Wohnmobilübernahme und auf nach Banff!

Der wunderschöne Bow River im Banff National Park

Unser erster Reisetag begann überraschend früh: Obwohl der Wecker erst um 7:30 Uhr klingeln sollte, waren wir bereits um 5 Uhr wach und ausgeschlafen – dem Jetlag sei Dank. Also starteten wir gemächlich in den Tag, schließlich hatten wir noch viel Zeit, bevor wir von einem Mitarbeiter unseres Wohnmobil-Vermieters Westcoast Mountain Campers abgeholt wurden. Wir gingen gemütlich bei Tim Hortons frühstücken (direkt gegenüber vom Hotel) und beobachteten, wie die Stadt langsam erwachte.

Interior V26S Westcoast Mountain Campers Mit dem Wohnmobil nach Banff

Pünktlich um 9 Uhr wurden wir abgeholt und zur 20 Minuten entfernten Vermietstation gebracht. Die Station ist klein und familiär, wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben uns zunächst in Ruhe den Vertrag angeschaut. Nachdem die Formalitäten abgeschlossen waren, waren wir neugierig auf unser Wohnmobil: ein knapp 9 Meter langes Gefährt mit der Bezeichnung V 26 S. Unser erster Eindruck: „Wow, ist das groß!“ – der zweite: „Hoffentlich können wir damit fahren!“ Eine sehr nette Mitarbeiterin hat sich viel Zeit genommen, um uns das Wohnmobil und seine Ausstattung zu erklären. Zunächst gingen wir außenrum, wobei sie uns jedes Fach zeigte, die Anschlüsse für Frischwasser und Strom sowie die Vorgehensweise beim Dumping (damit ist die Abwasserentsorgung gemeint). Anschließend erklärte sie uns auch ausführlich den Innenraum unseres neuen Zuhauses. Vom Slide-out (man kann den Wohnraum vergrößern, indem man die Seitenwände herausfährt) über die Küchengeräte, von der Dusche und dem WC bis zur Fahrerkabine gingen wir alles genau durch. Die Mitarbeiterin gab uns auch viele Tipps für den Wohnmobil-Alltag. Zum Beispiel empfahl sie uns, beim Dumpen zuerst das Black Water und dann das Grey Water abzulassen. Anschließend solle man den Schlauch mit Frischwasser ausspülen, wodurch er sich gut reinigen ließe.

Innenansicht Wohnmobil Campground Banff

Was uns vorher ein bisschen wie ein Buch mit 7 Siegeln vorkam, erschloss sich uns auf eine sehr nette Art, und wir fühlten uns nach der sorgfältigen Einführung gut gewappnet für unsere Reise – und obendrein wurden wir auch mit sehr guten Reisetipps versorgt. Die Mitarbeiterin ist zwei Jahre lang mit einem Wohnmobil durch Alberta und British Columbia gefahren und kennt dort jede Straße. So bekamen wir jede Menge Insidertipps für Sehenswürdigkeiten, die besten Orte für Tierbeobachtungen, schöne Straßen als Alternativen zu den großen Highways und gute Einkaufsmöglichkeiten … den Service von Westcoast Mountain Campers können wir als richtiges Rundum-Sorglos-Paket bezeichnen!

Mit jeder Menge Vorfreude starteten wir in unser Wohnmobil-Abenteuer. Die Station liegt in der Nähe des Highway 2 (Deerfoot Trail) und ist deshalb für unerfahrene Wohnmobil-Fahrer wie uns ein guter Startpunkt. In der Nähe gibt es auch Einkaufsmöglichkeiten; wir folgten der Empfehlung der netten Mitarbeiterin und fuhren zum Walmart nach Airdrie, nördlich von Calgary, gut 15 Minuten Fahrzeit entfernt. Das hatte den Vorteil, dass wir erst einmal eine Viertelstunde lang geradeaus fahren und uns langsam an das Fahrzeug gewöhnen konnten. Den Walmart können wir für den ersten Einkauf in und um Calgary auf jeden Fall empfehlen, er ist gut erreichbar und bietet ein großes Sortiment. Wir hatten zwei Stunden eingeplant – so viel Zeit braucht man auch mindestens, je nachdem wie gut die eigene Einkaufsliste vorbereitet ist. Wir hatten unsere bereits zu Hause angefangen und während des Flugs vervollständigt. Dennoch dauert es, bis man sich in den großen Supermärkten zurechtgefunden, die unbekannten Produkte begutachtet und schließlich alles in den Einkaufswagen gepackt hat. Es kann nicht schaden, für all das gut drei Stunden einzuplanen.

Lake Minnewanka im Banff National Park Tunnel Mountain Campground, Banff, British Columbia

Nun waren wir also gut ausgestattet und konnten uns auf den Weg machen. Von Airdrie ging es über die Big Hill Road zum Highway 1A, der in Richtung Banff führt – schon diese erste Strecke war für uns ein tolles Erlebnis. Es ging durch eine Hügellandschaft, vorbei an gelben Getreidefeldern und roten Farmhäusern; all das vor der Kulisse der Rocky Mountains, die zuerst weit entfernt erschienen und langsam immer näher kamen. Diese Route ist sehr zu empfehlen, um sich ans Fahren mit dem großen Wohnmobil zu gewöhnen. Die Strecke ist gut ausgebaut, nicht verstopft und bietet tolle Aussichten auf die Rockies. Nach knapp eineinhalb Stunden erreichten wir den Banff National Park, kauften unser Nationalpark-Jahresticket (lohnt sich schon ab acht Übernachtungen in den Nationalparks) und fuhren weiter Richtung Banff, wobei wir am Two Jack Lake und am Lake Minnewanka vorbeikamen; ein toller Vorgeschmack auf die Landschaft, die uns in den nächsten drei Wochen erwarten würde: glasklare Seen, Berge mit Puderzucker-Hauben und Aussichten auf schier endlose Weiten. Die Campgrounds am Two Jack Lake waren noch geschlossen, sodass wir Richtung Banff zu den Plätzen am Tunnel Mountain fuhren. An unserem ersten Campground, dem Tunnel Mountain Village II, wurden wir gleich tierisch empfangen: rund um den Platz gab es Ground Squirrels – Eichhörnchen –, die sehr neugierig und ohne jede Scheu umherflitzten. Mit einer tollen Aussicht auf den Tunnel Mountain und voller Vorfreude auf die nächsten Tage genossen wir unser erstes Picknick vor dem Wohnmobil.

Ground Squirrel auf dem Banff Campground

VORHERIGER BEITRAG ZUR ÜBERSICHTSSEITE DIESER REISE | NÄCHSTER BEITRAG

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag mit Ihren FreundenPin on PinterestShare on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Möchten Sie immer auf dem laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie jetzt den CANUSA Blog!



25.Juli 2013  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


Ein Kommentar für “Wohnmobilübernahme und auf nach Banff!”

  1. Ilse u. Toni Polleichtner sagt:

    Ja, wenn Ihr nachNorden unterwegs seid, dann weiterhin viel Spass. Es gibt soooo viel zu sehen, die vielen schönen Seen, Peyto Lake, Bow Lake und ein paar weitere, die wir letztes Jahr bei herrlichstem
    Sonnenschein besuchten. Am besten ist es ganz früh am Morgen, wenn sich die Wälder und Gletscher
    in den Seen spiegeln – einfach überwältigend!

    Viele Grüße aus D

    Ilse Polleichtner

Kommentar schreiben

[huge_it_share]