Kajak-Abenteuer an der Sunshine Coast

Aussicht Sechelt Inlet vom 9 Mile Beach

Blick auf das Sechelt Inlet

Mit der Reise wollten wir uns vor allem einen unserer Wünsche erfüllen: Ein Kajak nehmen, die schöne Natur entlang der Sunshine Coast vom Wasser aus erkunden und dabei eine Backcountry-Übernachtung im Nirgendwo einlegen. Nachdem wir viele Reiseberichte gelesen und uns über die Möglichkeiten für Wasserwanderungen in dieser Gegend informiert hatten, entschieden wir uns schnell für eine Tour auf dem Sechelt Inlet.

Für viele Einheimische ist es das schönste Gebiet, um Kajaktouren zu unternehmen, was wir im Nachhinein auf jeden Fall bestätigen können. Als wir uns über die verschiedenen Anbieter informierten, sind wir sehr schnell auf Pedals & Paddles gestoßen, einen kleinen Kajakvermieter und Tourenanbieter in bester Lage an einer kleinen Bucht, unweit des Porpoise Bay Provincial Park. Man bietet dort sowohl Guided Tours für Einzelpersonen und Gruppen an als auch die Möglichkeit, Self-Guided Tours inklusive Ausrüstung und Paddelkarte zu unternehmen. Autos und Wohnmobile können für die mehrstündigen oder -tägigen Touren kostenlos auf dem großen Parkplatz abgestellt werden.

Als wir schon vorab die Tour organisierten, verlief alles sehr unkompliziert über einen netten E-Mail-Kontakt mit der Besitzerin Laurie. Rund zwei Wochen vor der Anreise hatten wir unser Kajak schon reserviert. Wenn man in der Hauptsaison starten möchte, sollte man das Kajak aber schon deutlich länger im Voraus reservieren. Der nette Kontakt zu Laurie bestätigte sich auch bei unserer Ankunft. Sie begrüßte uns herzlich und hatte das Kajak schon für uns vorbereitet. Außer uns startete an dem Tag auch eine Schulklasse samt Lehrern und Guides in das Paddelabenteuer am Sechelt Inlet. Nachdem wir die Formalitäten geklärt und unsere Route mit Laurie besprochen hatten, packten wir in Ruhe unsere Campingausrüstung und verstauten sie an Bord. Erstaunlich, was in so ein Kajak alles reinpasst! Wir stärkten uns noch bei einem Mittagessen im Camper und starteten dann unsere zweitägige Paddeltour. Leider wurden wir zunächst von einem Schauer begrüßt, sodass wir kurzerhand am ersten Strand anhielten und unsere Regencapes anzogen, um nicht durchnässt zu werden. Zu unserer Überraschung machten wir tolle, tierische Funde am Oyster Beach. Es gab nicht nur viele kleine und große Krebse unter den Steinen, sondern auf den Steinen auch riesige, violette Seesterne. Je länger wir uns umschauten, desto mehr fanden wir – der Strand schien komplett violett zu sein! Manche der Seesterne waren sogar tellergroß. Mit so einer Begegnung hatten wir nicht gerechnet.

Kayak fahren auf dem Sechelt Inlet an der Sunshine Coast

Kayak fahren auf dem Sechelt Inlet

Violetter Seestern am Oyster Beach

Violetter Seestern an der Oyster Beach

Kaum hatten wir uns die Regencapes angezogen und das Kajak wieder startklar gemacht, klarte der Himmel wieder auf, sodass wir bei Sonnenschein weiterpaddeln konnten. Vom Wasser aus eröffnete sich uns dann ein atemberaubender Blick auf den Fjord und seine Felsküste, den tiefen Wald und die kleinen Strände. Wir hatten das Glück, nicht nur viele violette Seesterne an den Felsen zu sehen, sondern auch einige Weißkopfseeadler und Robben aus nächster Nähe zu beobachten. Nur wir, unser Kajak, die Tiere und der Fjord – ein wirklich einmalig schönes Gefühl! Fast ehrfürchtig vor der erhabenen Natur um uns herum, in der wir eine so winzige Rolle spielten, paddelten wir einige Stunden an der Ostküste des Fjords entlang und genossen die Ruhe und die Aussicht.

