Von Nova Scotia nach New Brunswick

Jake’s Landing am Kejimkujik Lake

Kanuverleih am Jake’s Landing am Kejimkujik Lake

Der Kejimkujik National Park in Nova Scotia und weiter nach New Brunswick

Schon früh am Morgen starteten wir nach einem guten Frühstück im White Point Beach Resort und einem herrlichen Sonnenaufgang am Strand in den Tag. Leichter Nebel lag fast schon etwas mystisch über Wiesen und Wäldern, doch das trübte unsere Vorfreude auf den bevorstehenden Tag ganz und gar nicht. Wir fuhren weiter durch Nova Scotia entlang wenig befahrener Straßen, die links und rechts von zahlreichen sattgrünen Bäumen gesäumt waren. Unser Ziel war nun der Kejimkujik National Park! Dort fiel uns als Erstes die unglaubliche Stille auf. Es schien, als wären wir die einzigen Besucher im ganzen Park gewesen – und das trotz der Hochsaison!

Wir waren plötzlich ganz aufgeregt, als wir am Wegesrand ein Reh sahen, das in aller Ruhe auf Futtersuche war. Schnell versuchten wir, ein Foto zu schießen, bevor es wieder im Unterholz verschwinden würde. Dabei wurde uns dann bewusst, dass wir gerade mitten in der Natur waren. Der 1974 gegründete Park teilt sich in einen Hauptpark im Landesinneren sowie einen an der Küste gelegenen Nebenpark. Wir besuchten den Hauptpark, der mit seinen zahlreichen Wäldern, malerischen Seen und traumhaften Ausblicken viele Wanderer und Naturliebhaber verzaubert. Wer möchte, kann im Park campen und Zeuge der unberührten Natur werden. Am besten lässt sich dort alles per Kanu, Kajak oder Fahrrad erkunden. Es gibt auch zahlreiche Wanderwege, bei denen sich aufgrund der Länge auch Übernachtungen in einem Zelt anbieten. Jake’s Landing am Kejimkujik Lake war dort unser erstes Ziel. Beinahe magisch lag der See ruhig und überzogen mit weißen Nebelschwaden vor uns. Wir mieteten mehrere Kanus bei den Keji Outfitters und erkundeten die faszinierende Natur vom Wasser aus. Nachdem wir eine Stunde paddelten und uns wortwörtlich treiben ließen, legten wir entspannt wieder an. Anschließend ging es weiter zu den Mersey River Chalets – was für eine idyllisch in die Natur eingebettete Anlage! Wir waren allesamt sprachlos und einfach nur begeistert von dieser traumhaften Unterkunft, die besonders für Naturliebhaber genau das Richtige ist. Moosbewachsene Bäume, üppige Farne, wunderschöne Ausblicke auf den Fluss und das Geräusch zirpender Zikaden im Hintergrund gibt es dort zu erleben. Wer absolute Ruhe und Abgeschiedenheit inmitten der fantastischen Natur sucht, ist hier genau richtig! Wohnen kann man entweder in den einfachen Lodgezimmern oder in den einzeln auf dem Gelände stehenden Chalets, die besonders für längere Aufenthalte super geeignet sind. Und wer sich etwas sportlich betätigen möchte, der kann jederzeit mit dem Kanu oder Kajak kostenlos die umliegenden Gewässer erkunden. Hier legten wir – zusammen mit einem richtig niedlichen und sehr interessierten Eichhörnchen – auch unsere Mittagspause ein.

