Chicken, Dawson City und Tombstone Territorial Park

Goldensides Trail

Wanderung auf dem Goldensides Trail im Tombstone Territorial Park

Erst das Chickenstock Music Festival, dann Dawson City

Es hatte die ganze Nacht lang gewittert und geregnet, und laut Wettervorhersage sollte es für die nächsten beiden Tage am Kluane Lake regnen. Deshalb entschieden wir uns dafür, bereits einen Tag früher als geplant weiterzufahren. Wir wollten den Regentag nutzen, um eine größere Entfernung zurückzulegen, und fuhren mit mehreren Stopps über den Alaska Highway und den Taylor Highway bis nach Chicken.

Die Fahrt war durch die vielen Baustellen etwas länger als gedacht. Da wir jedoch recht früh am Kluane Lake losgefahren waren, kamen wir trotz des Umwegs über Tok, wo wir noch einkaufen waren, schon am Nachmittag in Chicken an. Die Einreise in die USA verlief mit dem bereits vorhandenen Visum problemlos und schnell. Der beschauliche Ort Chicken besteht aus wenigen Häusern, und es leben dort nur eine Handvoll Menschen das ganze Jahr. An dem Tag, an dem wir dort ankamen, war es jedoch etwas anderes, der Ort war geradezu lebendig – denn an diesem Wochenende fand auf dem Gelände des Chicken Gold Camp das jährliche Chickenstock Music Festival statt. Ein Festival mit Bluegrass und Folk, bei dem Künstler aus ganz Alaska auftraten und etwa 500 Besucher mitfeierten! Einige Besucher waren schon dort und freuten sich bereits am Vorabend gemeinsam auf das Festival. Wir hatten Glück und bekamen den einzigen noch freien Platz auf dem Campground. Die Atmosphäre in Chicken war richtig nett, und wir fanden es als Musikfans toll, die Festival-Stimmung mitzuerleben. Außerdem gab es in Chicken viel zu sehen – vor allem die Pedro Gold Dredge, die auf einem Hügel direkt am Camp steht. Das Chicken Gold Camp bieten Führungen zur Dredge, zeigt Gästen das Goldwaschen und bietet darüber hinaus weitere Aktivitäten an, etwa Kajak-Touren auf dem Fortymile River. Außerdem betreiben sie einen kleinen Souvenirladen und ein Café mit ganz leckerem Gebäck. Wir konnten unseren kurzen Aufenthalt in Chicken sehr genießen und fanden den Campground dort richtig gut.

Chicken Gold Camp in Alaska

Das Chicken Gold Camp

Pedro Gold Dredge am Campground im Yukon

Pedro Gold Dredge in Chicken

Erst mal zum Visitor Centre

Von Chicken aus fuhren wir über den Taylor Highway und den Top of the World Highway nach Dawson City. Für diese Tour sollte man unbedingt einen ganzen Tag einplanen. Nicht nur, weil man meistens nicht besonders schnell fahren kann, sondern auch, weil die Strecke so unglaublich schön ist. Der Top of the World Highway führt entlang des Bergkamms von einer Spitze zur nächsten und bietet fantastisch schöne Panoramen. Am Vormittag hatten wir weniger Glück mit dem Wetter, aber am Nachmittag klarte der Himmel wieder auf, sodass wir die Weite des Ausblicks sehr genießen konnten. Wir hätten noch endlos lange weiter auf dem Highway fahren können, so entspannt war alles. Die Grenzüberfahrt war ebenso einfach und schnell. Mitten aus dem Nichts tauchte das Kontrollhäuschen auf, und so schnell wie es kam, verschwand es auch wieder in der Bergkulisse. In Dawson überquerten wir mit der George Black Ferry den Yukon River. Unser erster Anlaufpunkt in Dawson City war mal wieder das Visitor Centre. Direkt gegenüber befindet sich auch das Visitor Centre für die Northwest Territories und den Dempster Highway. Wir informierten uns in beiden Zentren über den aktuellen Zustand des Highways sowie über Wandermöglichkeiten und wagten anschließend unser erstes „Außer-Camper-Dinner“ im Klondike Kate’s. Glücklicherweise waren wir noch rechtzeitig vor der Rushhour da – als wir etwas später unser Essen bekamen, gab es schon keine freien Plätze mehr, viele mussten draußen darauf warten. Die Atmosphäre im Restaurant war richtig nett und das Essen – Veggieburger mit Süßkartoffel-Pommes – sehr lecker. Außer uns waren an dem Abend kaum andere Urlauber dort, sondern vor allem Einheimische, wodurch wir etwas vom Leben in Dawson City mitbekamen. Auf der Terrasse des Restaurants spielte ein Musiker Gitarre, und an den Wänden hingen viele Bilder aus der Zeit der Goldgräber. Danach spazierten wir noch in der Abendsonne und waren begeistert von der Stadt. Das, was in Skagway ein bisschen wie eine Fassade und Maskerade wirkte, war hier echt. Dawson hat viel Charme, und auf einem Spaziergang kommt man an vielen historischen Plätzen und Häusern vorbei.