Am Sechelt Inlet gibt es insgesamt acht Backcountry Campsites, die jedoch nicht alle während einer zweitägigen Tour erreichbar sind. In diesem Gebiet für Wasserwanderer kann man sehr gut eine ganze Woche unterwegs sein, entsprechend liegen die Campsites auch an den Seitenarmen des Fjords verteilt. Laurie hatte uns vor der Tour zwei Plätze empfohlen – 9 Mile Beach und Kunechin Point – und uns auch gesagt, dass die Schulklasse am Halfway Beach übernachten wird. Wir paddelten zu allen drei Campsites. Der Halfway Beach bietet von den dreien die schönste und größte Campsite mit einem langen Sandstrand und einem tollen Blick auf die Arme des Fjords. Da wir unser Zelt jedoch abseits der Gruppe aufschlagen wollten, entschieden wir uns für den 9 Mile Beach. Leider hatten wir uns mit der Paddelzeit etwas verschätzt und kamen erst recht spät dort an. Es gibt Platz für ungefähr zehn Zelte und bietet neben dem Luxus eines Plumpsklos auch Feuerstellen am Strand und an den Plätzen. Vor allem aber ist die Aussicht dort wunderschön, auch von hier aus bieten sich einmalige Ausblicke auf den Fjord. Wir konnten sie am Abend in aller Ruhe genießen, denn wir waren ganz allein dort im Nirgendwo. Genau so hatten wir es uns vorgestellt!

Bevor wir uns häuslich einrichteten, haben wir erst einmal alle Sachen geholt und das Kajak ein Stück hochgetragen, um es vor der nächtlichen Flut zu schützen. Dann schauten wir uns ein wenig um, suchten einen schönen und geschützten Platz für unser Zelt und bauten es auf. Außerdem kochten wir uns auf unserem Gaskocher eine leckere Suppe zum Abendbrot – zusammen mit Butterkeksen von Leibniz und Müsliriegeln von Corny ein echter Gaumenschmaus! Nachdem wir das restliche Essen mit einem Seil an einem Baum hochgehängt und unser Lagerfeuer zum Laufen gebracht hatten, um die Mücken zu vertreiben, ließen wir den Abend mit einem kühlen Alexander Keith’s am Strand ausklingen. Mit Respekt vor der Tierwelt um uns herum war uns beim Einschlafen schon etwas mulmig zumute. Aber die Nacht im Zelt war trotzdem sehr gemütlich, am nächsten Tag sind wir recht ausgeschlafen von der Sonne geweckt worden. Nach dem Frühstück nahmen wir ganz langsam Abschied vom Strand, packten alles zusammen und bereiteten alles für die Weiterfahrt vor, die anstrengender als am Vortag werden sollte. Da an diesem Tag die Ebbe und der Hub recht stark waren, ging die Fahrt sehr in die Arme. Wir paddelten gegen die Strömung und kamen nur langsam vorwärts. Aber am Ende erreichten wir glücklich und erschöpft das Ziel! Unser Rat: Vor der Paddeltour unbedingt die Tide Tables – die Gezeitentafeln – mit Laurie checken und die Tour so planen, dass ihr nicht zu den Strömungszeiten lospaddelt.

9 Mile Beach Sechelt

9 Mile Beach

9 Mile Beach - ausruhen am Strand

Strand am 9 Mile Beach

 

 

 

 

 

 

Nachdem wir in der schönen Bucht angekommen sind, in der auch Pedals & Paddles liegt, entspannten wir uns erst einmal am Strand, bevor wir das Kajak mit Lauries Hilfe wieder entluden. Auch wenn die Tour recht kurz war, hat sie sich mehr als gelohnt. Die Nähe zur Natur, die Anstrengung und die Einsamkeit fernab von der Zivilisation haben die Tour zu einem ganz besonderen und intensiven Erlebnis gemacht. Wir können das jedem Aktivurlauber, der schon etwas Kajak-Erfahrung hat, wärmstens ans Herz legen. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte statt nur eine unbedingt zwei Nächte „draußen“ verbringen, dann lohnt sich die Vorbereitung des Abenteuers noch mehr. Als wir unsere Sachen wieder verstaut und ausgiebig zu Mittag gegessen haben, machten wir uns nach Lauries Empfehlung auf den Weg Richtung Lund, einem kleinen Örtchen am nördlichen Ende des Sunshine Coast Highways. Dort entspannten wir uns einen Tag lang, bevor wir weiter Richtung Vancouver Island fuhren.

 

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4.Dezember 2015  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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