Erster Sonntag im Oktober

In den Straßen Manhattan's in New York's

Nach den gefühlten 100 Kilometern durch Manhattan von gestern ist unsere erste Investition des Tages eine 7-Tages-Metrokarte. Kostenpunkt: 29 $; jede Einzelfahrt würde 2,50 $ kosten. Da fängt man doch das Rechnen an, oder?

In Saint John the Divine in Manhattan, der größten anglikanischen Kirche der Welt, findet das traditionelle „Blessing of the Animals“ statt: Gottesdienst mit Katze, Köter und Kanarienvogel! Ein einziges Miaue, Gezwitscher und Gebell schallt durchs gigantische Kirchenschiff. Tapfer hält der Gospelchor mit einer Performance dagegen, von der sich das eine oder andere Gotteshaus in der Heimat noch eine dicke Scheibe abschneiden könnte. Im Park steht derweil der Bauer mit Kuh und Pferd, um für die ihm Anvertrauten kirchlichen Segen zu erbitten. Skurril!

 Blessing of the animals in der Saint John the Divine in New YorkDakota Building in New York City

 

 

 

 

 

Wir sind genau am richtigen Ausgangspunkt, um einen New Yorker Sonntagsspaziergang durch den Central Park zu machen. Unser Muskelkater begrüßt das gemächliche Tempo! Der Park ist wieder eine ganz eigene Ecke von New York und ein absolutes Muss. Wir entern ihn in Höhe des Dakota Building, verharren an den Strawberry Fields für eine John-Lennon-Gedenkminute und schlendern querdurch bis zur Park Avenue auf der anderen Seite. Es wird gegrillt und Baseball gespielt, was das Zeug hält, und offenbar hat die halbe Stadt die Inliner rausgeholt. Nach dem besten Milchshake unseres Lebens im Lexington Candy Shop steuern wir die Roosevelt Island Tramway an. Hinter „Tram“ verbirgt sich in diesem Fall eine Seilbahn, die die Fußgänger zwischen Manhattan und Roosevelt Island hin- und hertransportiert. Manhattan aus der Seilbahnperspektive – hat man auch nicht alle Tage!

Brownstone Houses in New York

Gestern haben wir unterwegs meist klassische Brownstone-Häuser mit den berühmten eisernen Feuerleitern und den riesigen Wassertanks auf den Dächern gesehen. Heute bewegen wir uns eher in Reiche-Leute-Vierteln und kommen uns teilweise vor wie in Paris: pure Zuckerbäckerei! Kreuz und quer schlagen wir uns durch breite Avenuen und schmale Häuserschluchten. Letztlich landen wir im Meatpacking District. Über die Highline, eine stillgelegte Bahntrasse für Gefahrguttransporte (Location Nummer zwei für Sunsets), schlendern wir langsam weiter nach Chelsea. Die Sonne schickt sich zum Untergehen an und taucht in New Jersey, auf der anderen Hudson-Seite, allmählich in rotes Licht; Zeit für den sprichwörtlichen Sundowner, gell? Wir nehmen unseren auf der Dachterrasse des Gansevoort-Hotel ein. Unsere bisherige Cocktailerfahrung im Ausland hat uns gelehrt, es stets besser bei den einheimischen Weinen zu belassen. Im Gansevoort bestellten wir einen zweiten! Ach, und übrigens: das hier ist Location eins.

Tag drei – Halbzeit in New York

Es ist bitterkalt heute Morgen, aber dafür erwartet uns ein strahlend blauer Himmel. Das Fotografenherz juchheit!

Unser Morgenziel ist Ground Zero im Financial District in Manhattan, um danach vom Battery Park aus mit der Staten Island Ferry zur gleichnamigen Insel zu schippern. Die Fähre ist kostenlos, kann aber morgens und abends gerne mal voller Berufspendler sein. Ich kam mir vor wie Melanie Griffith in „Working Girl“. Die Fähre bringt uns der kupfernen Miss Liberty ziemlich nahe, den Rest erledigt das Objektiv. Der Vorteil: kein Schlangestehen, kein Eintritt – merken, Leute!

Staten Island Ferry in New York

Heute nutzen wir unser Metro-Ticket voll aus, denn wir fahren mit der Trainline 7 raus nach Queens bis Forest Hills – vielerorts als eine Reise durch fünf Kontinente angepriesen. Wir finden: Muss man nicht haben, aber das konnten wir natürlich erst hinterher beurteilen. Da setzen wir lieber unsere Entdeckertour auf Manhattan Island fort und schlagen uns kreuz und quer durch die Häuserschluchten und Straßen und belasten unsere Speicherkarte mit Unmengen beeindruckender Motive.

New York zum Ersten“ beschließen wir mit einer formidablen Pizza im Soho Numero 28 in der Spring, um anschließend durch die nächtlichen Straßen zurück zum Hotel zu schlendern; Koffer packen ist angesagt. Mein Gott: Drei Tage NYC sind rum, und wir haben sooooo viel noch nicht gemacht. Wir waren in keinem Museum, auf keinem Wolkenkratzer, vom Shoppen ganz zu schweigen … Das kurz aufkommende Gefühl: „Mist, wir haben noch gar nicht alles gesehen!“ beamen wir kurzerhand weg; wir kommen ja wieder!

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2.Dezember 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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