Mount St. Helens und weiter zum Pazifik

Mount St. Helens in Oregon

Mount St. Helens am Horizont

An diesem Tag wollten wir ein Stück in Richtung der Küste Oregons fahren. Kurz nach Mittag erreichten wir das Mount St. Helens Visitor Center am wunderschönen Silver Lake. Der Vulkan brach 1980 aus, wodurch der Berg die ganze Nordflanke verlor. Eine sehr interessante Ausstellung erzählt die ganze Geschichte. Gern wären wir zum Visitor Center direkt am Mount St. Helens gefahren, wobei man dicht an den Berg herankommen würde, aber das wären dann noch mal 75 Minuten je Richtung gewesen. Es war uns doch zu weit mit unserer fiebrigen Karlotta.

Wir beschlossen, stattdessen in den nächstgrößeren Ort zu fahren, nach Longview (rund 25 Kilometer entfernt) am Columbia River, um mit Karlotta zum Arzt zu gehen. Wir sahen dort zwar einige Kinderarztpraxen, aber da wir keine Amerikaner sind, mussten wir ein Krankenhaus ansteuern. Wir stellten uns auf lange Wartezeiten ein, doch als wir in die Notaufnahme kamen, wurden wir gleich drangenommen. Nach den Untersuchungen konnten wir aufatmen: Karlotta hatte offenbar nichts Ernstes, brütete vielleicht etwas aus, bekam gerade Zähne oder hatte einen Wachstumsschub – who knows … Erleichtert machten wir noch schnell ein paar Einkäufe bei Safeway und fuhren dann zum Mount St. Helens KOA Campground in der Nähe, denn es war schon spät geworden. Karlotta war nach dem ganzen Trubel schon ziemlich früh müde und schlief zum ersten Mal für ihre Verhältnisse sehr gut – und wir somit auch. Mit der Ermäßigungskarte von CANUSA bekommt man übrigens auf allen KOA-Plätzen in den USA einen Rabatt von 10 Prozent. Die privaten Campingplätze sind immer etwas teurer als die staatlichen, dafür hat man dort aber auch Waschmöglichkeiten (Waschmaschinen und Trockner), einen Spielplatz und einen kleinen Kiosk.

Die Brauerei Rogue Ales & Spirits

Am Tag darauf war das Wetter einfach herrlich, sodass wir draußen in der Sonne frühstücken konnten. Mit Karlotta gingen wir noch zum Spielplatz, während im gut ausgestatteten Campingplatz eine Maschine mit unserer Wäsche lief. An diesem Tag wollten wir bis Astoria fahren und damit schon die Küste Oregons erreichen. Am Ortseingang entdeckten wir direkt am Columbia River die Brauerei Rogue Ales & Spirits. Kay hatte schon viel Gutes davon gehört, und es gab hier ein nettes Restaurant mit einem Tasting Room direkt an einer Pier – also nichts wie hinein! Wir genossen ein verspätetes Lunch mit Fish and Chips und einem sehr leckeren Bier. Dort hatten wir echt die Qual der Wahl, denn es standen uns elf verschiedene Biersorten direkt vom Fass zur Verfügung! Oregon ist ja der US-Bundesstaat mit den meisten Microbreweries – und die können sich mit ihrem sehr guten Bier auch wirklich sehen lassen. Für uns war der Gewinner in der Rogue-Brauerei der „Dead Guy“ – ein leckeres dunkles Bockbier im German-style, yummi!

