Mit dem Wohnmobil entlang der Old Route 66

im Ariston Café

Heute steht eine weitere Etappe auf der Route 66 auf dem Programm. Diese führt teilweise gesplittet gen Süden, denn die ursprüngliche Route wurde später überarbeitet, so dass es teilweise doppelte Strecken gibt, eine die die Bezeichnung Old Route 66 oder die Jahrgänge 1926-30 oder 1930-40 führt, und eine die mit 1940-77 bezeichnet wird. Wir wählen zumeist die ältere Strecke und die führt dann auch das eine oder andere mal sehr überraschend ab vom Highway durch Gegenden, die heute absolute Wohngebiete und teilweise bis auf 25 Meilen pro Stunde verkehrsberuhigt sind.
Doch gibt es einige Orte auf dem Weg, die einen guten Einblick geben, wie es früher ausgesehen haben mag, als die Route 66 noch die Hauptverbindung von Ost nach West war. Die alten Häuser sind zumeist noch erhalten, manche gepflegt, andere weniger. Diverse Städtchen wie Atlanta, Lincoln oder vor allem das besonders nette Carlinville verfügen über einen Historic District, viele über herausgeputzte Courthouses, so dass sich der eine oder andere Stopp durchaus lohnt.

Bei Auburn fahren wir auf einem Stück Route 66, welches für 1,4 Meilen mit roten Ziegeln bestückt ist. Sonst ist die Straße zumeist modernisiert und in ordentlichem Zustand. Nur wenige Teilstücke sind noch im Original erhalten und befahrbar. Trotzdem zieht sich unsere Tagesetappe natürlich, denn die zwischendurch erlaubten 55 Meilen pro Stunde werden ständig wieder durch Ortschaften mit geringerer erlaubter Geschwindigkeit unterbrochen. Und genau deswegen haben wir die Strecke gewählt. Es ist viel entspannter und interessanter als auf der Interstate, die zeitweilig parallel zu sehen ist.

Ariston Café Außenansicht

Rechtzeitig zur Mittagszeit erreichen wir Litchfield und finden an einer Kreuzung schnell den Tipp meiner Eltern: The Ariston Café. Eine Institution, die seit 1924 im Familienbesitz ist und den Reisenden Speis und Trank bietet. Eine große Auswahl im Diner-Stil, ganz besonders lecker sind jedoch die mächtigen Kuchen, mit denen man im Zweifel auch starten kann. Am Nachmittag erreichen wir Collinsville, welches über eine sehenswerte Historic Downtown verfügen soll. Zudem soll hier die Fundstätte der größten indianischen Siedlung nördlich von Mexiko liegen. Wir finden weder noch und steigen zur Orientierung in Uptown aus. Als ob er uns erwartet hätte begrüßt mich unverzüglich Terry, der Town Supervisor. Sehr viel Touris bekommt er wohl nicht zu sehen, umso herzlicher unsere Begrüßung. Overwhelming! „Welcome, where are you from? All the way down from California?“. Nein, das Nummernschild täuscht, kläre ich ihn auf, wir kommen aus Deutschland und suchen die Cahokia Mounds, diese Siedlung der Eingeborenen, die zwischen 900 und 1200 bewohnt war. „Wow, that’s wonderful, you’ll love it!“. Wir glauben ihm was bleibt uns anderes übrig. Er läuft ins Auto, dann in sein Büro, kommt zurück, läuft nochmal ins Büro und stattet uns mit 3 verschiedenen Karten aus. Den Weg zu den Cahokia Mounds erklärt er uns dennoch lieber ohne Karte, die hätte er auch noch nie angeschaut.

Der Interpretive Center ist gigantisch. Super groß verfügt er über eine wirklich tolle Ausstellung zum rekonstruierten Leben der Bewohner vor Tausend Jahren. Die Mounds sind Hügel und je nach Form dienten sie unterschiedlichen Zwecken.

Mounds Hügel in Collinsville in Illinois

Runde Hügel waren Grabhügel, abgeflachte hatten Häuser auf dem Buckel, die der Gemeinschaft dienten oder Sitz des Häuptlings waren. Insgesamt ähnelte das meinem Eindruck nach sehr dem, was ich schon in Mexiko bewundert hatte. Hier lebte eine aus bis heute nicht erklärlichen untergegangene Kultur in stadtähnlicher Größe mit bis zu 20.000 Einwohnern, sozialen Strukturen und organisierten Abläufen.
Wir spazieren entlang der Wege an den Mounds vorbei. Die Monks Mound können wir sogar besteigen. Sie ist von der Grundfläche größer als die Cheops Pyramide in Ägypten. Und es ist immer noch super heiß. Gut dass wir uns vorher noch mal mit Sonnenschutz eingecremt haben.

Arch in St. Louis

Von der Monks Mound können wir bis nach St. Louis gucken und sehen in der Ferne den berühmten Arch. Wir fahren noch einhundert Meter in diese Richtung und entscheiden dann, auf dem Safari RV Park in Fairmont zu übernachten. Es ist kein schöner Campground, aber wir haben Strom für die Klimaanlage und können endlich den beim Ersteinkauf erstandenen Grill einweihen!

an der Route 66 Safari RV Park in Fairmont an der Route 66

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20.September 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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