Energielos in Tofino

Der herrliche Hafen von Tofino

Wer in Victoria gut in den Tag starten will, könnte ihn im Bean Around the World in der Fisgard Street beginnen. Das Angebot lässt keine Wünsche offen, der Laden ist urgemütlich und man hat einen guten Grund, noch mal kurz nach Chinatown zurückzukehren. Danach begeben wir uns aber umgehend auf den Trans-Canada Highway – dessen symbolische Meile 0 am Beacon Hill Park liegt und der bis nach St. John’s auf Neufundland führt – und fahren unserem heutigen Ziel entgegen: Tofino. Das klingt schon mal richtig gut. Tofino! Lange Strände, großartige Wellen (vor allem für Surfer, zu denen ich mich allerdings eher nicht zähle) und das Gefühl, weitab von allem zu sein. Der Weg dorthin ist jedenfalls schon mal so, wie man sich Reisen in Kanada vorstellt: endlose Wälder, Berge und Seen wie aus dem Hochglanzbildband. Wie überaus angenehm ist es da, dass man in diesem Land mit dem Auto tatsächlich noch gemütlich reist, statt gehetzt von einem Stau zum nächsten zu brettern. Nein, hier drängelt niemand, alle sind geduldig, auch wenn hier und da die Touristen noch langsamer werden, um schnell noch einen Schnappschuss aus dem Fester zu erhaschen.

 Die Mile 0 des Trans-Canada Highway in Victoria Wunderschöne Berge bei Tofino

Unterwegs stoppen wir kurz an einem dieser schönen Seen, dem Cameron Lake, der über ein ebenso klares wie kaltes Wasser verfügt. Direkt am See liegt der MacMillan Provincial Park, der auch unter dem Namen Cathedral Grove bekannt ist – offenbar ein Highlight, jedenfalls der Anzahl der dort parkenden Autos nach zu urteilen. Den Park lassen wir aber erst mal links liegen – auf dem Rückweg wollen wir hier anhalten. Irgendwann führt uns die Berg- und Talfahrt dann in den Pacific Rim National Park. Diverse Schilder weisen auf Strände und Wanderwege durch den Regenwald hin. Aber wir wollen erst einmal in unserem Hotel einchecken, das direkt am kleinen Hafen von Tofino liegt.

Der herrliche Cameron Lake Schild Trans-Canada Highway bei Tofino

Wie sich schnell herausstellt, gibt es im ganzen Ort schon seit Stunden keinen Strom. Macht ja nichts, ist ja noch helllichter Nachmittag, der ideale Zeitpunkt, um eine Runde durch das Städtchen zu drehen. Die Lage ist grandios, rundherum gibt es Wasser; dahinter ragen Berge auf, an denen hier und da eine Wolke hängen geblieben ist. Wir könnten Stunden diesen Anblick genießen – wenn der Wind nicht so kühl wäre. Außerdem wollen wir noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt einkaufen, der sich mit einem Generator Strom fürs Kassieren verschafft. Außerdem decken wir uns für alle Fälle noch mit einer Kerze und einem Feuerzeug ein. Und das war nicht die schlechteste Entscheidung, wie sich später bei Einbruch der Dunkelheit herausstellt.

In Tofino unterwegs

Die Spannung im Stromnetz lässt weiter zu wünschen übrig. Da drängt sich irgendwann auch die Frage auf, inwieweit die örtliche Gastronomie in Mitleidenschaft gezogen ist. Als wir uns auf den Weg machen, ist es bereits dunkel. Und die meisten Restaurants sind es auch, denn sie haben geschlossen. Wir finden ein geöffnetes, für das wir jedoch keine Reservierung haben. Aber es ist lustig anzuschauen, wie die Leute an dem nur mit Kerzen beleuchteten Raum sitzen und versuchen, die Speisekarten zu entziffern. Etwas später haben wir auch Glück und finden in einer der dunklen Straßen eine Pizzeria, für die sich die Anschaffung des Generators recht schnell gerechnet haben dürfte. So sitzen wir dann etwas später bei Kerzenschein und Pizza in unserem Zimmer und genießen den stromlosen Abend in diesem abgelegenen Ort. Auch das passt ja eigentlich ziemlich gut zu der Vorstellung, die man über Kanada so hat: weitab von allem Stress die Natur genießen und auch mal ein bisschen improvisieren.

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14.Februar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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