Campground Mount St Helens

Mt St Helens Campground

Astoria in Oregon

Kleine Hafenstadt Astoria in Oregon

 

 

 

 

Weiter zum Fort Stevens State Park

Da es mittlerweile schon später Nachmittag war, beschlossen wir, auf einen Bummel durch Astoria zu verzichten und zum nahe gelegenen Fort Stevens State Park zu fahren. Dort waren wir überrascht von der Größe des Parks. Allein zur Registrierung für den Campground standen vier Counter zur Verfügung. Der Campingplatz kam uns riesig vor mit den über 200 großen und gut voneinander getrennten Stellplätzen, alle in unterschiedliche Bereiche eingeteilt und mit schönen alten Bäumen, sodass man seinen direkten Nachbarn nur durch die Bäume erahnen kann. Im Park gab es viele Fahrradwege, worüber wir uns sehr freuten – endlich die Räder auspacken und ein bisschen radeln! Aber als wir startklar waren, schlug das Wetter um und zogen dicke Wolken auf. Dennoch wollten wir ein bisschen radeln und fuhren mit Karlotta im Hänger zum Strand: Endlich ist er da, der Pazifik! Dort am Strand sahen wir das 100 Jahre alte Schiffswrack, oder eher das, was davon übriggeblieben ist. Aufgrund des starken Windes und null Sicht entschlossen wir uns, den Strandbesuch auf den nächsten Tag zu verschieben. Wir radelten weiter durch moosige Wälder, wobei ein bisschen Regenwaldstimmung aufkam. Nach der kleinen Tour kamen wir dann gut gelaunt zurück zum Camper und machten uns für den Abend ein Lagerfeuer – natürlich durfte dabei eines der frischen Biere aus der Brauerei nicht fehlen!

Fort Stevens State Park Oregon

Radeln im Fort Stevens State Park

Schifwrak an der Küste Oregons

100-jähriges Schiffswrack Fort Stevens State Park

Campgrounds für die nächsten Tage

Wir beschlossen, noch eine weitere Nacht dort zu bleiben, weil wir am Tag davor erst so spät am Nachmittag ankamen und es im Park noch viel zu entdecken gab. Nach dem Frühstück fuhren wir kurz in den Supermarkt, um noch ein paar Einkäufe zu erledigen, und nutzten das WLAN bei Starbucks – natürlich inklusive Kaffee! Da wir im State Park keinen Telefon- und Internetempfang hatten, nutzten wir die Zeit, um noch für das Wochenende Campgrounds an der Küste zu reservieren. Im State Park wurde gesagt, dass die beliebten Ziele – am Cannon Beach und in Nehalem – für das Wochenende bereits ausgebucht waren. Dorthin wollten wir eigentlich. Wir probierten trotzdem, telefonisch zu reservieren, und wir hatten Glück: Für Samstag gab es noch eine Nacht am Cannon Beach – die nahmen wir auch gleich. Sonntag würden wir in Nehalem und Montag am Cape Lookout State Park unterkommen: überall die letzten Plätze. Damit hatten wir zu dieser Jahreszeit gar nicht gerechnet. Also mussten wir nur eine Nacht überbrücken. Unser Tipp: Die Campinglätze in den State Parks Oregons sind super, die besten, die wir auf unseren vielen Reise bislang gesehen haben. Immer sehr sauber, großzügige angelegte Stellplätze, meistens mit Anschlüssen. Die Broschüre der Campgrounds ist vor Ort überall kostenlos erhältlich oder alternativ online abrufbar. Zurück im State Park bezogen wir einen neuen Stellplatz, denn der von der vorigen Nacht war bereits für diesen Abend vergeben. Wir nahmen gleich die Fahrräder und den Hänger und radelten zum Strand – dort liefen wir einfach, und liefen und liefen … Karlotta schlief unterwegs in der Manduca. Das Wetter war leider immer noch bewölkt und diesig, und es gab einen leichten Nieselregen. Aber irgendwie gehört das eben zur Pazifikküste dazu. Karlotta setzten wir in ihrer Matschhose noch ein bisschen in den Sand, und danach wollten wir etwas radeln. Abends grillten wir sehr leckere Steaks, während die Kleine im Camper schlummerte. Mittlerweile hatten wir übrigens zwei Backenzähne bei ihr entdeckt und erklärten uns damit das ständige Fieber.

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3.Februar 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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