Entspanntes Washington D.C.

Das Capitol in Washington D.C.

Für drei Nächte machen wir nun eine Pause vom Big Apple in Washington D.C. Wir finden: eine gute Empfehlung für jeden, der ein bisschen mehr Zeit für seinen New-York-Trip hat.

Von der Pennsylvania Station geht unser Zug heute nach Washington D.C. Auf dem Bahnhof sehen wir tatsächlich ein paar Polizisten, ansonsten haben wir in Manhattan nur wenige Ordnungshüter angetroffen. Zutritt zum Bahnsteig wird den Reisenden übrigens erst ganz kurz vor Einfahrt des Zuges gewährt – da stellt sich durchaus schon mal Nervosität ein! Es gibt übrigens auf dem gesamten Bahnhof keine einzige Sitzmöglichkeit – lediglich in den ausgewiesenen Wartebereichen, die man nur mit Fahrkarte betreten darf, oder in den Restaurants. Der Wartende behilft sich da gerne mit dem „großen Sitz“, dem Fußboden nämlich.

Drei Stunden später laufen wir nach einer kurzweiligen Fahrt in der Union Station in Washington D.C. ein. Da wir auch zu Hause kein Auto besitzen, sind wir es gewohnt, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und nehmen die Yellow Line vom Bahnhof direkt zu unserem Hotel; Fahrpreis: 1 Dollar pro Person. Während Taxis in der Regel die Direttissima nehmen, erlebt man ja mit Bus oder Tram meist schon mal eine kleine Stadtrundfahrt – machen wir übrigens meistens so, das hat sich bewährt.

In New York waren wir stets irgendwie in Eile; in Washington kommen wir gar nicht auf die Idee, zu hetzen. Ruhig und gemächlich geht es hier zu. Es gibt keine Spur von Wolkenkratzern; die Häuser in der City dürfen per Dekret nicht höher sein als das Capitol – einfach angenehm. Das Latham Hotel liegt in der M Street im zauberhaften Stadtteil Georgetown. Damit haben wir einen Treffer gelandet: Wir finden, Georgetown ist der hübscheste Stadtteil und die M Street seine netteste Straße. Ich sag’ nur: „Colonial Style“ – urgemütlich!

 Georgetown in Washington D.C.

Gut trifft es sich, wenn man eine Cousine in den Vereinigten Staaten hat. Selbige holt uns gleich an unserem ersten Abend vom Hotel für eine Crash-Sightseeing-Tour ab. Malerisch schlendert es sich entlang des Potomac-Ufers über Georgetown Harbor zum John F. Kennedy Center for the Performing Arts. Es ist Dienstag, und der Washingtoner lauscht in den heiligen Hallen des Kennedy Centers kostenlos der Musik – wir auch, während die rote Sonne im Potomac versinkt . Was für ein cooler Einstieg!

Später zeigt die Cousine uns ihr Lieblingsmemorial, nämlich das von Theodore Roosevelt; es könnte glatt auch unser Favorit werden! Inzwischen ist es vollends dunkel geworden, und die Zuckerbäckerbauten der Innenstadt leuchten in kuscheligem Laternenlicht. Ist das gemütlich! Eine komplett andere Welt als die Millionenstadt am Hudson. Spontan greifen wir im Potomac Wines & Spirits Store ein Fläschchen Chardonnay aus dem Napa Valley (auf die Idee wären wir in New York irgendwie gar nicht gekommen) und machen es uns auf der heimischen Couch im Latham Hotel so richtig nett. Ein hübsches Detail ist übrigens die Tatsache, dass wir bislang in den Hotels unseren iPod in die Radios einstöpseln konnten. Natürlich nur das Original; Besitzern von Konkurrenzprodukten wird die Möglichkeit verwehrt.

Dafür, dass wir heute Morgen noch in New York waren, haben wir schon einen ordentlichen Eindruck von Washington D.C. ergattern können.


