Molokai – ein Inselparadies ohne jegliche Verkehrsampel

Schon die Anreise von Maui nach Molokai lässt erahnen, dass es sich bei meinem heutigen Ausflug auf die Nachbarinsel um einen Abstecher in das ursprüngliche Hawaii handelt.

Angekommen am Flughafen Kahului auf Maui erfuhr ich, dass mein strategisch günstig ausgewählter Parkplatz nun doch nicht so optimal war, da die Abfertigung nicht am Hauptterminal, sondern am „Commuter Terminal“ stattfand. Zum Glück handelte es sich ja nicht um einen Großflughafen auf Maui, sodass ich trotzdem zu Fuß meinen Abfertigungsschalter von „Mokulele Air“ erreichen konnte.

Hier erwartete mich dann die nächste Überraschung. Nach einem freundlichen „Aloha“ und der Nachfrage nach meinem Namen erfolgte die Aufforderung, sich auf die Waage zu stellen. Aber nein, nicht wie gedacht nur das mitgeführte Gepäck, sondern auch ich. Nach einer kurzen Wartezeit stand die Angestellte der Fluggesellschaft von ihrem Sitz hinter dem Counter auf, schaute auf ihre Liste und teilte uns mit, in welcher Reihenfolge wir im Flugzeug sitzen sollten. Sie ließ uns in zwei Reihen aufstellen, dann erschien der Pilot und in dieser Formation ging es nun zum Flugzeug. Den Gleichschritt bekamen wir zwar nicht so ganz hin, aber die richtigen Plätze nahmen wir schon ein. Es handelte sich um eine 9-sitzige Propellermaschine.

Der 20-minütige Flug verging sehr schnell. Durch die geringe Flughöhe hatte man einen herrlichen Blick auf Maui, Lanai und zu guter Letzt auf Molokai, wären da nicht immer wieder Wolken gewesen, die die Sicht etwas einschränkten. Der Ausstieg aus dem Flugzeug erfolgte in ähnlicher Art und Weise, nur dass wir nicht in Formation gehen mussten, sondern lediglich als Gruppe zusammen mit dem Piloten.

Hinter dem kleinen Schalter von Alamo strahlte mich schon ein freundliches Gesicht an. Ist es eine reinblütige Hawaiianerin? Fast die Hälfte der rund 8.000 Einwohner, so habe ich gelesen, ist noch mehr oder minder reinblütiger hawaiianischer Abstammung – der höchste Prozentsatz von allen Inseln. In jedem Fall kannte sie sofort meinen Namen. Welch’ Wunder, bei der „großen“ Anzahl an Fluggästen, die mitkamen; war ich doch die einzige gewesen, die ein Auto gemietet hatte. Die Abfertigung verlief schnell und schon war ich im Besitz eines Jeeps, obwohl ich nur einen „Economy“ gebucht hatte.

Ein Schild fiel mir sofort ins Auge: „Slow down – this is Molokai“, ja und so erlebte ich die Insel auch. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Erinnerungen an die „Outer Islands der Bahamas“ kamen hoch.

Molokai ist etwas kleiner als der Stadtstaat Hamburg. Es lässt sich dort leicht zurechtfinden, da nur eine Hauptstraße Richtung Westen und eine Richtung Osten führt. Die Insel lebt zum größten Teil von Landwirtschaft. An der Nordküste befindet sich die höchste Meeresklippe der Welt mit einer über tausend Meter hohen senkrechten Wand. Während Ost-Molokai bergig ist, zeichnet sich der Westen durch eine relativ flache Landschaft aus. Es gibt einige sehr schöne Strände, unter anderem den längsten weißen Strand von ganz Hawaii. Jedoch muss man im Westen aufgrund der Strömung mit dem Baden etwas aufpassen, an der Ostküste liegen die Badebuchten durch ein Riff geschützter. Herrliche Schnorchelmöglichkeiten findet man dort.

Auf der ganzen Insel gibt es – Ferienwohnungen eingerechnet – nur etwa 800 Zimmer, so viele wie ein einziges mittelgroßes Hotel in Waikiki unter einem Dach bietet. Eine landestypische Unterkunft findet man im Hotel Molokai. Schon bei Ankunft am Hotel empfing mich eine absolute Ruhe. Vom offenen Restaurant hat man einen herrlichen Blick auf die Insel Lanai, der schmale Strand lädt zu Spaziergängen ein. Die Türen werden weder beim Auto noch bei den Zimmern abgeschlossen, Uhren braucht man nicht.
Entspannung pur !

Meine Zeit war leider sehr begrenzt. Ich konnte nur ein kleines Stück den Highway 450 Richtung Osten anfahren. Die kurvenreiche Straße führt entlang der Küste. Immer wieder begeisterten mich kleine Ansammlungen von Palmen. Außerdem entdeckte ich Steinwälle im Meer. Später erklärte man mir, dass es sich um Fischteiche handelt, die vermutlich bereits im 13. Jahrhundert von den polynesischen Siedlern angelegt wurden. Ein kurzer Stopp dann noch an der St. Joseph Church, einer der beiden Kirchen, die Father Damien Ende des letzten Jahrhunderts baute. Zur Leprakolonie, die heute teilweise noch bewohnt wird, schaffte ich es heute nicht mehr. Auch das grüne Halawa Valley am Ende der Straße oder ein Besuch des Molokai Forest Reserve musste ich von meiner Liste streichen. Trotzdem, mich hat der Molokai-Virus gepackt. See you soon! Aloha!

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19.April 2010  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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