Chicago entdecken: Erster Tag

14. Mai 2010
Am ersten Morgen treffen wir uns mit Anngret, einer Kollegin, die gerade in der Gegend ist, in der Hotellobby. Wir machen uns auf den Weg zum Millennium Park, der in knapp fünf Minuten Fußweg zu erreichen ist.

Dieser Park ist die Verlängerung des Grant Park und hätte eigentlich im Jahr 2000 fertiggestellt werden sollen, tatsächlich ist er aber erst 2004 eröffnet worden. Der Herzstück des Parks ist der Platz mit dem Cloud Gate, oder „The Bean“, wie die Chicagoer sagen. Dieses Kunstwerk ist wirklich beeindruckend – die komplette Umgebung spiegelt sich in dieser „Bohne“ aus Stahl. Auch wir können nicht genug davon bekommen und schießen Fotos aus jeder Richtung. Die umliegenden Wolkenkratzer unterschiedlichster Architektur sind genauso beeindruckend wie das Kunstwerk an sich. „The Bean“ ist mittlerweile eines der Wahrzeichen der Stadt geworden, genau wie die Crown Fountain im Park. Dieser Brunnen besteht aus zwei 15 m hohen Glastürmen, die mit Wasser überspült werden. Diese beiden Gebilde sind mit LED-Screens ausgestattet und zeigen ständig Videobilder beziehungsweise Porträts von ungefähr tausend Einwohnern Chicagos – faszinierend! Auch sonst gibt es noch diverse Plätze und Ruheoasen im Park. An dessen Ende befindet sich das Kunstmuseum der Stadt: The Art Institute of Chicago. Da das Wetter an diesem Tag jedoch viel zu schön ist, entscheiden wir uns, erst ins Museum zu gehen, wenn es schlechter wird.

Wir verabschieden uns von Anngret, lassen den Millennium Park hinter uns und tauchen in das bunten Getümmel der Stadt ein. Es ist Freitag, also ein ganz normaler Arbeitstag. Wir gehen in den Loop, das Hauptgeschäftsviertel der Stadt, und beobachten das Alltagstreiben. Hier befindet sich auch die berühmte Chicagoer Hochbahn, „Chicago Elevated“ oder kurz „El“ genannt. Sie ist bereits vor über 120 Jahren erbaut worden und fährt immer noch.

Das öffentliche Verkehrsnetz in Chicago ist übrigens ganz wunderbar. Neben der Hochbahn, die teilweise auch unterirdisch fährt, gibt es ein super ausgebautes Busnetz. Wir kaufen uns am ersten Tag gleich für gerade mal 28 US $ eine Wochenkarte für das gesamte Verkehrsnetz, also inklusive Fahrt zum Flughafen, der in rund 50 Minuten von der City aus mit der Bahn erreicht werden kann. Wow, das ist mal günstig!

Wir bestaunen immer wieder die abwechslungsreiche Architektur in der Stadt, die wirklich durch die unterschiedlichsten Epochen geht. Man findet auch sehr viele Plätze mit Kunstwerken. Zusätzlich fällt auf, wie sauber alles ist. Vorbei an der größten Bibliothek der USA (Harold Washington Library Center) und dem Rathaus (mit einer riesig großen Picasso-Skulptur davor) sind wir mittlerweile am Chicago River und der sogenannten Michigan Ave Bridge angekommen. Diese Brücke ist eine von über fünfzig Zugbrücken der Stadt. An diesem Platz hat man so viele Gebäude unterschiedlicher Architektur, dass ich nicht genug bekommen kann – dies ist mein absoluter Lieblingsplatz! Wow! Hier steht auch das wunderschöne Wrigley Building. Mich wundert es schon ein wenig, dass es noch kein Kaugummi-Museum in der Stadt des Kaugummis gibt … 😉

Gleich gegenüber befindet sich das schöne Gebäude der „Chicago Tribune“, der Zeitung Chicagos. Der sogenannte Tribune Tower hat etwas ganz Besonderes an der Außenfassade: Kleine Bruchstücke weltbekannter Bauten, die Korrespondenten der Zeitung von Reisen mitgebracht oder geschenkt bekommen haben, sind hier eingemauert. So kann man zum Beispiel Teile der Berliner Mauer, der Cheops-Pyramide, der Chinesischen Mauer und sogar des Kölner Doms anschauen.

Ab hier beginnt auch die sogenannte „Mag Mile“ (The Magnificent Mile). Der nördliche Teil der Stadt ist die Shopping Adresse schlechthin in der City. Wir werden diese Shopping-Meile nicht nur heute entlangschlendern … 😉

Doch bevor wir shoppen gehen, wollen wir zu einer der Sehenswürdigkeiten: zum John Hancock Center (Eintritt: 21 US $, 9–23 Uhr). Dieser Wolkenkratzer bietet eine der besten Aussichten auf die Stadt, und da heute ja Bombenwetter ist, wollen wir das ausnutzen. In gerade mal 60 Sekunden fährt uns der Aufzug in 314 m Höhe. Hier oben im 94. Stock hat man einen wahnsinnigen Blick auf die Stadt! Uns fällt auf, wie grün Chicago ist und wie viele Stadtstrände es gibt. Wow! Der Lake Michigan mit seiner tief türkisen Farbe sieht aus wie ein großes Meer.

Wieder unten angekommen, müssen wir erst mal einen Stop in der Cheesecake Factory machen – diese Restaurantkette ist sehr amerikanisch, aber das Essen ist wirklich gut. Der Ceasar Salad ist legendär! Aber natürlich muss man hier Cheesecake essen! Ich habe noch nie so guten Käsekuchen gegessen und hatte auch noch nie eine Auswahl von über dreißig verschiedenen Sorten – einfach lecker! Der Chicago Cheesecake ist nämlich keine Erfindung aus New York, auch wenn es immer New York Cheesecake heißt! Genauso berühmt wie der Cheesecake ist die Deep Dish Chicago Pizza und das Chicago Hot Dog! All das haben wir natürlich in unserer Zeit ausprobiert. 😉

Gleich gegenüber dem Hancock Tower befindet sich das Shopping Center Water Tower Place, welches wir natürlich auf dem Rückweg ins Hotel erst einmal anschauen müssen.

Gegen Abend merken wir den Jetlag dann doch und machen uns auf den Weg zurück ins Hotel. Später wollen wir auf jeden Fall noch zu Buddy Guy’s Legends, der Blueskneipe um die Ecke. Ein wunderbarer erster Tag in Chicago geht zu Ende.

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14.Februar 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


2 Kommentare für “Chicago entdecken: Erster Tag”

  1. Kathrin Kathrin sagt:

    Ich auch 🙂
    Die US Partnerstadt von München ist Cincinnati – soll mir das was sagen? 😉

  2. Johannes sagt:

    Coole Bilder – tolle Stadt! Da könnte ich doch gleich wieder los.
    (Ist schon klar, warum Chicago eine Städtepartnerschaft mit Hamburg und nicht mit München hat – oder ?)

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