St. John’s – Port Rexton – Twillingate

Blick auf den Hafen von St. John's Eisberg im Atlantik bei Twillingate

Heute geht unsere Reise durch Neufundland endlich los. Nach der größeren Stadt St. John’s werden wir jetzt überwiegend Dörfer und Natur sehen – und können es kaum erwarten! Am Morgen schauen wir uns erst einmal drei kleine Fischerdörfer an, die eine knappe Stunde von St. John’s entfernt liegen: Heart’s Delight, Heart’s Desire und Heart’s Content. Die Namen stammen vermutlich von Fischerbooten und wurden von den Besatzungen auf die kleinen Küstenorte übertragen. Heart’s Content ist sogar berühmt, denn hier erreichte 1866 das erste transatlantische Telegrafenkabel den nordamerikanischen Kontinent. Die Geschichte der Kommunikation und die Bedeutung für Neufundland sowie ganz Nordamerika werden im Museum Cable Station hervorragend dargestellt.

Nach insgesamt rund 260 Kilometern erreichen wir Port Rexton auf der Bonavista Peninsula und checken im Fisher’s Loft Inn ein. Hier fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Man kann diese Unterkunft mit Recht als „Juwel von Neufundland“ bezeichnen. Die Eigentümer Peggy und John Fisher haben hier in mehreren Gebäuden im landestypischen Stil und mit vor Ort gefertigten Möbeln eine kleine Oase geschaffen. Wir beziehen unsere gemütliche Suite (in der übrigens Kevin Spacey gewohnt hat, als er ganz in der Nähe den Film Schiffsmeldungen gedreht hat). Das kleine Restaurant ist bekannt für sein hervorragendes Essen – die meisten Zutaten werden organisch im eigenen Garten angebaut. Zum Essen sollte man sich am besten gleich beim Check-in anmelden, da es nur begrenzt Plätze gibt. Jeden Abend wird hier ein Menü mit vier Gängen aufgetischt, besondere Wünsche werden natürlich berücksichtigt. Wir können unser Glück kaum fassen, als wir beim fantastischen Dinner mit hervorragendem Wein auch noch Wale in der Bucht entdecken!

Wir konnten auch einen Blick in ein paar andere Zimmer werfen. Die Standardzimmer sind ebenfalls gemütlich eingerichtet, haben aber meist keinen Blick auf die Bucht. Ich würde auf jeden Fall ein De-luxe-Zimmer oder eine Suite empfehlen und rate dringend dazu, zwei Nächte zu buchen – so schnell möchte man hier nämlich nicht wieder weg!

Am nächsten Morgen gibt es leckere Blaubeerpfannkuchen im Restaurant. Jeden Tag wird eine andere warme Speise (Bacon and Eggs, French Toast usw.) angeboten, dazu gibt es ein kleines Büfett. Auf Empfehlung von John Fisher verlassen wir nach dem Frühstück nicht den Ort, sondern machen uns zunächst auf den Weg zum nahe gelegenen Skerwink Trail. Der gut fünf Kilometer lange Wanderweg führt um ein Kliff herum und bietet tolle Aussichten auf den Atlantik. Unsere Entscheidung war goldrichtig; hier fühlt man sich wie in den schottischen Highlands! Für uns ist das auf jeden Fall einer der schönsten Wanderwege von denen, die wir kennen! Immer wieder haben wir den Eindruck, dass in der Ferne Wale auftauchen, aber ganz sicher sind wir uns nicht. Einen wunderbaren Ausblick hat man auch auf das Örtchen Trinity, in dem der Film Schiffsmeldungen gedreht wurde. Die Filmkulisse kann übrigens auch heute noch besichtigt werden.

Auf dem wunderschönen Skerwink Trail unterwegs Blick auf den Atlantik vom Skerwink Trail aus

Für einen ausführlichen Besuch des Terra Nova National Parks bleibt leider keine Zeit mehr, wir machen dafür aber einen kurzen Abstecher nach Salvage, der wie ein Outpost malerisch ganz am Ende einer Landzunge liegt. Hier bieten sich kleine Wanderungen entlang der Felsenküste an. Mit dem leckeren Inhalt unserer Lunchbox aus dem Fisher’s Loft Inn machen wir es uns auf einer Picknickbank gemütlich und genießen die frische Meeresluft. Wenn man mittags nicht immer in Restaurants essen und nicht lange suchen möchte, bis man etwas zu essen findet, sollte man sich am Abend in seinem Hotel eine Lunchbox für den nächsten Tag bestellen. Für wenig Geld bekommt man ein Sandwich, Obst, Müsli- oder Schokoriegel und ein Getränk. Diesen Service bieten fast alle Inns und Hotels in dieser Region. So kann man sich mittags ein schönes Plätzchen in der Natur suchen und hat seine Verpflegung gleich dabei!
Über die Road to the Isles fahren wir am Nachmittag bis nach Twillingate, einem ehemaligen Outpost. So werden Orte bezeichnet, die lange Zeit nur per Schiff erreicht werden konnten und ihre eigene kleine Infrastruktur hatten. Später hat man in Neufundland versucht, diese Outposts abzuschaffen, um die Kosten für die Versorgung zu senken. Allerdings hatten sich viele Neufundländer an das Leben in diesen abgeschiedenen Regionen gewöhnt und wollten nicht mehr in größere Orte oder Städte ziehen. So gibt es immer noch einige Outposts, die aber heute meist auch per Straße zu erreichen sind.

 Twillingate – „Iceberg Capital of the World“

Kurz bevor wir Twillingate erreichen, wird es aufregend: Wir haben unseren ersten Eisberg entdeckt! Hier gibt es überall wenig Verkehr, also halten wir gleich am Straßenrand an, um schnell ein Foto zu machen. Twillingate wird auch „Iceberg Capital of the World“ genannt. Zwischen Mai und Juli hat man die besten Chancen, hier eine Ansammlung von Eisbergen zu sehen. Man kann mit verschiedenen Anbietern Bootstouren unternehmen.

Unsere heutige Unterkunft in Twillingate ist das Harbour Lights Inn, ein kleines B & B mit Blick auf den Hafen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass man am Eingang die Schuhe ausziehen muss … Die Zimmer sind sauber und relativ neu renoviert, aber nicht modern. Die Unterkunft ist aber absolut in Ordnung und auf jeden Fall eine gute Wahl in Twillingate.

Das Harbour Lights Inn in Twillingate

Am Abend machen wir uns auf den Weg, um ein Restaurant zu finden. In diesem Ort muss man einfach Fish & Chips essen, und so fragen wir kurzerhand einige Einheimische nach der besten Adresse. Wir landen schließlich bei R & J’s direkt am Hafen, in dem größtenteils nur Locals essen. Die üblichen Plastiktischdecken in solchen Restaurants finden wir zwar gewöhnungsbedürftig, aber die total leckeren Fish & Chips und ein kühles Bierchen überzeugen uns davon, richtig gelandet zu sein.

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30.Juli 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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