Der North Cascades National Park – die amerikanischen Alpen

Vom Diablo Dam Blick auf Skagit River im North Cascades National Park

Blick auf dem Skagit River

Vom Mount Rainier National Park fuhren wir zunächst über den gemütlichen Highway 161 und später über die recht vollen Highways 405 und 5 durch die Metropolitan Area von Seattle in Richtung Burlington und North Cascades National Park. Die Fahrt über den Highway 405 ist besonders am späten Nachmittag nur bedingt zu empfehlen, da es selbst unter der Woche ständig zu Staus und Verzögerungen kommt und das Verkehrsaufkommen immer sehr hoch ist. Einen Vorteil hatte die Anreise über Seattle jedoch, da wir in Marysville einen kurzen Zwischenstopp in den Seattle Premium Outlets machen und zur Belohnung für die recht lange Fahrt shoppen konnten. Die Seattle Premium Outlets liegen direkt am Highway 5 und sind ein Zusammenschluss vieler Outlets bekannter Marken, darunter Levis, The North Face, Adidas und Nike.

Nach einer erfolgreichen Shoppingtour folgten wir dem Highway 5 bis nach Burlington, um von dort aus auf den Highway 20 Richtung North Cascades National Park zu fahren. Hinter Burlington verläuft der Highway entlang des Skagit Rivers und bietet viele Möglichkeiten für kleine Pausen und Picknicks. Da es spät am Abend war und schon dunkel wurde, fuhren wir den ersten Campground auf dem Highway 20 an, den Howard Miller Steelhead Park in Rockport. Es handelt sich um einen Four Season Campground, er liegt direkt am Skagit River und ist vor allem während der Sommer- und Ferienzeiten bei Anglern und Familien sehr beliebt. Während unseres Aufenthalts waren jedoch nur zwei weitere Camper auf dem Platz. Der Campground ist auf der Fahrt in die Cascades sehr zu empfehlen, da er mit warmen Duschen, Strom und Wasser (Full Hook-Up) ausgestattet und in einem sehr gepflegten Zustand ist. Zwar handelt es sich um Münzduschen (1 Dollar für 3 Minuten), aber für eine warme Dusche war uns zum Ende unserer Reise nichts zu teuer.

Camper am Howard Miller Steel Park

Camper Howard Miller Steel Park

Der Howard Miller Steel Park Campground

Howard Miller Steel Park

Die Ankunft am North Cascades National Park

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir mit einer warmen Dusche in einen erneut sonnigen Tag und erlebten eine unserer schönsten Fahrten. Der Highway 20 führt teilweise direkt am Skagit River entlang in die „American Alps“. Unser erstes Ziel war das North Cascades National Park Visitor Center, wo wir Tipps zu schönen Wanderungen und Aktivitäten sowie aktuelles Kartenmaterial für den Park bekamen. Direkt dahinter konnten wir auf einem kleinen Viewpoint schon einen ersten Eindruck von den schönen Bergpanoramen bekommen, die uns in den nächsten Tagen erwarteten. Wir fuhren bis nach Newhalem, einem kleinen Ort, der nicht nur mit einer gut erhaltenen alten Dampflokomotive aufwartet, sondern vor allem am Ende der Ortschaft eine kleine Überraschung zu bieten hat. Kurz vor dem Ortsausgang steht auf der rechten Seite unübersehbar das Gorge Powerhouse, ein altes Stromkraftwerk mit Museumscharakter, das man auch von innen besichtigen kann. Über eine Brücke gelangt man nicht nur zum Kraftwerk, sondern auch zu einen kleinen Trail, der dahinter startet und, umgeben von reichen Gärten, bis zu den Ladder Creek Falls führt. Auf jeden Fall lohnt sich dieser kurze Spaziergang, und auch die Geschichte rund um den Initiator dieser Gärten, James Delmage Ross, ist interessant.

Faszinierende Ausblicke vom Diablo Dam

Vom Kraftwerk aus haben wir uns auf den Weg zum ersten Staudamm auf der Strecke gemacht, dem Diablo Dam. Schon unterwegs dorthin hat man immer wieder die Möglichkeit, an der Straße anzuhalten und die wahnsinnig schönen Ausblicke auf die Berge und den Stausee zu genießen. Man sollte auf der Fahrt zum Damm vor allem auf das Schild „North Cascades Environmental Learning Center“ achten. Biegt man hier in die leicht übersehbare Straße ab, kann man mit dem Auto oder Camper direkt über den Damm fahren – eine freie Bahn (die Straße ist nur für eine Spur ausgelegt) und Schwindelfreiheit sind vorausgesetzt. Wenden kann man auf dem Damm nicht. Wir fuhren hinüber und parkten unseren Camper auf der gegenüberliegenden Seite. Von dort aus liefen wir dann noch mal zu Fuß hinüber und hatten von der Mitte des Damms aus beeindruckende Ausblicke zu beiden Seiten: auf der einen Seite der Stausee, auf der anderen der Damm und das Tal. Mit etwas Glück wird zum Zeitpunkt des Besuches das Wasserkraftwerk an dem Damm in Betrieb genommen, was heißt, dass die gigantischen Schleusentore geöffnet werden und man ein beeindruckendes Schauspiel an Wassergewalt miterleben kann. Das war bei uns (glücklicherweise) nicht der Fall. Am Rande des 120 Meter hohen Dammes zu stehen, war ein ausreichender Adrenalinkick.

Blick auf dem Diablo Damm im North Cascades National Park

Blick auf dem Diablo Damm

Camper über den Diablo Damm im North Cascades National Parl

Camper über den Diablo Damm

Nach diesem Erlebnis fuhren wir zum Colonial Creek Campground, hatten wieder mal viel Glück und bekamen noch einen wunderschönen Platz am See (Site 80). Da direkt vom Campingplatz aus mehrere schöne Trails beginnen, brachen wir am späten Nachmittag noch auf zu einer Wanderung über den Thunder Creek Trail und den 4th of July Pass, die uns noch einmal mit einem Naturerlebnis zwischen Wald, Flussläufen und leichtem Gebirge überraschten. Für die Verlängerung über den 4th of July Pass sind Ausdauer und eine gute Wanderausrüstung sowie Verpflegung für eine Picknickpause zu empfehlen. Nachdem man zum 4th of July Pass abgebogen ist, wird es steil, steinig und schmal. Wir wurden für die Anstrengungen jedoch mit tollen Ausblicken auf die Berge belohnt und kehrten begeistert vom Tag zu unserem Camper zurück.

 

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28.Dezember 2015  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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