den Lake Crescent schienen von einem Viewpoint zum nächsten immer schöner zu werden. Außer uns war kaum jemand unterwegs, und nach dem recht anstrengenden Tag in der Stadt und den vielen Kontrollen am Hafen genossen wir die wiedergewonnene Ruhe. Wir fuhren nach Sol Duc, unserer ersten Station im Olympic National Park. Da die Station am Eingang des Parks bereits geschlossen war, fuhren wir zum Sol Duc Hot Springs Resort, wo wir einen Jahrespass für die Nationalparks der USA kauften. Der Jahrespass kostet 80 Dollar und hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt, da wir von nun an jeden Tage in einem von Washingtons Nationalparks verbringen wollten. Da das Hot Springs Resort ganz in der Nähe des State Campgrounds liegt, hatten wir es nicht mehr weit bis zu unserem Ziel. Obwohl der Sol Duc Campground an dem Abend schon recht voll war, hatten wir Glück und bekamen noch einen schönen Platz. Wir ließen den Abend am Lagerfeuer mit einer unserer letzten Alexander-Keith’s-Dosen ausklingen und machten uns dabei über die Wanderungen und Ausflüge der nächsten Tage Gedanken.

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15.Dezember 2015  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada, USA  Autor:


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