Kanada, wie wir es erlebt haben – Teil 2

Blick auf den Niagara River in Niagara on the Lake

 

6. Oktober

Wir haben für diesen Tag eine Tour durch die hiesigen Weinberge gebucht und werden gegen 10 Uhr von Debby abgeholt. Im Kleinbus sitzt schon ein Ehepaar (sie kommen aus Florida), und damit sind wir dann wieder vollständig. Die Fahrt geht an Weinbergen (eher Hügel) und Obstplantagen entlang, wir können die Leute bei der Lese beobachten, aber auch eine Erntemaschine ist zu sehen. Der größte Teil der Ernte ist allerdings schon erledigt, die meisten Stöcke sind bereits leer.

Weinfässer auf dem Inniskilling-Weingut in Niagara on the Lake

In beiden Weinkellereien werden wir von netten Damen über die Weinherstellung informiert, bloß gut, dass wir vorher schon etwas Ahnung hatten, unser Englisch hätte sonst nicht ganz ausgereicht. Nachdem wir dann auch den bekannten kanadischen Eiswein probieren durften, fahren wir nach Niagara on the Lake und gehen zum Mittagessen in einen englischen Pub. Es sieht in dem Ort alles ziemlich so aus wie im Fernsehen, nur um einiges größer. Das Essen im Pub ist gut und hat drei Gänge, lediglich den Nachtisch können wir nicht aufessen, er ist einfach zu süß – andere Länder, andere Sitten. Dann machen wir einen Bummel durch das Städtchen Niagara on the Lake, egal wo man hinsieht, überall ist eine solche Blumenpracht, dass ich einige der Pflanzen auf ihre Echtheit überprüfen muss; sie sind ausnahmslos alle echt.

In einem kleinen Park lassen wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen, es ist Oktober und wohlig warm, sodass wir keine Jacke brauchen. Auf dem Rückweg geht es am Lake Ontario und am Niagara River entlang, Debby hält noch einmal an, damit wir tolle Bilder machen können.

7. Oktober

Heute verlassen wir Niagara on the Lake: Unser heutiges Reiseziel ist Sault Ste. Marie. Wir befinden uns noch in Ontario, und dass wir mitten im Indian Summer sind, kann man nicht übersehen. An der Straße ist offensichtlich vor Kurzem gearbeitet worden; links und rechts sind ausgedehnte Wälder zu sehen und an den Felsen, die der Straße im Weg waren, sind sehr deutlich die Bohrrillen für die Sprengungen zu erkennen. Es scheint so, als hätte jemand ein riesiges Messer genommen und den Fels einfach abgeschnitten, so gerade sind die Flächen. Uns fallen hier das erste Mal die vielen „Steinmännchen“ auf, sie werden Inukshuk genannt und werden uns auf unserer gesamten Reise begleiten.

Da die Höchstgeschwindigkeit hier auf dem Highway bei 100 Kilometern in der Stunde liegt und die Strafen für Überschreitungen sehr hoch sind, wird es eine längere, aber dafür sehr entspannte Fahrt. Nach rund 800 Kilometern erreichen wir gegen 18:30 Uhr unser nächstes Hotel.

8. Oktober

Nach einer entspannten Nacht können wir am Morgen die Aussicht auf den Kanal zwischen Lake Huron und Lake Superior bestaunen. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada verläuft genau durch diesen Kanal; er sieht hier eher nach einem riesigen Hafenbecken aus. Allerdings sind die beiden Seen, die dieser Kanal verbindet , auch alles andere als normal groß (gemessen an dem, was wir so unter „normal“ verstehen). Nachdem wir unsere Sachen wieder im Auto verstaut haben, geht es weiter in Richtung Thunder Bay. Es liegen rund 700 Kilometer vor uns, und die Reiseroute führt die gesamte Zeit am See entlang.

Lake Huron

Eine wunderschöne und auch bizarre Landschaft können wir bestaunen. Viele kleinere Sumpfgebiete mit herausragenden Baumstümpfen, Schilfpflanzen und Moosen begleiten uns. Man erwartet jeden Moment, einen Elch aus dem Unterholz heraustreten zu sehen, der wie selbstverständlich die Wasserpflanzen als Leckerbissen genießt. Immer wieder ist die Sicht auf den Lake durch kleinere und größere Inseln unterbrochen, selbst auf den kleinsten kann man Bäumchen sehen, die windschief um ihre Existenz kämpfen.

Obwohl wir den ganzen Tag fahren, kommt keine Langeweile auf, denn jeder von uns entdeckt immer wieder etwas, über das sich laut nachdenken lässt.

9. Oktober 

Kurz hinter Thunder Bay überqueren wir zum ersten Mal auf unserer Reise eine Zeitzone, wir sind aber immer noch in Ontario. Auch die Provinzgrenze zu Manitoba werden wir heute passieren.

Die Landschaft verändert sich langsam. Aus den bewaldeten Hügeln wird unmerklich flaches Land. Vereinzelt sind Farmhäuser zu sehen. Die Anbauflächen sind gigantisch. Felder bis zum Horizont, das Ende ist gar nicht zu sehen, und das auf beiden Seiten des Highways, der wie mit dem Lineal gezogen scheint. Ab und zu führt im rechten Winkel eine Straße nach links und rechts, auch deren Enden sind nicht auszumachen. Langsam bekomme ich eine kleine Vorstellung von der Weite Kanadas.

Am Abend kommen wir ohne Zwischenfälle in der Hauptstadt Manitobas, in Winnipeg, an.

Skyline Winnipeg

10. Oktober 

Heute ist Feiertag, Thanksgiving, und es regnet zum ersten Mal, seit wir unterwegs sind. Bisher hat sich der Oktober von seiner allerbesten Seite gezeigt und uns nur sonniges Wetter beschert. Unser Ziel heißt heute Regina, die Hauptstadt Saskatchewans. Auch heute fahren wir an großzügigen und weiten Flächen entlang, selbst die Straße scheint unendlich viel Platz zu haben. Die Gegenfahrbahn ist teilweise so weit von uns entfernt, dass wir sie nicht sehen können.

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11.Januar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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