Unsere Reisen in den Norden

Paar auf Boot vor der Küste von Alaska

Unterwegs in Alaska und im Norden von Kanada

Abschließend möchte ich noch einige Eindrücke von früheren Reisen nach Kanada und Alaska schildern, die viele Leser so oder ähnlich sicherlich auch schon einmal erlebt haben.

Jahrelang waren wir zu dritt unterwegs, doch unser Sohn Maximilian ist mittlerweile 20 Jahre alt, sodass Martina und ich jetzt zu zweit reisen. Vielleicht war es die „Angst“ um das Kind, die uns bei unseren Nordamerika-Urlauben sehr vorsichtig reisen ließ. Wir haben zwar sehr viel erlebt, uns aber meistens nicht allein in die „Wildnis“ getraut. Natürlich wollten wir Bären beobachten und haben in den letzten 22 Jahren viele Schwarzbären und Grizzlys gesehen, zumeist aber vom Auto aus oder an öffentlichen Bärenbeobachtungsstellen wie in Haines und Hyder, auf den Inseln der Inside Passage oder einfach nur frühmorgens oder spätabends am Straßenrand.

Vielleicht war es eine siebenstündige Wanderung im Denali-Nationalpark in Alaska, die wir einmal in einer Gruppe von zehn Leuten mit einer Rangerin gemacht haben, welche uns zu einem anderen Blick verholfen hat: „Jeder kann sich zu Hause seine eigene kleine naturverbundene Welt schaffen, in der er lebt und der er die Pflanzen und Lebewesen respektiert, pflegt und beschützt.“

Mann mit Campervan in Alaska

Unterwegs im Campervan

In Haines Junction in Kanada haben wir uns damals Bärenspray gekauft, das ich auch gleich im Kluane-Nationalpark am Sheep Mountain Visitor Center mit ausgestrecktem Arm ausprobiert habe. Obwohl es windstill war, habe ich eine leichte Priese davon abbekommen. Es war nicht so schlimm, hat aber trotzdem im Gesicht ziemlich gebrannt. Ob man als Unerfahrener überhaupt in der Lage wäre, das Spray im Falle des Falles einzusetzen, ist noch eine ganz andere Frage! Auf jeden Fall sind wir seit dieser Zeit zu zweit auf mehreren Trails gelaufen und haben dabei keine großen Tiere gesehen. Wie die meisten Einheimischen uns berichteten, begegnet man den „großen Drei“ (Bär, Wolf und Puma) auf Wanderungen nur sehr selten.

Schön war die Wanderung zum Sheep Mountain im Kluane-Nationalpark, anstrengend bei sonnig-warmem Wetter Ende September die Tour vom Moraine Lake – in der Nähe von Lake Louise – zum 2611 Meter hohen Sentinel-Pass mit seinem gigantischen Ausblick auf die umliegende Berglandschaft. Nur zweimal sind wir kleinen Gruppen von Hikern auf unserer sechsstündigen Tour von den Takakkaw Falls zu den Twin Falls im Yoho Nationalpark begegnet.

Empfehlen können wir auch den Flug ab Haines Junction über den Kluane sowie den Wrangell-St.-Elias-Nationalpark. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, wir waren 45 Minuten in der kleinen Propellermaschine von Sifton Air unterwegs und würden es jederzeit wieder machen! Beim Flug zum größten Gletscherfeld jenseits der Polkappen konnten wir in der Wildnis, wo keine Straßen mehr hinführen, Minenarbeiter mit schwerem Gerät beobachten. Die Gletscher waren gewaltig. Wie riesige Straßen kommen diese aus den verschiedenen Tälern, vereinen sich und trennen sich teilweise wieder. Der Höhepunkt des Rundflugs war der in den strahlend blauen Himmel hinaufragende 5959 Meter hohe Mount Logan, der höchste Berg in Kanada. Und ebenso beeindruckend war es gegen Ende des Fluges, den kalbenden Gletscher zu sehen, dessen Eis einen Bergsee speist, der wiederum das lange, breite Tal in Richtung Haines Junction dominiert. Der Flug endete mit der butterweichen Landung unseres Piloten. „Wie lange fliegen Sie schon?“, fragte ich. „Drei Jahre“, antwortete er. „Und wie alt sind Sie?“ „Neunzehn“, kam die Antwort mit einem stolzen Lächeln.

Es gäbe noch vieles, was ich erzählen und worüber ich schwärmen könnte. Es ist bestimmt nicht leicht für diejenigen, die das ganze Jahr im Norden leben und den Kampf mit der Natur aufnehmen. Doch eines ist sicher: Von denen, die durchhalten und ihren Traum leben, würde nur ein kleiner Teil mit uns Europäern tauschen wollen.

Wir freuen uns schon auf unseren Urlaub im September; wir werden über Whitehorse und Vancouver Island wieder einen Truck Camper TC 10 ins Winterquartier nach Vancouver bringen – auch für diese Reise haben wir bei CANUSA einen Preisknüller gefunden.

 

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14.Juni 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


2 Kommentare für “Unsere Reisen in den Norden”

  1. Ilse u. Toni Polleichtner sagt:

    Hallo Kristina,
    Ihr Kommentar hat in uns Heimweh nach Alaska aufkommen lassen! Eigentlich wollten wir es bei der
    einen Reise belassen, aber inzwischen sind wir nicht mehr so sicher. Wir waren 2011 vom 15. Juni bis
    20. Juli dort unterwegs, und zwar auch mit einem Pickup von Fraserway. Unserer war der TC, unseres
    Wissens gibt es nur noch TC B und TC S, ein TC 10 ist uns unbekannt. Jedenfalls war dieses Gefährt
    einfach super, vorallem das himmlische Bett hatte es uns angetan. Unsere Route war die berühmte
    8 mit einem Abstecher auf die Kenai bis nach Homer, Wittier und Seward. Wir hatten fast immer
    super Wetter, nur die letzten Tage in Whitehorse waren verregnet. Davor waren wir noch bei den
    heißen Quellen in Takini Hot Springs in der Nähe von Whitehorse. Das war sehr erholsam, in der
    Nähe konnte man auch reiten.
    Liebe Grüße (wir wohnen übrigens im Saarland)

  2. Kristina sagt:

    Eurer Bericht macht richtig Spaß zu lesen… Unser Sohn ist jetzt zwei Jahre alt und wir waren letztes Jahr in Vancouver Island und wollen nächstes Jahr wieder nach Alaska (dort waren wir schon zweimal). Und unser Lieblingscamper ist der TC10…. Also ganz schön viele Parallelen!!! Wir sind aus Mossautal, d.h. wohnen direkt bei euch um die Ecke. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir mal mailen könnten oder telefonieren (an die Redaktion: könnt ihr eventuell meine Mailadresse an die beiden weitergeben?). Von euren Erfahrungen mit Kind zu reisen können wir nur profitieren…. Liebe Grüße

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