Kanada, wie wir es erlebt haben – Teil 5

Stanley-Park Totempfähle

23. Oktober

Ganz in der Nähe unseres Hotels befindet sich der Stanley-Park, dort wollen wir heute als Erstes hin. Es gibt genügend Parkplätze auf dieser Halbinsel, und im Grunde könnte man überall mit dem Auto hinkommen. Wir schauen uns die Totempfähle an und die Skyline von Vancouver, die man von hier aus sehr gut sehen kann. Für das Vancouver Aquarium ist leider nicht mehr genug Zeit, da wir heute noch die beiden Stadtviertel Gastown und Chinatown auf dem Programm haben.

Steamclock in Gastown in Vancouver

In Gastown kommen wir genau zur richtigen Zeit an, um die berühmte dampfbetriebene Uhr, die Steam Clock, in Aktion zu erleben. Jede Viertelstunde geben ihre Pfeifen ein paar Takte zum Besten, zur vollen Stunde ist es eine richtige Melodie. Durch die verschieden großen Pfeifen strömt heißer Wasserdampf, der dann die Töne erklingen lässt. Nicht weit entfernt von der Uhr gönnen wir uns den bekannten Japadog, eine Art Hotdog, der nicht schlecht schmeckt.

Auf dem Weg nach Chinatown kommen wir durch einen Flohmarkt, der die gesamte Straße einnimmt; es gibt nichts, was es nicht gibt. Dann sehen wir an einer Hauswand Darstellungen, die das alltägliche Leben von früher in diesem Viertel zeigen. Hier gibt es auch den Dr. Sun Yat-Sen Classical Chinese Garden. Man betritt ihn durch ein Tor in einer weißen Mauer und ist sofort auf einer kleinen Ruheinsel mit Wasserbecken, Pagoden, übermannshohem Bambus – ein krasser Gegensatz zum lauten Leben in der übrigen Stadt.

24. Oktober 

Heute fahren wir weiter in Richtung Calgary und stoppen in Kelowna. Dazu müssen wir einen großen Pass überqueren, denn schließlich sind wir ja in den Rocky Mountains. Unterwegs fallen die Temperaturen, aus den zwölf Grad sind auf dem Pass inzwischen minus zwei geworden, und es schneit leicht. An den Bäumen kann man sehr schön die Schneefallgrenze erkennen, wie mit einem Lineal gezogen, nach oben weiß und nach unten grün. Im Hotel angekommen, machen wir es uns bequem, ein gemütliches Abendessen und Fernsehen sind unsere einzigen Aktivitäten.

25. Oktober 

Banff liegt mitten im gleichnamigen Nationalpark, unser Hotel hat sich speziell auf deutsche Besucher vorbereitet. Bei der Ankunft wird ein deutsch sprechender Mitarbeiter gerufen, der uns alles erklärt. Das Zimmer ist perfekt für drei Personen hergerichtet, und im Infobuch des Hotels sind extra Seiten mit deutschen Texten, die uns die Orientierung erleichtern. Irgendwie schön, so willkommen zu sein. Es ist fast dunkel, als wir hier ankommen, wir gehen noch einkaufen, und dann ist für heute Feierabend.

26. Oktober 

Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es zur Seilbahnstation am Fuße des Sulphur Mountain. Es ist sehr kalt und vor allem sehr windig. Die Fahrt auf den Berg macht mir ganz schön zu schaffen, mir ist hundeelend durch diese Schaukelei, aber kaum sind wir oben angekommen, ist das ganz schon wieder vergessen.

Oben in der Bergstation wird mir klar, wieso der Berg Sulphur Mountain („Schwefel-Berg“) heißt, es hängt ein recht intensiver Geruch in der Luft, der aber draußen dank des Windes überhaupt nicht wahrzunehmen ist. Es ist eisig kalt. Die Aussicht ist toll und kaum zu beschreiben, man kann enorm weit sehen, und der Ort unter uns erscheint so klein. Der Verlauf des Bow River und der Lake Minnewanka sind einige der vielen großartigen Naturschauspiele, die von hier oben zu bestaunen sind.

