Die CANUSA Gruppe unterwegs in Lund und Telegraph Cove

Der Campground in Telegraph Cove

Campground in Telegraph Cove

Auch an diesem Morgen waren wir alle schon sehr früh wach und voller Tatendrang. Andreas hatte jedoch den Vogel abgeschossen – und im wahrsten Sinne des Wortes auch fast den Bären. Kurz nach Sonnenaufgang hatte es ihn nicht mehr im Bett gehalten, er machte sich zum Joggen auf den Weg und lief über die Schotterstraße. Nach 45 Minuten einsamen Laufens in der Wildnis gab es dann für ihn die Krönung: Ein Schwarzbär stand vor ihm und wollte offenbar einen kleinen Wettlauf machen.

Andreas lehnte das jedoch mit größtem Respekt ab und tat dann genau das, was man eigentlich nicht tun sollte: Er lief davon und auf dem kürzesten Weg zurück zum sicheren Campingplatz. Der Bär war scheinbar noch zu verschlafen und hatte es vorgezogen, einfach auf seinem Wege zu bleiben.

Noch vor dem Frühstück gingen wir alle zu Fuß zum nahen Desolation Resort. Auf dem Weg dorthin hofften wir, ebenfalls den Bären zu sehen, begegneten aber lediglich zwei niedlichen Rehen, die uns neugierig nachschauten. Direkt am See stehen die unterschiedlich großen Holzgebäude des Resorts. Wir fanden, dass sie ideal dafür sein würden, ein paar ganz entspannte Tage zu genießen. Nach einem kurzen Rundgang über das gesamte Gelände trieb uns der Hunger zurück zu unseren Fahrzeugen. Nachdem wir alles verstaut und aufgeräumt hatten, ging es weiter zum rund 8 Kilometer entfernten Städtchen Lund. Dort endet nicht nur die Straße, es kam uns auch so vor, als würde die Zeit stillstehen. Für uns war es ein sehr gemütlicher kleiner Ort, um einen tollen und authentischen Kaffee zu trinken. In Nancy’s Bakery frühstückten wir sehr gut und konnten einen großartigen Blick auf den kleinen Hafen und die Segelboote genießen – da schmeckte das gute Essen gleich noch mal besser!

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Die Nancy’s Bakery am Hafen von Lund

 

 

 

 

 

 

 

Die Weite von Vancouver Island

Nachdem wir noch unsere Brotvorräte aufgefüllt hatten, ging es zurück bis nach Powell River. Nach einem kurzen Tankstopp erreichten wir etwa 45 Minuten später den Hafen. Dort warteten wir nicht lange auf die Abfahrt unserer Fähre nach Comox auf Vancouver Island. Nach einer guten Stunde erreichten wir die Kleinstadt und fuhren dann weiter in nördliche Richtung bis nach Campbell River, wo wir im Supermarkt unsere Vorräte für die nächsten Tage auffüllten. Je weiter wir gen Norden fuhren, desto einsamer wurde es. Selbst hier auf Vancouver Island konnten wir die Weite und Einsamkeit erleben, die man eigentlich vor allem auf dem Festland von British Columbia und Alberta erwarten würde.

Wir fuhren vorbei an tollen Stränden und durch die wechselnden Bergregionen der Insel und erreichten nach gut dreieinhalb Stunden unser Tagesziel: Telegraph Cove. Wir wurden von Klaus und Britta sehr herzlich empfangen, die wie schon viele Jahre zuvor dort wieder ihren Sommer verbrachten. Es ist ein winzig kleiner Ort „in the middle of nowhere“, der lediglich aus einem Restaurant, einem Coffee Shop, einem kleinen Convenience Store und dem Telegraph Cove Resort besteht. Auch ein kleines imposantes Walmuseum zeugt davon, wie nah das Meer und die Tiere sind. In dem Ort mit dem kleinen Hafen und den vielen unterschiedlich großen Fischerbooten gibt es den einzigen Boardwalk – also eine Uferpromenade – auf Vancouver Island.

Willkommen in Telegraph Cove in Vancouver

Willkommen in Telegraph Cove

Adler in Telegraf Cove in Vancouver

Ein Adler in Telegraph Cove

Beeindruckend auch: Er befindet sich in privater Hand. Besonders toll fanden wir die vielen Möglichkeiten, um aktiv zu werden: Wal- und Bärenbeobachtungen, Ausflüge mit einem Kajak für einige Stunden bis hin zu mehrtägigen Reisen mit Übernachtungen in Zelten auf kleinen Inseln oder an Teilen der Küste, die nur vom Wasser aus erreichbar sind. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ort fuhren wir direkt zum nebenan liegenden Campingplatz, etwa einen Kilometer vom Hafen entfernt und direkt im Wald. Dort wollten wir dann die nächsten beiden Nächte verbringen.

Gemächlich trottende Schwarzbären

Später genossen wir im Killer Whale Cafe ein köstliches Dinner. Vor dem Essen machten wir noch Bekanntschaft mit einem Adler und konnten so die ersten unglaublichen Fotos knipsen. Auf dem Rückweg zum Campingplatz erlebten wir dann alle zum ersten Mal einen Schwarzbären, der gemächlich über eine Lichtung tapste. Wir waren völlig begeistert von diesem Erlebnis! Kurze Zeit später erreichten wir dann unsere Wohnmobile, wo wir – wieder überraschend – empfangen wurden. Von wem? Richtig, ein weiterer Schwarzbär trottete ganz gemütlich zwischen den Fahrzeugen umher und verschwand mit großer Gelassenheit in seinem Wald. Ein tolles Erlebnis kurz vor dem Einschlafen – dort sagten uns also die Bären Gute Nacht!

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11.März 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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