Das historische Charleston

Magnolia Plantation in Charleston in den Südstaaten

Als ich heute den Balkon betrat, wehte mir bereits ein sehr frischer Wind um die Ohren, und nach dem Auschecken aus dem Hotel fing es an zu regnen. Kann ja nur besser werden, dachte ich mir. Wurde es aber nicht … Eigentlich wollte ich mir den Huntington Beach State Park anschauen, aber im strömenden Regen nach Wildtieren Ausschau halten? Eher nicht. Also fuhr ich weiter, und der Himmel klarte auf. Bei Santee entdeckte ich ein Schild, das eine Wildlife Viewing Area ankündigte, doch als ich dort ankam, fing es wieder an zu regnen.

Also ging die Fahrt weiter zur Boone Hall Plantation, der angeblich am häufigsten fotografierten Plantage Amerikas. Zum Glück war es (anfangs) trocken, doch die Fahrt über die Plantage im offenen Bus wurde schon bald wieder abgebrochen, denn der Wind hatte erneut aufgefrischt und es regnete wieder. Also nahm ich an einer Führung durchs Herrenhaus teil, um mich aufzuwärmen und etwas über die Plantage zu erfahren. Viele kennen vor allem die Auffahrt der Boone Hall Plantation: eine Allee voller Eichen, von denen das Spanische Moos hängt. Die Allee ist älter als das jetzige Plantagenhaus, das erst zwischen 1935 und 1936 erbaut wurde. Direkt vor dem Haus befindet sich die Slave Street, in der noch neun alte Sklavenhäuser stehen und in denen die Geschichte der Sklaven anhand von Bildern und Videos erzählt wird. Eigentlich wollte ich auch dort noch an einer geführten Tour teilnehmen, aber ich war mittlerweile so durchgefroren, dass ich stattdessen ins Hotel fuhr.

Wie schön, dass es am Tag darauf wieder anders aussah: blauer Himmel und Sonne, so soll es sein! Heute stand Charleston auf dem Programm. Eigentlich erkunde ich eine Stadt lieber zu Fuß, aber da ich nur diesen einen Tag zur Verfügung hatte, entschied ich mich in Charleston für geführte Touren, um möglichst viel zu sehen und zu erfahren. Charleston wurde durch den Handel mit Reis, Indigo und natürlich Baumwolle reich und war früher die reichste Stadt der USA. Sie befindet sich auf einer Halbinsel, und es wundert mich nicht, dass sie Schauplatz einiger Filme war. Die Häuser, die Straßen, gesäumt von Bäumen und zum Teil noch mit Kopfsteinpflaster, rundherum das Wasser – eine wirklich sehenswerte Stadt! Ich machte zunächst eine Stadtrundfahrt per Bus. Unterwegs sieht man natürlich eine Menge, aber der Route und die dazu gelieferten Informationen waren fast schon zu viel, sodass mir danach der Kopf schwirrte. Der Bus hatte außerdem leicht verdunkelte Fenster, weshalb ich unterwegs keine Fotos machen konnte. Beim nächsten Mal würde ich mich eher für einen geführten Spaziergang oder eine Fahrt mit der Kutsche durch Charleston entscheiden.

Danach ging ich an Bord der Carolina Belle und machte eine Hafenrundfahrt. Die Bootstour beschränkte sich allerdings nicht nur auf den Hafen von Charleston, sondern wir fuhren am Fort Sumter entlang, vorbei an Mount Pleasant und dem Patriots Point, fuhren unter der Arthur Ravenel Jr. Bridge hindurch und wurden dabei immer mal wieder von Delfinen begleitet. Untermalt wurde das Ganze von den Erzählungen des Kapitäns über die Stadt, ihre Geschichte und die Piraten. Vieles davon hatte ich während der Bustour bereits gehört, aber der Kapitän hatte seinen ganz eigenen Erzählstil, sodass es trotzdem interessant war.

Um Fotos von dieser wunderschönen Stadt zu machen, spazierte ich danach noch etwas durch die Gassen und Straßen von Charleston, am Ashley River entlang, durch den Battery Park und landete irgendwann in der Market Street, in der es eine Markthalle mit vielen Läden gibt. Man findet hier alles, von Gewürzen über Körben aus Sweetgrass, Spielzeug, Deko-Artikel und Accessoires bis hin zu tollem Schmuck.

Abends entschied ich mich, bei Bessinger’s BBQ zu essen. Das Restaurant befindet sich in der Nähe meines Hotels und wurde mehrfach als „das beste BBQ South Carolinas“ ausgezeichnet. Das musste ich natürlich probieren! Es ist räumlich getrennt in einen À-la-carte-Bereich (der „Sandwich-Shop“ mit Selbstbedienung) und einen Buffet-Bereich. Ohne es zu wissen, landete ich im Buffet-Bereich und blieb dort, was ich nicht bereute!

Dann stand am nächsten Tag die Magnolia Plantation auf dem Programm. Die Plantage ist die am häufigsten besuchte der USA und öffnete bereits 1870 ihre Pforten für Besucher. Schon die Fahrt dorthin, auf von Bäumen gesäumten Straßen, war sehr schön, aber die Plantage setzte noch einen drauf. Auf dem riesigen Grundstück befindet sich ein Garten, in dem das ganze Jahr über Blumen blühen. Im Frühjahr, wenn auch die Magnolien blühen, muss es hier wohl noch schöner sein. Die Gärten sind nicht streng von Gärtnern gestutzt, und so wandert man auf verschlungenen Pfaden durch die Anlage. Am Bootsanleger sah ich dann den ersten Alligator meiner Reise, aber es folgten noch einige mehr. Ich nahm an der Nature-Tram-Tour teil, auf der man über das riesige Gelände gefahren wird, unzählige Pflanzenarten erklärt bekommt und nebenbei noch weitere Alligatoren, Schildkröten und viele Vogelarten sieht. Von gepflegten Rasenflächen, tollen Gärten, Marschland bis hin zur Sumpflandschaft ist auf der Magnolia Plantation alles zu finden. Dann stand die Slavery to Freedom Tour auf meinem Plan. Der Guide erzählte viel über die Geschichte der Sklaverei im Allgemeinen und auf der Plantage, und wir konnten uns auch die noch bestehenden ehemaligen Unterkünfte der Sklaven anschauen. Zwei vollkommen unterschiedliche Touren, die ich sehr empfehlen kann!

Sumpflandschaft auf der Magnolia Plantation bei CharlestonHaus in Charleston in den SüdstaatenHäuser in CharlestonLandschaft auf der Magnolia Plantation bei Charleston

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6.November 2014  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


2 Kommentare für “Das historische Charleston”

  1. Ann-Christin sagt:

    Hallo Regina,
    vielen Dank! Es ist wunderschön hier….
    Liebe Grüße

  2. Regina sagt:

    Klingt wunderbar und sehr spannend! Genieße deinen Urlaub, liebe Ann-Christin.

    Liebste Grüße von mir und bis bald,
    Regina Gutwin :-))

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