Battle Harbour – Red Bay – St. Barbe – St. Anthony

Ein beeindruckender Eisberg in St. Anthony

Da wir gestern erst am Abend angekommen sind, wollen wir heute den Tag zur Besichtigung von Battle Harbour nutzen. Man kann entweder morgens oder am späten Nachmittag mit dem Boot zurück aufs Festland nach Mary’s Harbour fahren – wir wählen die spätere Möglichkeit. Nach einem leckeren Frühstück mit selbst gebackenem Brot und hausgemachter Marmelade schlendern wir über die Insel, sehen uns die Häuser an und spazieren über den einzigen Wanderweg auf die andere Seite der Insel. Hier gibt es ein Flugzeugwrack aus den Sechzigerjahren zu sehen. Wir haben Glück mit dem Wetter, blauer Himmel und Sonnenschein begleiten uns. Um 14 Uhr nehmen wir an einer Führung teil und erfahren mehr über die Geschichte der Insel und die Bewohner. Etwas schwierig gestaltet sich die Kommunikation, denn der Guide ist Newfie (also ein Neufundländer) und spricht mit starkem Akzent. Nicht alle können ihn verstehen, denn die Aussprache ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Im Hafen von Battle Harbour besichtigen wir die verschiedenen Gebäude, die zu einem Museum umgestaltet wurden. Artefakte aus der Blütezeit der Insel, Bilder und anschauliche Ausstellungen sind hier zu sehen. Leider wird es viel zu schnell wieder Zeit für unsere Abreise. Die Köchin versorgt uns noch mit einem schnellen Kaffee und selbst gebackenen Keksen, bevor wir wieder mit dem Boot auf das Festland fahren.

Battle Harbour ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, das bei einer Reise nach Labrador nicht fehlen sollte. Ich empfehle auf jeden Fall, zwei Nächte hier zu verbringen; man kann herrlich abschalten und ausruhen. Man übernachtet hier in Hotelzimmern, aber auch in Cottages. Ich würde mich immer für ein Cottage entscheiden, so ist das Erlebnis noch ein wenig außergewöhnlicher.

Nachdem wir wieder in Mary’s Harbour angekommen sind, fahren wir auf dem Trans-Labrador Highway zurück nach Red Bay, wo wir in der Whaling Station übernachten. Das kleine Studio direkt am Wasser eignet sich zur Selbstversorgung, wir gehen aber lieber ins Restaurant nebenan. Die Whaling Station besteht aus nur einem Gebäude mit zwei Wohneinheiten. Zum Einchecken geht man in das Restaurant. Wir sind in der unteren Wohnung untergebracht, ausgestattet mit Kitchenette und gemütlichem Sofa. Durch ein riesiges Panoramafenster können wir direkt auf den Hafen von Red Bay schauen. Alles ist tadellos sauber und sehr gemütlich.

Am nächsten Tag steht zuerst die Geschichte des Ortes Red Bay auf dem Programm. Man hat sich erst sehr spät besonnen, welche Rolle Red Bay in der Geschichte des Walfangs gespielt hat. Inzwischen wurde Red Bay zur National Historic Site ernannt, um das Andenken daran zu bewahren. Im Museum, das direkt neben unserer Unterkunft liegt, kann man nachvollziehen, wie die Siedler hier im 17. Jahrhundert gelebt haben. Mit einem kleinen Boot kann man für 2 Dollar pro Person hinüber nach Saddle Island gebracht werden. Es gibt einen Wanderweg über die Insel, der auch an einem Schiffswrack aus der Walfängerzeit vorbeiführt, das man vom Ufer aus sehr gut sehen kann. Von der Insel aus kann man außerdem wunderbar den gegenüberliegenden Teil der Bucht fotografieren. Wer in dieser Region unterwegs ist, kommt um Boots- oder Fährfahrten nicht herum – wir finden die ständige Nähe zum und die Fahrten über das Wasser super. Während unserer Unternehmungen treffen wir häufig auf die gleichen Reisenden, und so begrüßt man sich immer wieder herzlich und tauscht interessante Tipps aus.