Lake Minnewanka in den Rocky Mountains, Kanada

Jürgen und Sebastian lassen es sich nicht nehmen, den Aufstieg zur Wettermessstation zu machen. Mir ist es einfach zu kalt, ich warte lieber im Gebäude. Bei ihrer Rückkehr haben sie beide ganz schön rote Ohren und Nasen. Nach einer Aufwärmrunde durch den Shop geht es wieder abwärts, diesmal setze ich mich mit dem Rücken zum Berg und, siehe da, ich kann die Aussicht in vollen Zügen genießen!

Zurück im Hotel, sehen wir uns noch einmal unser Mitbringsel für zu Hause an, es ist ein Inukshuk, für uns etwas typisch Kanadisches. Egal in welcher Provinz wir auch waren, Inukshuks sind uns überall begegnet. Inukshuks sind „Steinmännchen“ mit mehreren Bedeutungen, sie können den Weg weisen, sie wünschen Glück für den Weg oder dienten auch als Zeichen dafür, dass dort, wo sie stehen, Nahrung oder Waffen versteckt waren. Inukshuk heißt: „Jener, der einem Menschen gleicht.“ Das kommt aus der Sprache der Ureinwohner, der Inuit.

27. und 28. Oktober 

Unsere Reise führt uns heute auf dem Highway 1A nach Calgary, größtenteils geht es am Bow River entlang. Früher war dieser Highway die Hauptstrecke in die Rockies. Er führt durch Indianergebiet. Wir haben uns auch deshalb für diese Strecke entschieden, weil wir so jemanden aus unserer Familie besuchen können, Irene, die vor mehr als 40 Jahren nach Calgary ausgewandert ist.

Der Bow River in Alberta, Kanada

Wir bekommen bei ihr ein fantastisches Mittagessen. Danach geht es schnell ins Hotel, aber später kehren wir wieder zurück. Das Abendessen ist so richtig nach deutscher Art, mit frischem Sonnenblumenbrot, Wurst, Käse und Obst. Es gibt hier in Calgary einen deutschen Laden, das Edelweißhaus, dort haben sie viele Leckereien. Den Abend verbringen wir am Kamin bei einem guten Glas Wein, und Irene hörte sich geduldig unsere Berichte über ihre Wahlheimat an.

Auch en nächsten Tag verbringen wir wieder in Calgary denn wir haben eine Einladung zum Mittagessen, zum Lunch, wie es hier heißt. Das Essen war wieder unbeschreiblich gut; wir bleiben wieder bis zum Abendessen. Am Kamin kann man dann ganz leicht die Zeit vergessen, und so brechen wir erst nach Mitternacht in unser Hotel auf, wieder mit einer Einladung für den nächsten Tag.

29. Oktober 

Unser vorletzter Tag in Kanada. Wir fahren wieder zu Irene; sie hat Rindersteaks vorbereitet, hergestellt aus dem typischen Rindfleisch der Alberta-Rinder. Wir hatten ja schon eine Menge über die gute Qualität dieses Fleisches gehört, aber diese gegrillten Steaks waren unbeschreiblich, so zart und gut. Sie waren riesig und sagenhaft lecker, ich hätte nicht gedacht, dass ich so ein großes Stück Fleisch schaffen würde, aber wir konnten alle drei nicht aufhören, zu essen, bevor alles verzehrt war. Es ist wohl überflüssig, zu erwähnen, dass wir den ganzen Tag nichts mehr essen brauchten.

30. Oktober 

Heute, am späten Nachmittag, fliegen wir von Calgary zurück nach Hause. Wir fahren noch einmal zu Irene. Sie hat uns am Ende dieser Silberhochzeitsreise drei Tage lang mit dem Besten vom Besten verwöhnt, und hat uns dabei das Gefühl gegeben, zu Hause zu sein. Es ist so schade, dass wir uns nur so selten sehen können, aber telefonieren können wir! Etwas traurig verabschieden wir uns von ihr und umarmen sie lange, aber wir kommen bestimmt wieder.

ENDE DER REISE

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20.Januar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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