Freier Eintritt in den Museen und amtliche Steaks

Lesesaal der Public Library in Washington

Heute ist schon unser letzter Tag in Washington. Das hochsommerliche Wetter lockt uns ins Freie. Einzige Programmpunkte: Capitol und Public Library. Wir sind erstaunt, wie entspannt man in den USA mit der Umgebung der öffentlichen Gebäude umgeht: Während andernorts das Areal gerne großflächig abgesperrt wird, toben hier auf dem Grün vor dem Capitol unbefangen ganze Trupps von Kindergarten-Mäusen mit ihren Nannys herum.

Auch das Capitol gewährt kostenlosen Eintritt. Lediglich eine Sicherheitskontrolle müssen wir passieren, bevor wir unseren Besucherpass angeheftet bekommen und die Führung mit einem Film beginnt. Das Thema: „E Pluribus Unum“, womit gemeint ist: Die Vereinigten Staaten von Amerika bestehen aus der Gemeinschaft von 50 Bundesstaaten. Wer vor 1956 in den USA unterwegs war, wird diesem Wahlspruch vielerorts begegnet sein. Heutzutage lautet das Motto der Vereinigten Staaten: „In God We Trust“. Ich hab’ mir trotzdem ein Sweatshirt mit dem alten Spruch gekauft. Grüppchenweise werden wir aus dem Kino entlassen, davor wartet schon Bill auf unseren Tross. Unter seinen Fittichen spazieren wir durch die Prachtsäle und -hallen des Repräsentantenhauses und hoffen, dass wir wenigstens die eine oder andere Story und Anekdote von ihm erfahren.

Unterirdisch wandern wir einen geschlagenen Kilometer weiter und erreichen so die Public Library, Heimatort der – man höre und staune – Gutenberg-Bibel. Übersetzt heißt „Public Library“ ja nichts anderes als „Öffentliche Bücherhalle“. Das Einzige, was hier passt, ist das Wörtchen „Halle“, ansonsten befinden wir uns im schönsten venezianischen Palast. Marmor und Gold sind die vorherrschenden Materialien, prächtiger Stuck ziert die Decken und kunstvolle Holzschnitzereien die Türen – und hier soll man sich aufs Lesen konzentrieren können?! So schön die Pracht der Public Library auch ist – das Sommerwetter siegt! Wir schlendern wieder die Mall entlang, und weil es ja nichts kostet, springen wir unterwegs noch kurz ins Air and Space Museum und ins Smithsonian Castle.

Die Public Library in Washington

Auch wenn die Wetterlage sommerlich ist, fällt der Oktober eindeutig in die Nachsaison; überall wird gebaggert und gebaut. Der Reflecting Pool stellt sich als grandioser Sandkrater dar, am World War II Memorial ist kein Wasser im Bassin, und an der Fassade des Washington Monuments inspizieren Bauarbeiter das Mauerwerk. Das gibt natürlich Minuspunkte!

Wenn wir schon Abstriche an der Optik machen müssen, wollen wir wenigstens ein hauptamtliches Steak probieren. Die Cousine hatte uns „Morton’s“ in der Prospect Street empfohlen – ein super Tipp! Auf dem Weg durch die Wisconsin Avenue fällt uns ein großer Übertragungswagen mit einer Armada von Satellitenschalen und Scheinwerfern auf dem Dach auf, der gegenüber dem Apple Store Stellung bezogen hat. Wird hier ein Film gedreht? Bei „Morton’s“ sieht der Kellner unseren ratlosen Gesichtern offenbar an, dass wir von der Speisekarte komplett überfordert sind. Kurzerhand rollt er einen Servierwagen mit einer Musterpalette Fleisch vorbei. Ehrlich gesagt: Schon beim kleinsten Stück wussten wir, dass wir die Hälfte wohl mit nach Hause nehmen würden.

Auf dem Rückweg hat sich zu dem Übertragungswagen bei Apple noch ein Trupp Reporter dazugesellt, und der Apple Store ist hell erleuchtet. Gut gelaunt von unserem grandiosen Essen, in der Hand die Tüte mit den Resten für Morgen früh, traue ich mich, zu fragen: „Und, ist das iPad 3 jetzt auf dem Markt?“

Nun – peinliche Frage: Wir alle wissen, welch’ Schicksal im Oktober 2011 die Apple-Family ereilt hat … Bedrückt und traurig schleichen wir ins Hotel. Heute mal kein Baseball im Fernsehen, sondern die aktuellen Ereignisse.

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9.Dezember 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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