Kanada, wie wir es erlebt haben – Teil 3

Gruppenfoto der Royal Canadian Mounted Police in Regina

11. Oktober 

Die Stadt Regina beherbergt das einzige Ausbildungslager der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), der königlichen kanadischen berittenen Polizei. Heute reiten deren Mitglieder natürlich nicht mehr alle, aber sie gehören dennoch der RCMP an. Polizisten haben wir schon einige gesehen, aber noch keine der RCMP in der schicken roten Paradeuniform.

Wir besuchen das RCMP Heritage Centre und stellen auf dem Weg dorthin fest, dass der Herbst wohl bald zu Ende geht, denn es ist heute früh ziemlich kalt, nur 1° C. Im Museum sind wir fast allein – nur das Personal ist in den Räumen zu sehen. Zu Beginn schauen wir uns eine kleine Videovorführung über die Entstehung und Entwicklung der RCMP an. Das Museum scheint neu zu sein, jedenfalls ist alles top in Ordnung, selbst die Toiletten sehen aus, als wären sie gerade erst renoviert worden.

Nach dem Essen machen wir noch einen Spaziergang durch Downtown. Regina ist keine gewachsene Stadt, sie scheint eher auf dem Reißbrett entworfen worden zu sein, es gibt also sehr wenige alte Gebäude. Wir trinken noch einen schönen Kaffee, bevor es zurück ins Hotel geht.

12. Oktober 

Unser heutiges Ziel ist Saskatoon, und wir erreichen es recht früh, da die Strecke nicht so lang ist. Nachdem wir unser Hotelzimmer in Besitz genommen haben, wollen wir noch einige Kleinigkeiten einkaufen und haben uns vorgenommen, etwas außerhalb der Stadt ein Museum zu besuchen, das die Geschichte der Präriebewohner erklärt.

Wir sind Viertel vor vier am Eingang und erfahren, dass das Freilichtmuseum in einer Dreiviertelstunde schließt und der Rundgang etwa zwei Stunden in Anspruch nimmt. Wir dürfen – ohne Eintritt zu bezahlen – durchgehen und sollen nur zur Schließzeit wieder da sein. Es gibt drei verschiedene Pfade, die man benutzen kann, und wir suchen uns den kürzesten aus: den Discovery Way (Entdeckerweg). Die Siedlung liegt in einer Senke, und wir können uns sehr gut vorstellen, dass die Lage für den Winter günstig ist, denn der Wind pfeift über unsere Köpfe hinweg.

Brücke in Saskatoon im Abendlicht

Es sind mehrere Tipis aufgebaut, und im Inneren ist es sehr viel größer, als sich von außen vermuten lässt. Der Pfad führt an einem Bach entlang zu Beobachtungsplätzen und einem eingezäunten Rondell, in dem laut Erklärungsschild die Nutztiere gehalten wurden. Im Eingangsgebäude selbst ist ein Bison ausgestellt, das sich wunderbar als Fotohintergrund macht. 45 Minuten sind wirklich sehr kurz.

13. Oktober

Ausgeschlafen und gut gelaunt machen wir uns auf den Weg nach Edmonton. Wir haben schon gestern unsere Ankunft angemeldet, und Martin und Helena (seine Tochter) freuen sich auf uns. Bloß gut, dass Martin auch Deutsch versteht! Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, machen wir uns auf, um die beiden kurz zu besuchen (es werden dann doch vier Stunden daraus). Eine Freundin ist zu Besuch bei ihm, sie heißt Roxie. Obwohl sie kein Deutsch kann und unser Englisch sicher nicht das Beste ist, verstehen wir uns super. Wir verabreden eine Besuch bei einem mongolischen Restaurant am nächsten Tag.

