Camper-Tour Atlantik-Kanada: Wale, wir wollen endlich Wale sehen!

Mann, war das hier eine kalte Nacht im Highlands National Park! Es hat nämlich den ersten Frost gegeben und am Morgen ist sogar noch etwas Reif auf der Wiese zu sehen.

Aber wir sind ordentlich erholt, als wir aufwachen – das ist auch gut so, denn auch heute haben wir wieder einiges vor. Lange haben wir gehadert, ob wir bis nach Meat Cove ganz in den Norden fahren sollen, da aber das Wetter schlechter werden soll und auch die Straßenverhältnisse denkbar ungünstig für Wohnmobile sind (unbefestigte Straßen), ist unser Hauptziel nun Pleasant Bay. Dort hoffen wir heute auf ruhigeren Wellengang als noch am Digby Neck, wo unsere Walbeobachtungstour ausfallen musste. Inzwischen haben wir erfahren, dass es hier am Cape Breton zwar nicht alle Walarten zu sehen gibt, weniger als beispielsweise am Digby Neck, die Touren dafür aber die günstigsten in Kanada sind.

Zuvor genießen wir aber noch die Spazierfahrt entlang der unvergleichlichen Traumroute Cabot Trail, abermals bei viel Sonnenschein und sehr milden Temperaturen. Viele der ausgeschilderten Aussichtspunkte sowie kleinere Wanderstrecken am Rande der Straße verleiten uns immer wieder zu kleinen Pausen. Zwischendurch darf und muss es natürlich auch immer wieder mal ein Spielplatz sein, auch diese gibt es hier in einzigartiger Umgebung.

Um die Mittagszeit treffen wir in Pleasant Bay ein. Uns wurde das Unternehmen von Captain Mark’s empfohlen ((www.whaleandsealcruise.com)). Dieser hat faire Preise und gibt eine Garantie, Wale zu sehen, andernfalls erhält man sein Geld zurück. Für die Touren mit dem Zodiac (ein Festrumpf-Schlauchboot, das ein näheres Herankommen an die Wale ermöglicht) ist Josephine leider noch zu klein beziehungsweise zu leicht, aus diesem Grund buchen wir die Tour mit dem Schiff für zwei Uhr. Der Preis liegt bei $ 25 pro Person, Kinder bis 6 Jahren sind frei, zusätzlich bekommen wir einen Off-Season-Rabatt von 15 Prozent. Ziemlich günstig, wie wir finden, denn die Fahrt soll circa anderthalb Stunden dauern.

Nachdem wir uns in einem nahe gelegenen Restaurant noch gestärkt haben, kommen wir pünktlich und warm eingepackt zur Ablegestelle. Anschaulich werden uns an einer Tafel alle hier vorkommenden Walarten erläutert und schließlich geht noch eine weitere Person mit an Bord, der wir alle aufkommenden Fragen stellen können. Es dauert nicht wirklich lange und die ersten Walfamilie (Pilotwale) mit Baby taucht neben unserem Boot auf. Das Erlebnis, diesen Riesen des Ozeans aus nächster Nähe dabei zuschauen zu können, wie sie sanft aus dem Wasser auftauchen, sich bewegen und beim Ausatmen prusten und immer wieder Wasserwolken ausstoßen, ist unbeschreiblich! Das Schiff schaukelt extrem hin und her, und der Kapitän versucht immer wieder, näher zu den Tieren zu kommen, sodass es schwerfällt, gute Fotos zu schießen.

Als alle Wale wieder abgetaucht sind, fahren wir noch eine Weile an der Küste entlang. Es bietet sich so einmal ein ganz anderer Blickwinkel auf das saftig grüne Cape Breton, dessen Bewaldung bis an den äußersten Rand der Felsen reicht. Ganz kurz lässt sich sogar noch eine Robbe blicken.

Gute zwei Stunden später haben wir wieder Land unter den Füßen und gehen ein kurzes Stück, um uns nun auch noch das nahe gelegene Whale Interpretive Centre ($ 8/pro Erwachsener) anzusehen. Eigentlich wird empfohlen, vor den Walbeobachtungstouren  hierherzukommen, was bei uns zeitlich aber nicht machbar war. Generell würde ich mich dieser Empfehlung aber anschließen. Das im Jahr 2000 gegründete Zentrum ist ein gemeinnütziges Projekt und zeigt eine gute Ausstellung zur Entwicklung der Wale, die Arten und ihren Lebensraum um Cape Breton. Auch das Thema Walfang und das immer noch mysteriöse Stranden von Walen in großen Gruppen wird beleuchtet. Im Ausstellungsraum findet sich auch ein beeindruckendes, lebensgroßes Model eines Pilotwals.

Es ist spät geworden und wir sind die letzten Besucher des Zentrums für heute. Der nächstgelegene Campground mit Wasser- und Stromanschluss ist noch einige Kilometer entfernt und so fahren wir los, natürlich nicht, ohne ein paar weitere Fotostopps einzulegen.

Auf der vorgelagerten Insel Chéticamp Island steuern wir den Plage Saint-Pierre Beach & Campground an ((www.plagestpierrebeachandcampground.com)). Wie angekündigt, ziehen Wolken am Himmel auf, dennoch wollen wir am morgigen Tag den bekanntesten und wohl schönsten Trail laufen – den Skyline Trail!

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15.Oktober 2010  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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