Tag 4: Von Durango nach Grand Junction

Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad

Zugfahrt mit der Durango and Silverton Railroad

Nach einem leckeren Frühstück im Strater Hotel machten wir uns auf den Weg zu einem Zug der Durango and Silverton Narrow Gauge RailroadMit dem geht es in rund 3,5 Stunden, von einer historischen Dampflokomotive gezogen, durch die herrliche Wildnis der San-Juan-Berge im Südwesten Colorados. Diese Bahnlinie wurde geschaffen, um Silber- und Golderze transportieren zu können.

Der Zug der Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad fährt mehrmals täglich, und wer nicht beide Strecken per Bahn fahren möchte, kann zurück auch den Bus (ca. 1,5 Std.) nehmen. Wir hatten sogar einen eigenen Waggon ganz für uns allein, fuhren bei herrlichem Sonnenschein durch eine atemberaubende Landschaft und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Um uns herum nur Wasser, Berge, Bäume und zwischendurch auch mal ein Erdmännchen. Jeder zückte seine Kamera, um ja kein Motiv zu verpassen, und wir waren froh, dass wir einen Selfie-Stick hatten, um auch mal ein Gruppenbeweisfoto schießen zu können.

Das Highlight war in der Nähe von Rockwood, das atemberaubende Stück The Highline für absolut grandiose Fotos. Um natürlich ein tolles Motiv zu erhaschen, musste man zwischendurch auch mal den Kopf aus dem Fenster halten und bekam gleich eine Ladung Ruß von der Dampflok ins Gesicht – wir fühlten uns wie in eine andere Zeitepoche versetzt. Bei 3,5 Stunden Fahrt bekamen wir auch mal Durst und marschierten durch die anderen Waggons zum Getränkewagen. So bekamen wir auch einen guten Eindruck von den anderen Wagenklassen („Boxcar“, „Combination Car“, „Coaches“, „Concession Car“, „Premium Car“, „Caboose“). An verschiedenen Haltepunkten stiegen auch Personen zum Wandern und Zip Lining aus. Und das Zip Lining einfach ein großer Spaß ist, wussten wir ja bereits. Die Extrahalte müssen vor Abfahrt angemeldet werden. Tipp: Man sollte in Fahrtrichtung rechts sitzen, um die beste Aussicht zu bekommen. Übrigens können auch Motorradfahrer den Zug nutzen, die Bikes werden dann nachtransportiert, was allerdings über einen separaten Anbieter gebucht werden muss. Ein weiteres Highlight gibt es am Memorial Day, dann findet ein Rennen zwischen Radfahrern und Zug statt. Die Zeit verging natürlich viel zu schnell, und als wir in Silverton ankamen, fühlten wir uns wie in einen alten Westernfilm versetzt. Diese kleine, idyllische Stadt zog einen gleich in ihren Bann. Wir kamen uns vor wie in einer Filmstadt und eroberten dieses charmante Städtchen mit vielen kleinen Restaurants und Geschäften auf eigene Faust. Zugegeben, verlaufen kann man sich hier eigentlich nicht.

Unterwegs mit der Durango and Silverton Railway

Hoch oben in den San-Juan-Bergen

Silverton in Colorado

Wildwestfeeling in Silverton

Tom, unser liebenswerter Fahrer, erwartete uns schon mit dem roten Bus, der während unseres Trips unser zweites Zuhause geworden ist. Unser nächstes Ziel war der Black Canyon of the Gunnison National Parl. Also alle rein in den Bus und los ging’s. Man fährt auf der prachtvollen Panoramastraße Million Dollar Highway, die auch für größere Wohnmobile geeignet ist.

Wir überquerten den Red Mountain Pass, und aus dem CD-Player lief, während wir uns auf dem Weg abwärts befanden, „Free Falling“ – Schicksal? Doch Tom schien sich seiner Sache sehr sicher zu sein und kutschierte uns durch die kurvenreichen Straßen immer weiter hinab. Da wir ja aufgrund der Höhe in den Bergen immer viel trinken sollten, mussten selbstverständlich auch einige Pausen eingelegt werden. Dafür bot sich die kleine Stadt Ouray optimal an. Im Mouse’s Chocolates & Coffee gönnten wir uns Kaffee, Frappé und andere Köstlichkeiten. Übrigens ist Ouray auch sehr bekannt für Offroad Trails und Ice Climbing (im Winter). Man kann hier auch geführte Touren durch die Minen machen, dafür hatten wir aber leider keine Zeit – schade. Unser Tipp für Camper: Der 4J+1+1 RV Park in Ouray. Wir hätten hier noch ewig sitzen können, aber da ertönte Marcels Stimme, und wir schlenderten alle zum Bus.