Edmonton Stadt-Skyline Muttart-Conservatory

14. Oktober 

Jürgen und Sebastian schicke ich nach dem Frühstück in die West Edmonton Mall. Das ist das größte Einkaufszentrum Nordamerikas. Es gibt verschiedene Gebäudeflügel mit unzähligen Läden, Restaurants, eine große Eislaufbahn, ein richtig großes Wellen-Schwimmbad (mit „groß“ meine ich auch das kanadische „groß“), ein Segelschiff (fährt aber nicht), Seelöwen drumherum, ein U-Boot und, und, und …

Ich habe für mich einen „Haushaltstag“ eingelegt, mache Wäsche, spiele Solitär, lese, und als die beiden zurück sind, gehen wir in das hoteleigene Hallenbad und haben es für uns allein – super!!! Dann fahren wir zu Martin und statten dort zwei Bekannten (Grace und Stefanie), die im Haus wohnen, einen spontanen Besuch ab. Anschließend geht es zum mongolischen Grillrestaurant. Dort gibt es extra eine Stuhlreihe für die Gäste, die noch keinen Tisch haben. Das Restaurant ist sehr beliebt, nach einer knappen halben Stunde bekommen wir einen Tisch.

Man bekommt die Tischnummer gesagt und eine Schüssel in die Hand gedrückt, mit der man dann zum Büfett gehen und sich sein Essen zusammenstellen kann. Es gibt viele verschiedene Gemüsesorten, Schwein, Rind, Geflügel und Fisch sowie bestimmt acht verschiedene Soßen. Mit der Schüssel geht man dann zum Küchenchef, der wiegt das Essen ab und bereitet es danach im Restaurant auf einer richtig großen Herdplatte zu. Das Essen ist jeden Dollar wert! Den Abend lassen wir bei Martin ausklingen, bevor wir gegen elf zurück ins Hotel fahren.

15. Oktober 

Die Fahrt beginnt mit einem Stau auf dem Highway, glücklicherweise können wir wenden und uns einen anderen Weg nach Jasper suchen. Es dauert etwas länger als geplant, aber wir sind ja nicht in Eile. Recht bald wird das Land hügeliger, und vor uns liegen die Rocky Mountains. Am Eingang des Nationalparks gibt es eine Mautstelle; für den Aufenthalt im Park zahlen wir für zwei Tage vierzig Dollar.

Im Hotel angekommen, machen wir es uns gemütlich. Morgen wollen wir eine Tour in den Nationalpark unternehmen.

16. Oktober 

Gleich früh gegen acht Uhr holt uns ein Reisebus ab, aber in diesem sitzen insgesamt nur sechs Passagiere. Für dieses Jahr ist das die letzte Tour zum Maligne Lake, welcher mitten in den Rocky Mountains liegt. Die Straße ist im Winter für Busse nicht passierbar. Auf dem Weg nach oben sehen wir viele Eichhörnchen, aber auch Rehe und Hirsche, die in den Rocky Mountains heimisch sind. Es ist noch früh am Morgen, und sie sind mit der Futtersuche beschäftigt. Unterwegs gibt es jede Menge wunderbare Aussichten auf die Berge und die Seen der Rocky Mountains; nach einigen Stopps steigen wir oben am Parkplatz aus. Es ist ruhig, und der Dunst steht noch über dem See, es hat etwas Unwirkliches an sich. Die Sonne hat es gerade geschafft, über die Berggipfel emporzusteigen. Ihre Strahlen spiegeln sich auf dem See und blenden uns.

Maligne Lake in den Rocky Mountains in Kanada

Unser Reiseleiter spricht sehr leise, um die Stimmung nicht zu stören, es ist eine Postkartenlandschaft, unbeschreiblich! Plötzlich zeigt er in östliche Richtung: Am Rande des Sees steht ein Elch und hat den Kopf ins Wasser geneigt. Er ist weit genug entfernt, sodass wir ihn nicht stören, aber wir können ihn ganz deutlich sehen. Hinter ihm kommt ein Jungtier zum Vorschein, es ist aufregend, und wir flüstern nur noch, um sie nicht zu verscheuchen. Wir erfahren, dass Elche nur selten so zu sehen sind, wie wir sie gerade zu sehen bekommen. An diesen Ausflug in die Rocky Mountains werden wir uns noch lange erinnern – die Natur ist einfach einmalig!

Ein Elch am Maligne Lake in Alberta

Ab Mittag gehen wir allein auf Entdeckungstour, wir haben uns die Athabasca-Fälle ausgesucht. Der Fluss führt zurzeit nicht sehr viel Wasser, aber was wir sehen, ist immer noch sehr beeindruckend.

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13.Januar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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