Monumente, Museen und gemütliche Stunden in Georgetown

Durch die kleinen Butzenscheiben kitzelt uns die Sonne wach und treibt uns am nächsten Morgen aus dem King-Size-Bett. Wir starten mit einem gemütlichen Morning Walk durch das alte Georgetown in den Tag. Der Washingtoner trödelt mit seinem Coffee to go bürowärts, der Schulbus lädt die Kids ein, das Geplätscher des alten Kanals erfüllt die Kopfsteingassen mit gleichbleibender Geräuschkulisse – herrlich!

In Washington kommen wir uns vor wie in den Tagesthemen: hier das Weiße Haus, dort das Capitol und legendär The Mall, eine Perlenkette zahlreicher Mahn- und Denkmäler für vielerlei Ereignisse und Persönlichkeiten. Hier findet man „Monuments“ und „Memorials“, zum Beispiel für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Es gibt auch Denkmäler für den Korea- und den Vietnamkrieg – für den Letzteren existiert sogar ein Extra-Denkmal für die Frauen dieses Krieges. Lieblingsdenkmal meines Physikers: das Albert Einstein Memorial – logisch, oder?!

Weißes Haus in Washington D.C.

Zwischen Capitol Hill im Norden und Washington Memorial im Süden (leider gerade geschlossen, weil kürzlich ein Erdbeben für einige Risse im Gemäuer gesorgt hatte) liegen viele Museen des Smithsonian Institutes. Unser Extra-Tipp: In Washington laden die Museen kostenlos zum Besuch ein, man kann also ganz entspannt mal hierhin und mal dorthin gehen und hat nicht das Gefühl, den ganzen Tag teure Eintrittsgelder „abarbeiten“ zu müssen.

Irgendwann ist selbst der größte Bildungshunger gestillt, und wir sind nicht mehr aufnahmefähig. Mit einem Streifzug durch das National Museum of Natural History sowie das National Museum of American History haben wir uns für heute genug gebildet und fahren lieber nach Arlington, dem Heldenfriedhof der amerikanischen Hauptstadt. Arlington liegt auf der anderen Seite des Potomacs, ist mit einer der drei Metro-Linien leicht zu erreichen, gehört dabei aber bereits zum Bundesstaat Virginia. Arlington ist eine beeindruckende Parkanlage von gigantischen Ausmaßen. Zudem ist es mächtig hügelig dort, was daher einen schönen Ausblick auf Washington mit dem Pentagon im Vordergrund erlaubt.

Heldenfriedhof Arlington in Washington D.C.

Dass John F. Kennedy in Arlington begraben ist, weiß jeder. Aber hier liegen auch viele Helden, das sind für die Amerikaner nicht nur ihre Soldaten. Auch die verunglückten Astronauten der Raumfähren Challenger und Columbia haben hier ihre letzte Ruhe gefunden. Wir spazieren bergauf, bergab, verharren feierlich am Grab des unbekannten Soldaten und machen spannende Schnappschüsse, als auf einem Holzwagen ein Sarg, eingewickelt in Stars and Stripes, von sechs berittenen Soldaten zu Grabe gezogen wird. Wir kommen uns ein bisschen wie im Western vor.

Kennedy's Tomb in Washington D.C.

Als wir mit der Metro zurück nach Foggy Bottom fahren, bemerken wir, dass wir stundenlang durch Arlington gelaufen sind. Hunger treibt uns zu „Clyde’s“, einem typisch amerikanischen Restaurant in der M Street. Stilgemäß lassen wir uns zu Crabcakes & Maine Lobster nieder.

Maine Lobster

Wir finden, dazu passt ein kühles Bierchen. Aus unserem Georgetown rühren wir uns heute nicht mehr raus. Im Regierungsbezirk ist abends ohnehin nicht allzu viel los – hier wird tagsüber regiert und abends ins Häuschen mit Garten am Stadtrand gefahren, wie wir gelernt haben. Doch auch in Georgetown wird es Abend. Die langen Öffnungszeiten New Yorks sind hier unbekannt, und es wird ruhig auf der M Street, tagsüber sonst eine quirlige Einkaufsstraße.

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6.Dezember 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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