Hilton Head Island und Savannah

Schweren Herzens musste ich mich von Charleston trennen. Hier hat irgendwie alles gepasst: eine wunderschöne Stadt, ein tolles Hotel, die Plantagen … aber die Reise musste weitergehen. Einer Empfehlung folgend habe ich auf dem Weg nach Hilton Head Island einen Abstecher nach Kiawah Island gemacht. Der Großteil der Insel ist ein Golf-Resort, aber der Strand ist frei zugänglich. Von November bis Februar zahlt man dort auch keine Park- oder Strandgebühren. Der Strand wurde übrigens zu einem der schönsten zehn Stränden der USA gewählt – schade, dass ich nur so wenig Zeit hatte.

Weiter ging es Richtung Süden. Ich hatte der Navigations-App noch mal eine Chance gegeben, und von Charleston aus kannte sie sich tatsächlich gut aus. Aber leider war der Akku meines iPads irgendwann leer und ließ sich nicht über den Zigarettenanzünder in meinem Auto aufladen. Ich war also wieder mal auf mich allein gestellt, fand jedoch auch so den Anleger von Island Explorer, von wo aus ich eine Sunset Tour machen wollte. Mit einem kleinen Boot für bis zu zwölf Personen fuhren wir zunächst den Broad Creek entlang, vorbei an den Prachtbauten von Spanish Wells und immer wieder begleitet von Delfinen. Dann fuhren wir hinaus in den Calibogue Sound und waren pünktlich zum Sonnenuntergang am Leuchtturm von Hilton Head Island, von wo aus man einen Blick auf Daufuskie Island hat. Auf dem Rückweg sahen wir etwas, das selbst unser Guide noch nicht erlebt hatte: Uns gegenüber war ein Boot mit einem Labrador an Bord unterwegs, der immer wieder seine Schnauze ins Wasser steckte, wo sich ein Delfin befand. Die beiden begrüßten sich mehrfach „Schnauze an Schnauze“, aber leider konnte meine Kamera das nicht einfangen. Schade, denn das war wirklich ein ganz besonderer Moment! Und dann erlebte ich auf dem weiteren Weg zurück einen der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe. Offenbar hatte ich wirklich Glück, denn selbst die Einheimischen zückten ihre Kameras, um diesen Augenblick festzuhalten – es war großartig! Bilder können leider nicht so gut zeigen, wie es in Wirklichkeit war, aber ich lasse sie trotzdem für sich sprechen:

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Voller Eindrücke machte ich mich auf den Weg zum Sonesta Resort Hilton Head Island. Das Hotel ist erst Anfang dieses Jahres vollständig renoviert worden, und die Zimmer sind wirklich sehr großzügig bemessen und haben einen eigenen Balkon oder eine eigene Terrasse. Es gibt mehrere Pools, ein Spa und einen direkten Zugang zum Strand. Während ich diese Zeilen schrieb, saß ich übrigens in der Lobby und lauschte der Livemusik …

Von Hilton Head Island aus fuhr ich innerhalb einer knappen Stunde nach Savannah. Ich war sehr gespannt auf diese Stadt, denn viele Leute, mit denen ich während der Reise gesprochen hatte, waren absolut begeistert von Savannah. Mein erster Stopp war das Visitor Center, um mir einen Stadtplan zu besorgen. Dort gibt es auch Parkplätze, aber noch günstiger parkt man in der Liberty Street, nämlich für 30 Cent die Stunde. Wenn man sich bereits vorher überlegt hat, an einer der Trolley Tours teilzunehmen, kann man auch einen der kostenlosen Parkplätze einiger Anbieter nutzen, also am besten vorher mal schauen. Apropos Trolley: Das ist das am häufigsten genutzte Fortbewegungsmittel der Besucher Savannahs, und sie begegnen einem an jeder Ecke. Mir war heute eher nach Bewegung zumute, und so machte ich mich zu Fuß auf den Weg. Ich lief mehr oder weniger quer durch die Stadt, bis ich am Savannah River angekommen war. Dort gibt es eine nette Meile, die eine bunte Mischung aus Restaurants, Galerien und Shops zu bieten hat. Die Shops decken von Souvenirs über verschiedenste Süßwaren bis hin zu Kunsthandwerk so ziemlich alles ab und laden zum Stöbern ein. Eine ähnliche Mischung findet man in der Market Street unweit des Ellis Square. Ja, Savannah hat mir zwar gut gefallen, aber für mich kommt es nicht an Charleston heran.

Zu meinem ersten Eindruck von Hilton Head Island zählten auch die Sicherheitsbeamte, die dort an jeder Ecke standen. Auf der Insel befinden sich viele private Bezirke, teils Golfklubs, in die man nur als Mitglied Eintritt erhält, teils Bezirke, die nur Personen, die dort wohnen (auch in Hotels) betreten dürfen. Sicherlich, das vermittelt ein gewisses Gefühl von Sicherheit – aber zugleich sieht man auch Schilder mit der Aufschrift: „Bitte füttern Sie keine Alligatoren!“ … Für mich war das ein seltsames Gefühl. Schließlich erreichte ich aber einen frei zugänglichen Strand, den Coligny Beach. Umkleidekabinen und Duschen stehen zur Verfügung, und der Strand ist wirklich schön. Insgesamt ist Hilton Head Island sehr gepflegt, es gibt viele Fahrradwege, zum Teil steht in den Parks kostenfreies WLAN zur Verfügung, und ich fand es sehr schade, dass ich so wenig Zeit hatte. Ich hätte gern noch ein, zwei Tage angehängt, um die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden und ein paar Stunden am Strand zu verbringen.

Zum Abschluss meines Aufenthalts fuhr ich ins Chart House, welches sich direkt am Skull Creek befindet und einen tollen Blick auf das Meer, einen Bootssteg und das gegenüberliegende Pinckney Island National Wildlife Resort bietet. Mein Tipp: Zwischen 16 und 20 Uhr gibt es in der Bar eine Happy Hour mit Getränken (Bier, Wein, Cocktails) und Snacks zwischen 3,50 und 7 Dollar. Man sollte auf jeden Fall im Hellen herkommen, um die tolle Aussicht genießen zu können.

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7.November 2014  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


Ein Kommentar für “Hilton Head Island und Savannah”

  1. Marion sagt:

    Toller Reisebericht, da bekommt man glatt Fernweh

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