Camper-Tour Atlantik-Kanada: Entlang der Bay of Fundy

Am heutigen Morgen fällt uns das Aufstehen gar nicht so leicht. Der Abend am Lagerfeuer war doch recht lang … Unser erstes Etappenziel befindet sich im Burncoat Head Park, der am Minas Basin liegt und die Auszeichnung “ The Highest recorded Tides in the World“ trägt. Wir sind gespannt auf das Naturschauspiel dieses außergewöhnlich hohen Tidenhubs, welcher sich hier an der Bay of Fundy zeigt.

Wir haben hier etwas mehr Zeit eingeplant, um zunächst im Watt herumzulaufen und dann zuzusehen, wie das Wasser bei Flut langsam zurückkommt. Man kann auch hier gut einige Stunden zubringen, denn der Park ist mit einem Leuchtturm-Nachbau, Obstbaumwiesen und Picknickbänken schön angelegt. Eine steile Treppe führt hinunter zu den Felsen. Wir müssen aufpassen, denn hier ist alles von Moos bewachsen und der Untergrund dementsprechend rutschig.

Allen, die ebenfalls hierherkommen wollen und weit hinaus laufen möchten, sei die Mitnahme von Gummistiefeln wärmstens empfohlen, denn unsere Schuhe sind schnell mit rotem Matsch beschmiert und wir können nicht ganz hinaus gehen. Schon recht bald merken wir, dass die Flut allmählich landeinwärts drängt und so machen wir es uns auf einer Wiese am Steilhang bequem und sehen zu, wie das Wasser sehr schnell wieder die Felsen umspült, auf denen wir eben noch herummarschiert sind.

Wir setzen unseren Weg Richtung Five Islands Provincial Park fort. Dieser hat zwar, wie auch viele andere Attraktionen, bereits geschlossen, dennoch kann man den Ausblick auf die Inseln genießen. Im Five Islands Ocean Resort and Campground finden wir unseren Stellplatz für die heutige Nacht und beim Abendessen die Möglichkeit, zu sehen, wie die untergehende Sonne die Five Islands immer wieder in ein anderes Licht taucht.

Unseren Morgen beginnen wir mit einer weiteren Wanderung durch das Watt. Wir können beobachten, wie die Leute im Schlick nach Muscheln suchen. In einem Gespräch erfahre ich, dass es in Five Islands eine Fabrik gibt und die Sammler ihre Funde dorthin verkaufen. Alle haben hierfür eine Lizenz, denn privat darf man nur etwa hundert Muscheln sammeln. Was für eine Knochenarbeit!!!

Unsere Fahrt führt uns weiter über den Highway 2 (kein Highway wie in den USA, denn dieser ist maximal eine Landstraße und zudem gleichzeitig ein Scenic Travelway) Richtung Cape Chignecto, dessen dazugehöriger Provincial Park mit der Felsformation „Three Sisters“ unser morgiges Ausflugsziel sein soll. Gerade losgefahren, finden wir den Hinweis zum Leuchtturm von Five Islands. Dieser hat eine interessante Geschichte: 1914 wurde er für 750 kanadische Dollar gebaut und musste seither dreimal versetzt werden, wegen der Erosionen in diesem Gebiet. Nun wurde er erneut versetzt, da sich der Boden seines letzten Standorts nicht in öffentlicher Hand befand. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 15.000 kanadische Dollar, zuzüglich der Gelder, die nötig waren, den Park um den Turm herum anzulegen.

Heute schaffen wir es bis ans Cape d’Or. Auch hier gibt es einen wunderschön gelegenen Leuchtturm. Obwohl dieser zu den Top-5-Photo-Opportunities der Fundy Shore zählt, wird nirgends darauf hingewiesen, dass man ihn nur über eine sechs Kilometer lange Schotterstraße erreicht, deren Befahren uns mit dem Wohnmobil untersagt ist. Wir fahren so dicht wie möglich heran und laufen den restlichen Weg.

Als wir dort ankommen, nimmt uns eine unbeschreibliche Szenerie in Empfang. Steilhänge, Felsen, hohe Wellen, aber auch Wiesen, auf denen sich das dem Leuchtturm angegliederte Guest House und ein Café/Restaurant befindet. Da uns der Wind um die Ohren fegt, beschließen wir, auf einen Kaffee dort einzukehren. Die Lokalität wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Die Betreiber sind äußerst freundlich, die Preise mehr als fair und der hausgemachte Obstcrumble ist vorzüglich. ((www.capedor.ca))

Da im Cape Chignecto Provincial Park nur Zelten möglich ist, müssen wir ein Stück zurückfahren und suchen uns auch heute einen wunderschönen Platz am Wasser, auf dem Old Shipyard Beach Campground in Spencer’s Island. ((www.oldshipyardbeachcampground.com)) Lustigerweise treffen wir hier zwei Paare aus der Schweiz und aus Alberta wieder, mit denen wir im Verlauf unserer Reise bereits ins Gespräch gekommen waren.

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4.Oktober 2010  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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