Kejimkujik Lake Kanufahrt

Entspannte Kanufahrt auf dem Kejimkujik Lake

Eichhörnchen an den Mersey River Chalets

Ein Eichhörnchen leistet uns Gesellschaft beim lunch

Von Annapolis Royal über die Bay of Fundy nach Digby

Der Weg führte uns weiter nach Annapolis Royal – eine der ersten Siedlungen mit dem Fort Anne. Und wer Backwaren aus der Heimat vermisst, findet hier eine deutsche Bäckerei mit einigen Leckereien. Die dortige Gegend lockt mit Apfelplantagen und Weingütern, da diese Region durch die schützenden Hügel wärmer ist als die restlichen Gebiete in Nova Scotia. Wir passierten einen Arm der Bay of Fundy und kamen immer wieder an romantischen und oftmals in den schönsten Farben angemalten Häuser vorbei. Wie unbeschreiblich grandios muss es hier im Indian Summer sein, der in Nova Scotia allerdings etwas später beginnt als im restlichen Kanada. Etwa ab Mitte Oktober, je nach Wetter natürlich, kann man hier die Bäume in den beeindruckendsten Farben bestaunen. In den schönsten Farbtönen von Gelb über Orange bis hin zu Rot erstrahlen die Blätter regelrecht, spiegeln sich in tiefblauen Seen wider und lassen die Landschaft unvergesslich aussehen. Als es für uns entlang der Küste weiterging, wurden wir von einem kräftigen, sintflutartigen Regenschauer überrascht – unserer guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Langsam fuhren wir weiter in den Ort Digby, der nicht nur durch die Hummer, sondern vor allem durch seine Jakobsmuscheln bekannt wurde und daher auch als die „Capital of Scallops“ bezeichnet wird. Unterwegs legten wir zur Stärkung bei der sicher bekanntesten kanadischen Fast-Food-Kette Tim Hortons einen Halt ein, wo wir schon wieder von herrlichem Sonnenschein erwartet wurden – so schnell kann sich das Wetter in Nova Scotia ändern! Nach leckeren Wraps, Bagels und natürlich Donuts ging es weiter nach Digby zum Fährhafen.

Bay Ferries MS Fundy Rose

Die MS Fundy Rose am Hafen von Digby

Von Digby Nova Scotia nach Saint John in New Brunswick

Auf der Brücke der MS Fundy Rose, Bay Ferries

Gut gegessen im Saint John Ale House

Eine Stunde vor der Abfahrt checkten wir für die Fährfahrt von Bay Ferries nach Saint John in New Brunswick ein. Das war ganz einfach und unkompliziert, wir mussten am Kontrollhäuschen nur unseren Voucher vorzeigen. Das Auto konnten wir während der Wartezeit noch verlassen und uns etwas die Beine vertreten. Es gibt dort auch ein kleines Häuschen mit Wartebereich, Sanitäranlagen und ein paar Snacks. Dann wurde es Zeit, das Auto auf die Fähre zu fahren. Die Mitarbeiter zeigten uns dort die Parklücken an Bord, damit möglichst eng geparkt und so Platz gespart wird. Wichtig: Die Handbremse sollte man grundsätzlich anziehen, damit der Wagen auch bei Wellengang sicher auf seinem Platz stehen bleibt. Alle Passagiere müssen ihre Fahrzeuge während der Fahrt verlassen, also sollte man auch alles, was man während der Fährüberfahrt benötigt, mitnehmen. Die Parkdecks sind in dieser Zeit aus Sicherheitsgründen komplett abgeschlossen. An Bord angekommen, waren wir auf einem modern ausgestatteten Schiff mit Café, Restaurant, Lounge mit Fernseher, einem Geschenkeladen, einem Informationsbereich und auch einem kostenfreien W-LAN. Das absolute Highlight: Wir kamen sogar in den Genuss, die Brücke des Schiffes zu besuchen und somit einen Einblick in den Alltag des Kapitäns und seiner Mannschaft zu erhaschen. Hier erfuhren wir mehr über die Koordinaten und Navigation des Schiffes, spannende Geschichten und das Leben auf See. Nach etwa zwei Stunden Fahrt kamen wir wohlbehalten in Saint John an. Bei Sonnenuntergang und der Fahrt über die Saint John Harbour Bridge eröffnete sich ein herrlicher Blick auf die Skyline der Stadt. Schon bald erreichten wir unser Hotel für die heutige Nacht, das Hilton Saint John direkt am Hafen. Unser Tipp für ein richtig gutes Abendessen und eines der besten Restaurants der ganzen Reise: das Saint John Ale House. Die Chefköche legen wert auf regionale Produkte und gehen zum Einkaufen auf lokale Märkte, besuchen Bio-Bauernhöfe oder kaufen von örtlichen Fischern. Die Speisekarte verändert sich immer wieder und hängt nicht nur von der Verfügbarkeit der Produkte ab, sondern auch von der Kreativität und Neugier der Köche. Wir probierten alle unterschiedliche Gerichte und waren richtig begeistert!

 Skyline von Saint John

Die Skyline von Saint John erleuchtet von der untergehenden Sonne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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17.November 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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