Nach der Bootstour machen wir uns von Red Bay auf den Weg nach Blanc Sablon, damit wir unsere Fähre um 14 Uhr erreichen. Ganz wichtig: Blanc Sablon liegt in Québec und damit in einer anderen Zeitzone als Neufundland und Labrador. Die Fähre fährt allerdings nach Neufundlandzeit, das sollte man auf jeden Fall beachten! So heißt es leider schon wieder Abschied nehmen von Labrador. Das ist wirklich ein ganz besonderes Fleckchen Erde, und wir hätten es gern noch etwas mehr erkundet.

Unterwegs in St. Anthony

Nach Ankunft in St. Barbe – „on the island“, wie die Neufundländer ihre Heimat nennen – fahren wir weiter in Richtung St. Anthony im Norden. Am Abend erreichen wir die Tuckamore Lodge, wo wir zwei Nächte bleiben werden. Wir haben wieder Glück und bekommen die Honeymoon Suite. Im Haupthaus, wo sich auch die Küche, die Lounge und der Dining Room befinden, gibt es mehrere Zimmer, die alle unterschiedlich gestaltet sind. In zwei Nebengebäuden sind weitere Zimmer untergebracht, und direkt am See steht den Gästen eine Sauna zur Verfügung. Es werden Aktivitäten wie Kanufahren, Angeln oder Wandern angeboten, die man in der Lodge buchen kann. Alle Gäste speisen gemeinsam in der gemütlichen Wohnküche und bekommen ein festgelegtes Drei-Gänge-Menü. Besondere Wünsche, beispielsweise bei Allergien, werden natürlich immer berücksichtigt. Hier wie auch auf Battle Harbour darf man übrigens sein eigenes Bier oder seinen eigenen Wein zum Essen mitbringen. Wer nichts dabei hat, kann sich auch in der Lodge eindecken. Wasser und alkoholfreie Getränke werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Tuckamore Lodge von außen Ein gemütliches Zimmer in der Tuckamore Lodge

Am Abend werden wir Zeugen einer Screech-In Ceremony. Eine Gruppe von Radwanderern ist in der Lodge und hat dieses neufundländische Ritual für heute geplant. In Neufundland heißt es, dass man, wenn man nicht einheimisch ist, niemals ein wirklicher Neufundländer werden kann. Aber mit der Screech-In Ceremony wird man herzlich willkommen geheißen. Und was muss man dafür machen? Man muss einen Kabeljau (oder einen anderen Fisch, falls gerade keiner zur Hand ist) küssen und danach Rum (Screech) in einem Zug austrinken. Währenddessen hat man einen Southwester (Regenhut) auf. Aus hygienischen Gründen wird das Maul des Fisches übrigens jedes Mal mit Klarsichtfolie abgedeckt – herrlich! Nach der Zeremonie erhält man dann ein Zertifikat, mit dem man der Royal Order of Screechers angehört. Für Touristen werden diese Zeremonien auch oft bei Iceberg-Watching- oder anderen Touren angeboten und sind jedes Mal ein großes Vergnügen.

Die Tuckamore Lodge ist eine tolle Alternative zu den Unterkünften direkt in St. Anthony. Da wir zwischen den längeren Etappen auch ein bisschen ausspannen wollen, haben wir uns für die Lodge entschieden. Auch hier geht es sehr persönlich und gemütlich zu. Wer sich darauf einlassen mag, kann beim Abendessen und einem anschließenden Drink sehr gut mit anderen Reisenden ins Gespräch kommen. Wer das nicht möchte, kann sich auch einfach auf sein Zimmer zurückziehen oder die Natur genießen.

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7.August 2012  Rubrik: Aktuellste Beiträge, Kanada  Autor:


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