Weiter ging es Richtung Black Canyon. Wir passierten Ridgway, wo die Grammy-Trophäen produziert werden – ach, gegen so ein kleines goldenes Männchen hätten wir auch nix einzuwenden gehabt. Auch hier gibt es einen tollen Campingplatz direkt am See, und zwar im Ridgway State Park. Kurz bevor wir den Black Canyon erreichten, fuhren wir durch Montrose. Wer etwas Zeit hat, der sollte unbedingt das Museum of the Mountain West besuchen. Und noch ein Tipp: In Montrose Sandwiches für das Mittagessen kaufen und im Black Canyon bei schönster Kulisse essen. Und da war er endlich: der Black Canyon of the Gunnison National Park – was für ein Canyon! Bei der Anfahrt würde man nicht vermuten, dass sich auf einmal ein so beeindruckender Canyon vor einem auftut. Der Name stammt von den fast schwarz anmutenden Felsen, die den steilen Rand des Canyons bilden. Mittags ist es hier am schönsten, da die Lichtverhältnisse für Fotos und die Sicht einfach fantastisch sind. Man kann sich kaum vorstellen, dass die Natur so etwas wundervolles geschaffen hat. Wir blickten in die Tiefe, und was sahen wir: Freeclimber, die sich den gewaltigen Canyon hochhangelten. Wir konnten kaum hinsehen, aber zugleich auch nicht weggucken. Der Canyon ist nicht so stark besucht (immer noch ein Geheimtipp), und daher konnten wir ungestört Fotos schießen. Die Hauptattraktion des Parks ist die Straße entlang des Südrands. Außerdem gibt es einen Campingplatz und viele befestigte und unbefestigte Wanderwege. Darunter ist ein unbefestigter Wanderweg vom Canyonrand hinunter zum Fluss, der Abstieg dauert etwa 4, der Aufstieg rund 6 Stunden. Aber auch dieses wunderschöne Fleckchen mussten wir wieder verlassen, denn es wartete ja noch eine leckere Weinprobe in Grand Junction auf uns.

Black Canyon of the Gunnison

Fam-Gruppe am Black Canyon

Grand Junction Winery in Colorado

Wine Tasting in der Grand Junction Winery

Dort wurden wir sehr herzlich und mit viel Freude empfangen. Von hier aus kann man den beeindruckenden Tafelberg Grand Mesa mit den steilen Book Cliffs sehen. Unglaublich, wie viel die Landschaft an jeder Ecke Colorados zu bieten hat! In der Whitewater Hill Vineyards & Winery bekamen wir dann verschiedene Weine zum probieren angeboten. Für die Touren in der Umgebung werden auch Transfers angeboten, oder man besucht die Weingüter per Fahrrad. Colorado ist international nicht unbedingt für den Weinanbau bekannt, aber hier werden qualitativ sehr gute Weine hergestellt, die alle sehr lecker schmeckten. Vom trockenen Chardonnay bis zum Eiswein haben sie dort alles im Angebot. Dieses Weingut ist auf jeden Fall einen Besuch wert, und man kann es sich hier bei Wein, Käse und Crackern richtig gut gehen lassen. Wir verabschiedeten uns dann von unseren herzlichen Gastgebern und fuhren weiter zu unserem Hotel Grand Vista. Mittlerweile kannten wir schon den Ablauf ganz gut: Koffer raus, einchecken, schnell etwas frisch machen, und weiter geht’s. Wir schlenderten auf der Main Street (Downtown) entlang. Grand Junction ist ein hübscher, kleiner Ort mit viel Kunst zum Anfassen, die direkt an der Straße ausgestellt wird. Der Ort ist nur rund eineinhalb Stunden von Moab entfernt, sodass sich von hier aus auch die Weiterfahrt in Richtung Utah empfiehlt. Am Abend kehrten wir im Rockslide Brew Pub ein, einem netten Restaurant mit gutem Essen, vielen Burgern auf der Speisekarte und selbst gebrautem Bier. Auch Vegetarier müssen hier nicht verhungern. Wir hatten ordentlich Spaß, lachten viel und fielen dann alle spätabends müde in unsere Betten.

Grand Junction Winery mit Blick auf den Tafelberg Grand Mesa

Blick von der Grand Junction Winery auf den Tafelberg Grand Mesa

Hier die Playlist der dritten Etappe:

1.: TV Theme – Denver Clan 14.: Buffalo Springfield – For what it’s worth
2.: Johnny Cash & June Carter – Jackson 15.: J. J. Cale – Travelin’ Light
3.: Eric Clapton – Layla 16.: Travers – I guess he’d rather be in Colorado
4.: Queen – Killer Queen 17.: Bob Dylan – The Man in me
5.: TV Theme – Chips – Die Motorrad Cops 18.: Green Day – When September ends
6.:  Sinatra – These boots are made for walking 19.: Bruce Springsteen – Dancing in the dark
7.: U2 – Beautiful Day 20.: Rolling Stones – Paint it black
8.: The Who – Pinball Wizard 21.: Movie Theme – Der letzte Mohikaner
9.: Yonder Mountain – 40 Miles from Denver 22.: The Boss Hoss – Hey Ya
10.: Handsome Hank – She’s the one 23.: Golden Earring – Radar Love
11.: H. Hank – Video killed the radio star 24.: Movie Theme – Für eine Handvoll Dollar
12.: The Byrds – Ballad of Easy Rider 25.: Jimi Hendrix – All along the watchtowe
13.: Robbie Williams – Mr. Bojangles

 

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21.September 2015  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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