Jasper National Park: Der schönste Augenblick der Reise

Edith Lake, Jasper 2

Am frühen Morgen verließen wir den Wells Gray Provincial Park und machten uns auf den Weg zum berühmten Jasper National Park. Wir erreichten am Abend den Whistlers Campground in Jasper. Mit seinen 781 Stellplätzen war dies der mit Abstand größte Campingplatz während unserer Reise, und trotz der vielen Plätze sollte man in den Sommermonaten vorab reservieren – der Platz ist sehr beliebt. Man steht dort mitten im Wald, und alles ist sehr großzügig gestaltet, sodass man von den vielen Campingnachbarn nur sehr wenig mitbekommt. Ein schönes Highlight ist die Wapiti-Herde, die im selben Wald lebt. Während unseres Aufenthalts haben wir jeden Tag Wapitis gesehen und konnten sogar einige Weibchen mit ihren Jungtieren beobachten. Im Jasper National Park haben wir insgesamt viele Tiere sehen können, so viele, wie an keinem anderen Ort während unserer Reise. Auch einige Bären waren darunter.

Edith Lake, Jasper 1 Edith Lake, Jasper 4
Icefields Parkway, Athabasca Falls Icefields Parkway

Das Wetter war nicht immer so ganz auf unserer Seite, aber dennoch haben wir schöne Touren unternehmen können. Neben dem Besuch des schönen Maligne Lake können wir einen Spaziergang am Lake Edith und am Lake Annette sehr empfehlen – an diesen beiden Seen trifft man deutlich weniger Touristen als anderswo. Rund um den Lake Annette führt ein schöner Spazierweg – gute 3 Kilometer lang –, der bei gutem Wetter schöne Ausblicke auf das Bergpanorama sowie Picknickmöglichkeiten bietet. Der Weg um den Lake Edith führt hingegen nicht direkt am Wasser entlang, dafür aber durch ein schönes Waldgebiet. Wer das Ufer des Lake Edith sehen möchte, hat die Möglichkeit, sich ein Kanu auszuleihen; es gibt hier einige Verleihstationen.

Nachdem wir uns die beiden See angeschaut hatten, fuhren wir zum Maligne Lake. Leider erwartete uns dort kein Postkarten-Wetter – nur eine große Schar an Moskitos. Deshalb wanderten wir nicht den ganzen Mary Schaeffer Loop Trail (3,2 Kilometer), sondern kehrten nach der Hälfte des Weges schon wieder um. Doch dafür boten sich uns auf der Hin- und Rückfahrt zum See viele tierische Highlights: Wir hatten Glück und konnten auf der Fahrt viele Schwarzbären, darunter eine Bärenmutter mit ihren drei Jungtieren, zwei Wapiti-Hirsche, ein paar Rehe und einen Weißkopfseeadler beobachten. Absolut beeindruckend, die Fahrt zum See hat sich für uns mehr als gelohnt!

Lake Annette, Jasper 1 Lake Annette, Jasper 2
Maligne Lake 2 Schwarzbär 3

Auch am nächsten Tag war das Wetter zunächst nicht ganz so gut, wir entschieden uns aber dennoch dazu, Jasper zu verlassen und den Icefields Parkway (Highway 93) Richtung Lake Louise zu fahren. Auch wenn es immer wieder regnete, machten wir unterwegs ein paar Stopps und schauten uns die Athabasca Falls, die Sunwapta Falls und das Columbia Icefield an – haben aber lieber keine Wanderung gemacht. Nach etwa der Hälfte der Strecke machten wir einen Abstecher zum Highway 11 (David Thompson Highway), um uns dort einen Campground für eine Nacht zu suchen. Kaum hatten wir den Icefields Parkway verlassen, klarte der Himmel auf, und die Sonne kam hervor. Zufällig gelangten wir zum David Thompson Resort  – ein absoluter Glücksgriff! Der Campingplatz ist gut ausgestattet, bietet schöne Stellplätze und liegt vor allem wunderschön oberhalb des Abraham Lake. Zufälligerweise fand auf dem Campingplatz gerade das Bluegrass, Blues & Country Festival statt, das, wie wir später herausfanden, jährlich an einem Wochenende im Juni auf der Waldbühne des Campgrounds veranstaltet wird. Für Liebhaber dieser Musik durchaus ein Highlight, denn die geladenen Musiker waren wirklich gut und die Stimmung auf dem Campingplatz sehr entspannt. Viele Kanadier aus der näheren Umgebung waren an dem Wochenende da, viele mit ihren Kindern. Wir haben uns auf dem Platz sehr wohlgefühlt und sind mit vielen Kanadiern ins Gespräch gekommen.

Abraham Lake 1
Abraham Lake 4

Unser Höhepunkt des Tages – zugleich auch einer der Reise – war jedoch nicht das Festival, sondern unser Spaziergang zum Abraham Lake. Ein kleiner Pfad führt vom Campground zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen atemberaubenden Ausblick auf die Berge, den See und das Flussbett hat. Ein Spazierweg führt von dort aus direkt hinunter zum See (man benötigt dafür 20 bis 30 Minuten), von dort aus ist der Ausblick wahnsinnig schön, einfach überwältigend. Wir waren an dem Abend die einzigen Menschen weit und breit und hatten das ganze Panorama und den See für uns. Ergriffen von der Ruhe, dem Ausblick und der Nähe zur Natur, bauten wir unseren ersten und einzigen Inukshuk während unserer Reise. Nach dem Spaziergang schauten wir noch beim Festival vorbei und ließen den Abend später gemeinsam mit unseren netten kanadischen Nachbarn am Lagerfeuer ausklingen.

Abraham Lake 2

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12.August 2013  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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