Johnston Canyon und Lake Louise

Blick auf die Hoodoos und den Bow Lake

An diesem Morgen machten wir zunächst einen kleinen Spaziergang zu den Hoodoos, einer Felsformation aus Kalkstein in der Nähe des Campgrounds. Noch beeindruckender als die Felsen ist der Blick, den man von den Aussichtspunkten auf den Bow River und das Banff Springs Hotel hat. Mit diesem ersten Eindruck des Tages im Gepäck starteten wir und fuhren auf dem Bow Valley Parkway (Highway 1A), den wir als Alternative zum Trans-Canada Highway sehr empfehlen können, Richtung Lake Louise. Nach rund 25 Kilometern kommt man am Johnston Canyon vorbei, der sich für eine schöne Wanderung anbietet.

Basti am Johnston Canyon Odette am Johnston Canyon
Ein Stachelschwein am Johnston Canyon Streifenhörnchen Johnston Canyon

Der Johnston Canyon ist übrigens, wie wir später erfuhren, eines der beliebtesten Ausflugs- und Wanderziele in der näheren Umgebung von Banff. Der Wanderweg beginnt direkt am Parkplatz, ist gut ausgeschildert und führt entlang des rauschenden Canyons zunächst zu den Lower Falls (1,1 Kilometer) und anschließend weiter zu den Upper Falls (2,7 Kilometer). Der Weg ist anfangs recht breit und verläuft bis zu den Lower Falls meist eben. Ein kurzer Teil ist schmaler und führt direkt an den Felsen des Canyons entlang, ist aber auch an diesen Stellen sehr gut ausgebaut und gesichert. Den Wasserfall an den Lower Falls kann man sowohl von einem Plateau als auch von einer kleinen Höhle aus beobachten – Achtung, nass … Der Weg zu den Upper Falls ist zwar mit etwas mehr Anstieg verbunden, jedoch immer breit genug, sodass auch Kinder und ältere Menschen die Strecke gut laufen können. Von dort aus kann die Tour je nach Wanderlaune und -erfahrung noch um einen Abstecher zu den Ink Pots (rund 4 Kilometer entfernt) erweitert werden. Der Weg ist jedoch mit einem größeren Anstieg verbunden und erfordert mehr Kondition. Wir entschieden uns, die Wanderung nicht fortzuführen und kehrten an den Upper Falls um. Insbesondere bis zu den Lower Falls kann es auf dem Trail nachmittags ziemlich voll sein, man sollte in der Hauptreisezeit daher in den früheren Morgenstunden starten, um den Wald und die schönen Ausblicke in den Canyon in Ruhe genießen und Tiere beobachten zu können. Streifen- und Eichhörnchen sind auf dem schönen Trail ständige und neugierige Begleiter. Für die Wanderung zu den Upper Falls sollte man mit Pausen gut zwei Stunden einplanen.

Upper Falls, Johnston Canyon Wanderung Johnston Canyon

Nachdem wir wieder an unserem Wohnmobil angekommen waren – mittlerweile hatten wir uns übrigens sehr gut an dessen Größe gewöhnt –, machten wir ein Picknick, dann fuhren wir weiter Richtung Lake Louise und erlebten ein Highlight unserer Reise: Vom Highway aus konnten wir in nur 50 Metern Entfernung eine Grizzly-Mutter mit ihren drei Jungen beobachten. Wenig später sahen wir dann ein großes Grizzly-Männchen, auch das Tier war nur wenige Meter von uns entfernt – beeindruckend! Bären in freier Wildbahn (und dann gleich mehrere) hatten wir beide bis dahin noch nie gesehen!

Grizzly, Highway 1A, Banff NP, Alberta

Wir fuhren weiter zum Lake Louise und entschieden uns, auch wenn es schon 19 Uhr war, noch eine Wanderung zum Lake Agnes zu machen. Dank des leichten Regens und der Tageszeit waren außer uns nur wenige Menschen am See und auf dem Wanderweg unterwegs. So konnten wir die abendliche Stimmung und die tolle Aussicht auf den türkisblauen Lake Louise in aller Ruhe genießen. Der Wanderweg beginnt am nördlichen Seeufer, rechts vor dem Chateau. Aus unserem Wanderführer wussten wir, dass der Weg zwar nur 3,5 Kilometer lang ist, man jedoch einen Höhenunterschied von 400 Metern bewältigen muss. (Man benötigt in etwa 1,5 Stunden je Strecke.) Das bekommt man schon auf den ersten Metern zu spüren, ab und an gibt es auch ziemlich steile Anstiege; der Weg erfordert also eine gewisse Kondition. Für den teilweise etwas beschwerlichen Anstieg wurden wir aber immer wieder mit tollen Ausblicken auf den Lake Louise und das Chateau sowie auf die Gletscher und das Bow Valley belohnt! Ein paar Hundert Meter vor dem Lake Agnes und dem Tea House erreichten wir den Mirror Lake, einen kleinen See am Fuße des Big Beehive (ein Berg, dessen Formation an einen großen Bienenstock erinnert). Dort machten wir eine Pause und entschlossen uns dazu, den Rückweg anzutreten, weil es allmählich immer dunkler wurde. Zum Schluss konnten wir noch zwei Stachelschweine auf der Wiese vor dem Chateau beobachten – auch diese Tiere hatten wir beide zuvor noch nie in freier Wildbahn erlebt! Beeindruckt von den vielen Naturerlebnissen fuhren wir zum Campground in Lake Louise und ließen dort den Tag gemütlich ausklingen.

Wanderung Lake Agnes Blick auf Lake Agnes

VORHERIGER BEITRAG | ZUR ÜBERSICHTSSEITE DIESER REISE | NÄCHSTER BEITRAG

Teilen Sie jetzt diesen Beitrag mit Ihren FreundenPin on PinterestShare on FacebookGoogle+Tweet about this on Twitter

Möchten Sie immer auf dem laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie jetzt den CANUSA Blog!



26.Juli 2013  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


Kommentar schreiben

[huge_it_share]