Camper-Tour Atlantik-Kanada: Der Skyline-Trail

Über Nacht hat es abgekühlt und geregnet. Für heute haben wir uns trotzdem die Wanderung entlang des Skyline-Trails vorgenommen.

Er gilt als einer der schönsten und spektakulärsten Wanderwege hier im Cape Breton National Park und bietet viele atemberaubende Ausblicke. Unsere sehr netten Nachbarn auf dem Campground, übrigens auch CANUSA-Stammkunden, haben uns berichtet, dass sie am Vortag das Glück hatten, dort eine Elchkuh mit Baby zu sehen. Das motiviert uns noch mehr, dem Wetter zu trotzen und mit unserer erst fünfjährigen Josephine den 9,2 Kilometer langen Loop zu bewandern.

Noch einmal sind wir einige Kilometer zurückgefahren, um den Startpunkt des Weges am Cabot Trail zu erreichen. Ehe wir losgehen, werden wir auf einem Schild erneut vor Kojoten gewarnt, und es wird beschrieben, wie man sich bei einem Zusammentreffen zu verhalten hat: „Back away slowly“ – aha, kurz frage ich mich, wie man einen solch langen Weg im Falle des Falles langsam zurückgeht … Bereits nach einigen Metern zeigt sich hier noch einmal eine völlig andere Vegetation mit vielen Farnen, die bereits rot und orange verfärbt sind. Im Übrigen sei angemerkt, dass die meisten Bäume hier noch sehr grün sind, nach dem Regen in der letzten Nacht scheinen sie sogar noch grüner zu sein, sodass wir den richtigen bunten Indian Summer mit der einzigartigen Laubfärbung wohl nicht mehr zu Gesicht bekommen werden. Wir schauen schon fast angestrengt in das uns umgebende Dickicht, doch leider sehen wir keinerlei Tiere. Elche, Bären, noch nicht einmal Eichhörnchen wollen sich uns zeigen. Es tröstet uns immerhin, von den anderen Wanderern zu hören, dass wir nicht die einzigen erfolglosen Tierbeobachter des heutigen Tages sind.

Der Weg zum einmaligen Aussichtspunkt hoch über der Küste ist relativ schnell erreicht. Ein Sturm fegt uns um die Ohren und wir können uns sogar gegen den Wind legen, als wir den Weg über Holztreppen auf die Landzunge hinaus laufen, um den ganzen fantastischen Blick voll auskosten zu können. „Where the mountains meet the sea“ – so steht es auf den Schildern des Nationalparks, und das erleben wir hier auch, die Perspektive von diesem Punkt aus ist einfach sagenhaft.

Wandert man die ganzen 9,2 Kilometer, also den Loop und nicht den gleichen Weg zurück, so geht man (wie wir) auf einer deutlich matschigeren und holprigeren Wanderstrecke zurück. Da, ein Tier! Gnädigerweise kreuzt kurz eine Schlange unseren Weg, juhu! Als auf diesem Stück dann Regen einsetzt, Josephine verständlicherweise immer wieder getragen werden will und auch wir uns doch etwas ausgepowert vorkommen, sind wir froh, als wir uns nach gut 3,5 Stunden Marsch in unserem Haus auf Rädern umgehend ein Mittagessen zaubern können. Das ist eben einer der Vorteile, die nur ein Wohnmobil bieten kann!

Nach der Bewegung an der Luft und der leckeren Stärkung geht es wieder on the road. Noch einmal können wir die serpentinenartigen Kurven und die Aussicht auf uns wirken lassen, ehe wir bei Margaree Harbour den Cabot Trail verlassen und auf dem Ceilidh Trail weiterfahren. Zwischendurch besuchen wir bei Cap Le Moine noch Joe’s Scarecrow Village, wo ein namensgleicher, wohl etwas durchgeknallter Zeitgenosse über hundert Vogelscheuchen in seinem Garten beheimatet. In Inverness geht unser heutiger Tag zu Ende, und wir sind immer noch dankbar, dass wir Cape Breton bei klaren Sichtverhältnissen erleben durften.

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18.Oktober 2010  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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