Vancouver Island: Strom, Regen und Wale

Im wunderschönen Pacific Rim National Park auf Vancouver Island unterwegs

Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass uns die Zivilisation wieder eingeholt hat: Wir haben wieder Strom! Also haben auch die vielen netten Cafés wieder alles, um ein schönes Frühstück auf den Tisch zu zaubern. Während wir so bequem den leider etwas grauen Tag beginnen, müssen wir überlegen, welche Art von Whale Watching Tour wir unternehmen: sportlich im übermotorisierten Schlauchboot über die Wellen hüpfend oder eine Nummer gemächlicher mit einem stabil wirkenden Schiff, das auch über wind- und wettergeschützte Innenplätze verfügt? Um unsere Rücken zu schonen und da wir über keine Funktionsklamotten verfügen und es immer wieder bedrohlich nach Regen aussieht, buchen wir die gemütliche Variante.

Bis zur Abfahrt haben wir aber noch viel Zeit, sodass wir ein wenig die Gegend erkunden wollen und uns auf den Weg in den Pacific Rim National Park machen. Wir fahren zum Parkplatz am Schooner Cove. Dann wird es richtig schön, denn um zum Wasser zu kommen, muss man zunächst etwa zwanzig Minuten lang einen Wald durchqueren – einen Regenwald. Auf einem Weg aus Holzbohlen geht es vorbei an unglaublich hohen und unfassbar dicken Bäumen, die allesamt von Moos bedeckt sind.

Weg im wunderschönen Pacific Rim National Park auf Vancouver Island
Verwunschen sieht dieser Wald aus, überall rankt es, überall werden alte Baumstümpfe überwuchert, ragen krumme Äste in die abenteuerlichsten Richtungen und überall gilt es, Bachläufe und kleine Schluchten zu überqueren. In der Ferne ist das Rauschen des Pazifiks zu hören und, wenn man genau hinriecht, auch dessen würziges Aroma in der Luft zu bemerken. Und plötzlich steht man am Strand, umgeben von Felsen, kleinen Inseln und donnernden Wellen. Kein Wunder, dass diese Gegend ein Eldorado für Surfer ist. Uns genügt es aber schon, einfach nur am Strand entlangzuspazieren, die Augen auf den Boden gerichtet, um über die riesigen Muscheln und die merkwürdig dicken schlauchförmigen Algen zu staunen.


Am herrlichen Strand im Pacific Rim National Park auf Vancouver Island
Die Küste im Pacific Rim National Park auf Vancouver Island Felsen im wunderschönen Pacific Rim National Park auf Vancouver Island

Dann fahren wir zurück nach Tofino, denn unser Ausflug mit Jamie’s Whale Watching  – eine gute Wahl, wie sich schnell herausstellt – ruft. Wir werden freundlich begrüßt und ebenso herzlich geht es auch an Bord zu. Bruce, der Kapitän, klettert auf die kleine Brücke und dann geht’s auch schon los. Während die Leute mit Polar-Expeditions-Jacken an Deck bleiben, machen wir es uns im Inneren gemütlich. Keine schlechte Wahl, denn auf dem offenen Pazifik pfeift doch eine ordentliche Brise. Aber laut Bruce ist das Wetter ideal zum Whale Watching, kaum Wellen … Das Schiff stampft durch die See und alle heften ihre Blicke aufs Wasser, um nichts zu verpassen und die Tiere möglichst als Erstes zu sehen.

Whale Watching bei Vancouver Island

Und dann tauchen plötzlich die ersten Flossen aus dem Wasser auf: Orcas! Man weiß ja genau, wie diese Tiere aussehen, wo und wie sie leben, was sie so treiben und womit sie zu kämpfen haben. Aber wenn man sie plötzlich mit eigenen Augen sieht, knapp hundert Meter entfernt, wie sie majestätisch aus dem Wasser gleiten, man ihre weiße Zeichnung sieht, und wenn es noch dazu sechs oder sieben Stück sind, dann ist man doch zutiefst beeindruckt. Alle an Bord können plötzlich nur noch mit dem Finger zeigen und kriegen nur ein „There!“ heraus. Außer Captain Bruce, der über Lautsprecher ganz gelassen kundtut, um welche Tiere es sich genau handelt, seit wann sie sich in diesen Gewässern aufhalten und wie viele Junge darunter sind. Immer wieder verschwinden die Flossen kurz, um wenig später an anderer Stelle unvermittelt wieder aufzutauchen.

Dann lässt der Kapitän sie in Ruhe und steuert auf eine Stelle zu, an der er aus der Ferne die Fontäne eines Buckelwals gesehen hat. Leider bleibt es auch bei diesem fernen Kontakt, der Wal taucht nicht mehr auf. So ist das eben in der freien Natur. Dafür gibt es kurz darauf ein paar Seelöwen zu sehen, die neugierig unser Schiff beäugen. Wir steuern nun eine geschützte Bucht an, in der ein Grauwal gewissermaßen gerade beim Mittagessen ist. Und tatsächlich, er lässt nicht lange auf sich warten. Ganz in der Nähe sprudelt unvermittelt Wasser in die Höhe und dazu taucht ein grauer Körper auf. Man sieht nur einen kleinen Teil und kann doch ahnen, wie viel sich noch vor den Blicken verbirgt. Dann ist er wieder verschwunden. Aber nur kurz, schon taucht er ganz in der Nähe wieder auf. Vier-, fünfmal können wir ihn so sehen. Dann müssen wir leider langsam wieder den kleinen Hafen von Tofino ansteuern. Die dreistündige Whale Watching Tour ist schnell vergangen, die Erinnerungen an diese Begegnungen werden aber noch lange bleiben.

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16.Februar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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