Dawson City im Yukon

Dawson City

Dawson City Bootsanleger

Schaufelraddampfer in Dawson City

Unterwegs auf dem Goldensides Trail

Übernachtet haben wir etwas außerhalb von Dawson auf dem Klondike River Campground, der direkt am North Klondike Highway in einem schönen Wäldchen liegt. Von dort aus wollten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Tombstone Territorial Park machen. Im Tombstone Visitor Centre hatten wir uns über Wanderungen erkundigt – der Grizzly Lake Trail war, weil es Schnee am Grizzly Lake gab, leider nur zum Teil von den Rangern freigegeben. Wir hatten uns eigentlich eine Wanderung zum Grizzly Lake mit einer Übernachtung auf dem dortigen Campingplatz vorgenommen, aber das fiel nun aus. Den ersten Teil des Trails konnten wir aber trotzdem nehmen, und zufällig bot die Rangerin am nächsten Tag eine geführte Wanderung an. Wir meldeten uns erst dafür an und fuhren dann zum Tombstone Mountain Campground, der malerisch liegt und von fast jedem Platz aus einen fantastischen Blick auf die Berge bietet. Die Landschaft der Tundra ermöglicht von überall aus weite Blicke, auch ohne einen Berg zu erklimmen. Das Wetter wurde an dem Abend ganz traumhaft und bot strahlend blauen Himmel und Sonnenschein mit keiner einzigen Wolke, sodass wir uns spontan dazu entschieden, noch einen von der Rangerin empfohlenen Trail zu wandern. Der Ausgangspunkt des Goldensides Trail war für uns nur knapp vier Kilometer vom Campground entfernt und sehr gut zu Fuß oder mit dem Camper erreichbar. Parken kann man dort neben dem Radio Tower. Der Goldensides Trail gilt als beliebtester Trail im Tombstone Territorial Park, denn er ist sehr gut ausgebaut und mit einer Länge von etwa zwei Kilometern je Richtung für jeden Wanderer und Spaziergänger optimal geeignet. Der Weg führt entlang flach wachsender Gebüsche und bot uns an dem Abend atemberaubende Ausblicke entlang des Dempster Highways, durch das North Klondike Valley auf die Tombstone Mountain Range und auch auf die westlich gelegenen Bergketten und Täler. An den steinigen Hängen konnten wir Murmeltiere und Eichhörnchen beobachtet und uns an den Aussichtspunkten viel Zeit für eine ausgiebige Fotosession lassen. Wieder waren wir auf dem Trail weit und breit ganz allein unterwegs. Wir wanderten noch ein Stück weiter hoch auf den Goldensides Mountain, machten es uns knapp unter der Bergspitze gemütlich und genossen die wahnsinnig tolle Aussicht. Die Sonne ging an dem Abend offenbar gar nicht unter, sodass wir auf dem Campground noch lange draußen am Feuer saßen und die besondere Stimmung im Park auf uns wirken ließen.

Tombstone Territorial Park, Goldsides Trail

Goldensides Trail im Tombstone Territorial Park

Guided Hike zum Grizzly Lake

Geführte Wanderung zum Grizzly Lake

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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28.Oktober 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada, USA  Autor:


4 Kommentare für “Chicken, Dawson City und Tombstone Territorial Park”

  1. Odette Schiller sagt:

    Hallo Hajo und Dietlinde,
    oh wie schön, da habt ihr eine ganz tolle Reise geplant! Im Yukon kann man keine geführten Bärenbeobachtungen buchen, wir haben jedoch auch ohne Tour einige Bären in freier Wildbahn beobachten können. Falls ihr auch nach Alaska fahrt, könnt ihr auf der CANUSA Webseite unterschiedliche Touren-Agebote anschauen und anfragen: http://www.canusa.de/kanada-reisen/yukon-alaska-reisen/aktivreisen-yukon-alaska/tierbeobachtung-yukon-alaska
    Viele Grüße und weiterhin viel Freude bei der Reisevorbereitung,
    Odette

  2. hajo und dietlinde sagt:

    tolle beschreibungen. freue mich immer über die nächste seite. wollen im juni17 auch so( oder ähnlich) vorgehen- euer blog ist eine gute vorbereitung.
    Kennt ihr eine seriöse anschrift, wo man eine geführte bärenbeobachtung buchen kann ??
    ..ansonsten weiter so..
    h und d

  3. Odette Schiller sagt:

    Hallo Frau Brauckmann,
    für den Frischwassertank kann ich das relativ schwer pauschal sagen. Es kommt ganz darauf an wie hoch Ihr Verbrauch ist und ob Sie zB auch im Camper duschen. Unser Truck Camper von Fraserway hatte einen recht großen Wassertank, sodass wir bei normalem Verbrauch ca. 5-7 Tage damit ausgekommen sind. Es gibt im Yukon zwar nicht so viel Infrastruktur wie in BC oder Alberta, aber wir sind mit den Tanks immer super ausgekommen und hatten nie Probleme bzw. Wassernot. In den „größeren“ Orten gibt es eigentlich immer kleine, private Campgrounds, auf denen man seinen Wassertank ausleeren und nachfüllen kann – auch wenn man nicht dort übernachtet. Auch mit den Propan-Tanks sind wir super ausgekommen. Der Strom lädt sich während des Fahrens immer wieder automatisch auf, sodass Sie sich diesbezüglich keine Gedanken machen müssen. Die Anzeigen sind unserer Erfahrung nach zufällig.
    Viele Grüße und viel Freude bei den Planungen,
    Odette Schiller

  4. Claudia Brauckmann sagt:

    Hallo Odette,

    haben Sie Erfahrungewerte, wie lange man mit dem Truckcamper unterwegs sein kann, ohne Frischwasser und Strom zu tanken. Da im Yukon einige Campingplätze sehr einfach ausgestattet sind, wäre das für unsere Planungen hilfreich.

    Viele Grüße
    Claudia Brauckmann

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