Twillingate – Gros Morne National Park – Blanc Sablon – L’Anse au Clair

Atemberaubende Aussicht im Gros Vorne National Park

Gestern haben wir einen wunderbaren Sonnenuntergang erlebt. Ich kann nur empfehlen, dafür zum Leuchtturm nach Long Point zu fahren, wenn man in Twillingate übernachtet. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es wurde ein wirklich tolles Ereignis. Der knallrote Sonnenball versank langsam im Meer, davor tauchten wie auf einer kitschigen Fototapete die Wale auf und zeigen ihre Schwanzflossen, in der Ferne sah man einen Eisberg. Zum Glück hatten wir unser Fernglas dabei (sollten man auf Reisen nach Neufundland auf jeden Fall mitnehmen) und konnten die Wale deshalb richtig gut beobachten.

Wer in Twillingate ist, muss natürlich unbedingt eine Iceberg-Watching-Tour machen. Es gibt mehrere Anbieter, wir fahren mit Iceberg Quest Ocean Tours hinaus. Heute sind wir die einzigen Gäste an Bord, und so genießen wir ein absolut persönliches Programm mit Kapitän Rick und seinem Crewmitglied David. Unsere ersten Eisberge hatten wir nur aus großer Entfernung gesehen, sodass uns nichts auf das heutige Erlebnis vorbereitet hat: Einen Eisberg aus der Nähe zu sehen, ist etwas vollkommen anderes! Diese Kolosse wirken von Nahem sehr mystisch. Nicht nur die verschiedenen Formen sind spannend und beeindruckend, auch das unterschiedliche Farbenspiel fasziniert uns sehr! Wunderschöne Blautöne sind inmitten des Weiß zu finden, und von jeder Seite sehen die Eisberge anders aus. Nur rund zehn Prozent dieser Riesen sind über dem Wasser zu sehen – daher auch der Spruch: „Das ist nur die Spitze des Eisberges.“ Auf jeder Iceberg-Watching-Tour werden einem auch Wale gezeigt, sofern denn welche in der Nähe sind. Wir haben Glück und sehen auch gleich im Anschluss einige Wale, immer am Luftausstoß zu erkennen, wenn sie nicht gerade ihre Schwanzflosse majestätisch in den Himmel heben.

Völlig begeistert und sehr beeindruckt verlassen wir Twillingate und machen uns auf die längere Fahrt nach Rocky Harbour im Gros Morne National Park. Der größte Teil der heutigen Strecke führt über den Trans-Canada Highway und bietet landschaftlich keine große Abwechslung. Wir fahren an den größeren Städten Grand Falls-Windsor und Corner Brook vorbei und erreichen den Gros Morne National Park, auf den wir schon sehr gespannt sind.

Den wunderschönen Gros Morne National Park entdecken Die traumhaften Gros Morne Tablelands

Es ist fast dunkel, als wir unsere Unterkunft erreichen. Man sollte sehr gut aufpassen, da überall Elche die Fahrbahn kreuzen können – und einen Zusammenstoß einem von ihnen sollte man möglichst vermeiden. Daher ist es ratsam, bei einbrechender Dunkelheit langsamer zu fahren und sehr wachsam zu sein. Wir checken im Neddie’s Harbour Inn ein. Das im skandinavischen Stil gehaltene Haus liegt auf einer Landzunge mit tollem Blick auf die Bonne Bay. Die Zimmer sind alle hell und freundlich eingerichtet, fröhliche Farben empfangen den Gast. Man sollte beachten, dass das Restaurant montags geschlossen hat und das nächste einige Kilometer entfernt in Rocky Harbour liegt.

Blick auf das Neddie’s Harbour Inn Gemütliches Zimmer im Neddie’s Harbour Inn

Für den Abend haben wir eine Show und ein Dinner im Ocean View Hotel auf dem Programm. Wir genießen ein leckeres Abendessen, und anschließend gibt es im Pub eine musikalische Show mit neufundländischer Musik. Es wird mitgesungen, geschunkelt, und zwischendurch erzählen die Musiker vom Leben in diesem Teil Neufundlands. Es lohnt sich, diese Show zu erleben, allerdings sollte man ganz gut Englisch verstehen, weil man sonst die vielen lustigen Anekdoten verpasst. Wenn man also etwas Lokalkolorit aufsaugen möchte, ist man hier genau richtig.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, weil wir eine geführte Kajaktour auf der Bonne Bay gebucht haben. Für Fortgeschrittene wie auch für Anfänger ist das eine tolle Möglichkeit, mehr über die Bucht zu erfahren und gleichzeitig eine Kajakfahrt zu genießen. Unser Guide bringt uns nicht nur die Grundlagen des Kajakfahrens bei, er ist Meeresbiologe und erzählt uns auch ganz viel über die Unterwasserwelt in dieser Region. Bei schönstem Wetter paddeln wir in verschiedene kleine Buchten und halten immer wieder an, um Fotos zu machen. So muss Urlaub sein! Für Outdoor-Enthusiasten ist das der perfekte Ausflug!

Wir nutzen unseren ersten Aufenthalt hier im Gros Morne National Park vor allem, um uns mit der Umgebung vertraut zu machen; auf dem Rückweg wollen wir zwei weitere Nächte im Gros Morne National Park verbringen. Wir haben geplant, dann die Western Brook Pond Tour mit dem Boot zu machen. Dafür sollten man unbedingt Tickets reservieren, was man im Ocean View Hotel oder vorab über CANUSA erledigen kann.


Der herrliche Western Brook Pond
Ausblick vom Western Brook Pond Bootsfahrt auf dem Western Brook Pond

An der Küste entlang fahren wir in Richtung Norden nach Saint Barbe. Von hier aus geht die Fähre nach Labrador. Ein Fährterminal sucht man allerdings vergebens, es gibt lediglich ein kleines Gebäude für den Check-in und nebenan ein Restaurant. Gegen Vorlage unseres Vouchers erhalten wir die Fährtickets; man sollte auch hier 90 Minuten vor Abfahrt seine Tickets abgeholt haben. Das Beladen der Fähre beginnt dann eine halbe Stunde vor Abfahrt. Es ist nicht gerade das modernste Schiff, aber es gibt Ruhesessel, Tische und auch eine Cafeteria, in der man kalte und warme Speisen zu moderaten Preisen bekommen kann. Die Überfahrt dauert knapp eindreiviertel Stunden. Unterwegs macht uns der Kapitän per Lautsprecher auf einen Eisberg aufmerksam, der in der Strait of Belle Isle dahindümpelt.

Wir erreichen den Hafen von Blanc Sablon in der Provinz Québec, und fahren die kurze Strecke nach L’Anse au Clair. Jetzt sind wir in Labrador! Labrador ist keine eigene Provinz, sondern gehört zur Provinz Neufundland und Labrador. Der Streckenabschnitt, der vor uns liegt, wird „Labrador Coastal Drive“ genannt. Wir übernachten heute im Northern Light Inn, einer sauberen und gemütlichen Mittelklasseunterkunft mit Restaurant und kostenlosem WLAN.

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1.August 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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