Die kleine Vancouver-Island-Runde

Auf dem Weg nach Friday Harbor

Was tun, wenn man Freunde besucht, die seit Kurzem in Vancouver wohnen, zwei Wochen insgesamt Zeit hat und auch gern noch ein wenig die Gegend erkunden möchte? Lässt sich das alles unter einen Hut bringen? Ja, das klappt. Meine Frau und ich (Nico aus der CANUSA-Internetabteilung) machen einfach die kleine Runde, die einem in knapp fünf Tagen einen sehr guten Eindruck von dieser unglaublich schönen und abwechslungsreichen Gegend verschafft.

Dienstag in Friday Harbor

Also reißen wir uns drei Tage nach unserer Ankunft von dem perfekten Fleckchen Erde namens Vancouver los und brechen mit dem tags zuvor problemlos von Alamo übernommenen Mietwagen in Richtung Süden auf. Zum Glück kennt sich mein Handy in der Gegend aus, sodass wir zum Teil durch recht entlegene Wohngebiete schließlich auf den richtigen Highway gelangen und uns alsbald in Blaine am Grenzübergang zu den USA befinden, wo wir innerhalb einer knappen Stunde zu neuen Stempeln in unseren Reisepässen kommen. Weiter geht’s nach Bellingham. Und dann wird es sehr schön, denn die Strecke führt uns nun durch eine Gegend, die so ist, wie man sich Washington State vorstellt: grün. „The Evergreen State“ ist passenderweise auch sein Spitzname.

Unterwegs im Larrabee State Park Im Larrabee State Park

Auf dem Highway 11 umrunden wir die Samish Bay und legen einen kleinen Halt im Larrabee State Park ein. Von all den Wanderwegen und Aussichtspunkten haben wir auf die Schnelle natürlich nichts, aber dennoch genießen wir die frische, würzige Luft, die Ausblicke auf Felsen und Inseln, die sich mystisch im Dunst abzeichnen, pflücken ein paar Brombeeren und fahren entspannt weiter nach Anacortes. Von hier wollen wir mit der Fähre in den Archipel der San Juan Islands eintauchen. Ungünstigerweise sehen wir gewissermaßen nur noch die Rücklichter des 14-Uhr-Schiffes nach Friday Harbor, aber macht nichts, wir sind ja im Urlaub und gehen entsprechend entspannt mit der Situation um, indem wir uns erst mal einen Cheesecake im Fährterminal gönnen.

Mit der Faehre nach Friday Harbor San Juan Islands

Nach einigem Warten können wir dann endlich in See stechen. Und das Warten bringt auch Vorteile mit sich, weil das Licht die vielen Eilande nun in eine ganz besondere Stimmung taucht. Gemächlich tuckert das Schiff durch eine Landschaft, die mich ein bisschen an skandinavische Fjorde erinnert – aber doch irgendwie ganz anders ist. Hin und wieder taucht eine Robbe auf und verschwindet gleich wieder. Die Orcas, die es hier zweifelsohne gibt, bleiben unseren Augen allerdings verborgen. Links und rechts ist stets das Ufer zu sehen, hier und da gibt es Holzhäuser zwischen den Bäumen, ab und an lässt sich ein kleiner Hafen ausmachen. Alles scheint hier der Welt ein wenig entrückt zu sein. Nach etwas mehr als einer Stunde kommt dann Friday Harbor in Sicht, der Ort, an dem unser heutiges Bett steht. Wie praktisch, wir brauchen nur von der Fähre fahren und können uns quasi bis zum Hotel ausrollen lassen, so nah ist es. Es handelt sich um das im Frühjahr 2011 eröffnete The Island Inn at 123 West. Uns haben es die „Eurostyle Guestrooms“ angetan, die sehr angenehm sind: modern, hell und mit einer Dusche, in der eine Fußballmannschaft Platz fände. Das Haus liegt direkt im Hafen und bietet auch Zimmer mit Blick auf selbigen. Unser Zimmer zählt allerdings nicht dazu, was aber nicht weiter schlimm ist, denn jeweils drei Zimmer haben einen gemeinsamen Aufenthaltsraum mit Sofa, Tischen, Teekocher und allem Pipapo.

Hafen von Friday Harbor Lecker Essen gehen in Friday Harbor

Zum Abendessen stolpern wir, nachdem wir das kleine Friday Harbor und vor allem den netten Jachthafen erkundet haben, direkt ins gegenüberliegende The Place. Eine Adresse, die man sich merken sollte. Nicht ganz billig, aber das, was einem geboten wird, ist tadellos und seinen Preis wert. Nach dem Motto „Support the Locals“ gibt’s zum Essen einen Gewürztraminer aus Oregon und hinterher einen Himbeerwein von Lopez Island, einer der San Juan Islands. So kann es gerne morgen in Victoria auf Vancouver Island weitergehen. Da es nur eine Fähre um kurz vor zehn gibt, bleibt es einstweilen in Sachen San Juan Islands für uns nur bei einer Stippvisite. Allerdings notiere ich mir gleich auf meiner Reiseliste, irgendwann mal mit ein bisschen mehr Zeit im Gepäck zurückzukehren, um auch ein paar der anderen 172 Inseln in Augenschein zu nehmen.

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8.Februar 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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