Houston, wir haben kein Problem

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Heute haben wir es ruhig angehen lassen, sodass wir uns gegen halb zwölf gemütlich auf den Weg nach Galveston machen. Den Ort mit seinem historischen Viertel erkunden wir aus taktischen Gründen – wir kennen ja die amerikanischen Distanzen inzwischen mehr als gut – erst fahrend aus dem Wohnmobil. Danach bummeln wir The Strand, die Hauptstraße, entlang. Hier gibt es noch einige alte Gebäude, die 2008 Hurrikan Ike und auch einem verheerenden Sturm im Jahr 1900 standgehalten haben. Die Häuser zeugen von der langen Geschichte des Ortes. Inzwischen beherbergen sie Läden mit Souvenirs, T-Shirts, Strand- und Sportbekleidung sowie Cafés und Restaurants. Wir nehmen im Yaga’s Café unseren Lunch ein. Hier gibt es zu vernünftigen Preisen texanische und allgemein amerikanische Gerichte. Christiane verzehrt im Anschluss eine gigantische Kugel Eis, irgendwas mit Almond und Fudge, auf jeden Fall ein Schwergewicht aus der Chocolate Factory.

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Auf dem Rückweg zum Campground wollen wir Minigolf spielen. Wir hatten gestern unterwegs in Galveston einen Platz gesehen, der einen ganz guten Eindruck machte. Natürlich ist er viel größer als deutsche Minigolfplätze, wenn auch nicht so spannend wie die unschlagbaren Plätze von Myrtle Beach in Florida. Es ist gerade mal nachmittags um drei, und obwohl wir teilweise Schatten und einen leichten Windzug haben, schwitzen wir nach wenigen Löchern, als ob wir Squash und nicht Minigolf spielen würden. Aber unsere Klimaanlage im Wohnmobil kühlt uns später wieder, während wir südlich von Galveston entlang der schönen karibisch-bunten Häuser auf der Meerseite und den eher weißen Villen um den Golfplatz auf der Bayseite fahren.

 

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich wirklich früh raus, um vor der heißesten Zeit des Tages am Strand zu sein. Andererseits ist das hier alles relativ, denn auch um morgens um sieben ist es schon erstaunlich heiß, und unter 30 Grad fallen die Temperaturen auch nachts nicht. Insofern ist es fast egal, dass wir erst gegen halb zehn am Strand sitzen und später zur Abwechslung im knietiefen Wasser Richtung Jamaica Beach spazieren, eine Stadt, die etwas weiter südlich liegt. Das ist bei diesem Wetter ein echtes Work-out! Anschließend ein kurzes Bad, und dann machen wir uns auch schon auf den Weg nach Houston.

Wir fahren auf der Interstate und nehmen die Ringautobahn, die Houston einmal umschließt. Im Norden geht es weiter nach Spring, zum Rayford Crossing RV Park an der I-45. Dieser Platz erweist sich als Glücksgriff: Mit 40 Dollar pro Nacht ist er günstiger als erwartet und bietet neben außerordentlich gepflegten Stellplätzen auch einen ebensolchen Pool, tolle Waschräume und kostenloses Internet. Auch unseren Propan-Vorrat können wir hier auffüllen.

Es ist in Houston wirklich noch mal heißer als bisher auf unserer Route. Da die Luft dabei aber trocken ist, lässt es sich zumindest im Schatten aushalten. Grillen fällt heute übrigens ins Wasser, denn, für mich unerwartet, haben wir kein Fleisch. Dafür bastelt Christiane etwas aus den Truthahnresten des Vorabends und einer großen Süßkartoffel sowie vielen Gewürzen. Dazu genießen wir zur Feier der Tour kalifornischen Champagner.

Dann bricht der letzte Tag an, wo es morgens zwangsläufig etwas betriebsamer zugeht. Letzte Sachen müssen gepackt oder entsorgt, das Wohnmobil besenrein gereinigt werden und so weiter. Gegen zehn kommen wir wie geplant los und fahren zur Vermietstation von Cruise America, wo wir unser Fahrzeug schweren Herzens abgeben.

Unser Hotel, das Hyatt Regency, liegt toll, und wir brechen von dort aus am frühen Nachmittag auf eine Erkundungstour durch Downtown auf. Alle haben uns gesagt, in Houston gäbe es nun wirklich nichts Tolles zu sehen. Der Skyline District und auch der sich nördlich daran anschließende Historic District belehren uns eines Besseren. Die Stadt ist sauber, die Mischung aus alten Häusern und modernen Wolkenkratzern gelungen. Einzig an Einkaufsmöglichkeiten mangelt es hier ein wenig. Nach einem zweistündigen Bummel kehren wir ins Hotel zurück, um eine Runde im Pool zu drehen, der sich im sechsten Stock befindet.

Am Abend entscheiden wir uns zum Essen für das Sambuca. In diesem Restaurant gibt es Live-Musik, und wir können sogar draußen sitzen. Das Essen ist super, auch der kühle Weißwein schmeckt, und die Band spielt im Hintergrund angenehme Musik. Zum Abschluss des Abends gehen wir zwei Blocks weiter zum Bayou Place. Hier gibt es diverse Bars. In der ersten nehmen wir einen Cocktail und haben bald genug von der angestaubten Achtziger-Musik. Wir wechseln zwei Läden weiter, im PBR („Professional Bull Riding“) geht wirklich die Post ab: coole Kellnerinnen, eine Musikmischung aus modernen Country-Songs und aktuellen Chart-Hits und tatsächlich ein Bulle zum Reiten. Das Zuschauen macht Spaß, die Cocktails schmecken, und zwischendurch tanzen wir auch. Beim Linedance lassen wir den Einheimischen aber den Vortritt, und zwischendurch tanzt das Personal sogar auf dem Tresen – ein stilvoller Abschied für einen tollen Urlaub!

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20.Oktober 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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