Auf nach Texas

Haus in Texas auf Pfählen

Eine Pfahlbaut in Texas

Als wir unseren Campground verlassen, reist gerade ein älteres Ehepaar aus Houston an, das hier fünf Monate bleiben möchte – in Houston sei es so heiß, sagen die beiden. Genau, hier sind es ja auch nur ziemlich schwüle 34 Grad, geradezu erfrischend …

Wir fahren über Abbeville auf dem Highway 82 Richtung Süden. Die Landschaft hier ist nicht spannend, wir durchqueren relativ einsames Marschland, aber das ist allemal interessanter und angenehmer zu fahren als auf der Interstate. In Cameron müssen wir sogar eine Fähre nehmen, um den schmalen Calcasieu Ship Channel zu überqueren. Das soll laut Schild zwar einen Dollar kosten, aber niemand kommt zum Kassieren, sodass wir kostenlos übersetzen.

Auf dem letzten Stück in Louisiana bieten sich fünf Strandabschnitte für eine Pause an. Wir wählen den Long Beach. Drei intakte Häuser auf Stelzen stehen hier. Daneben eine Ruine und zweimal nur Stelzen – Reste des letzten Sturms. Wahrscheinlich war der Hurrikan Ike im Jahr 2008 der Übeltäter. Hier ist jedenfalls nichts los, gar nichts. Wir fahren direkt an den Strand, genießen ein Sammich in der Sonne, die dank des Windes erträglich ist, und spazieren ein bisschen am Wasser entlang. Die Füße im warmen, wirklich warmen, aber leider wenig einladend braunen Wasser.

Danach geht es weiter nach Texas. Auf einer großen Brücke überqueren wir den Lake Sabine und fahren weiter bis zur nächsten größeren Stadt, nach Beaumont. Dort geht es auf der Interstate 10 weiter. Westlich der Stadt gibt es ein Tourist Information Center, das sogar bis 19 Uhr geöffnet hat. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an, um uns mit Texas-Karten und -Informationen zu versorgen. Gleich um die Ecke befinden sich zwei Campgrounds. Der Hidden Lake Campground ist deutlich schöner, hat noch ein Plätzchen frei und bietet sogar eine Laundry. Heute Abend gibt es Turkey Wings vom Grill mit Tomatensalat und Nudeln, sehr lecker mit einem Coors-Bierchen!

Nachts nutzen wir jetzt eine neue Taktik: Wir stellen die Klimaanlage auf Automatik und lassen sie anspringen, sobald eine bestimmte Temperatur überschritten wird. Wir haben sie mal auf 29 Grad gestellt, damit sie nicht ständig läuft, uns aber kühlt, kurz bevor wir zerlaufen. Das funktioniert super und wir schlafen seit zwei Tagen richtig gut.

In Beaumont finden wir auf Anhieb keinen Supermarkt, sodass wir schon mal Richtung Galveston starten. In Winnie gibt es bei Taco Bell leckere Tacos und Burritos, und als wir die Küste erreichen, steuern wir einen relativ kleinen Supermarkt an.

Hier unten auf der Bolivar Peninsula stehen nur neue Häuser. Alle älteren wurden 2008 von Ike zerstört. Vereinzelt sehen wir noch einige Überreste. Da kann man sich die Macht eines solchen Sturms ein wenig vorstellen. Die neuen Häuser, alle auf Stelzen, sind hübsch bunt angemalt und sehr pittoresk anzuschauen.

Von Port Bolivar setzen wir mit der kostenlosen Fähre über nach Galveston. Hier fahren im Sommer zwei Fähren gegenläufig, sodass man nicht lange warten muss. Wir sind nach zehn Minuten auf der Fähre und ungefähr eine Viertelstunde später können wir schon wieder herunterfahren. Galveston ist – ganz anders als Bolivar – dicht besiedelt und touristisch gut erschlossen. Viele Restaurants, Hotelketten und einige Geschäfte reihen sich hier entlang des Seawall Boulevards aneinander. Auf der anderen Seite befindet sich der Strand, wo durchaus eine Menge Leute im Wasser sind.

Mittagspause an einem Strand in Texas

Kleine Stärkung am Strand

Unsere Fahrt geht weiter gen Süden bis nach Jamaica Beach. Der im Guide angepriesene Campground erweist sich jedoch als nicht so attraktiv. Also fahren wir ungefähr zwei Meilen zurück und bekommen einen Stellplatz auf dem Statepark. Leider ist die Strandseite ausgebucht, sodass wir auf die Bayside ausweichen müssen. Doch hier ist es ebenfalls sehr schön und später fahren wir einfach rüber an den Strand. Jetzt, um halb vier, ist es dafür eh noch zu heiß, da lesen wir lieber gemütlich im gekühlten Camper. Um fünf trauen wir uns an den Strand. Es ist immer noch heiß, aber eine stetige Brise macht es sehr angenehm. Das Wasser ist so warm, dass es keine richtige Erfrischung darstellt, aber ich gehe trotzdem hinein. Es sieht zwar nicht sehr attraktiv aus, bräunlich gefärbt von den Sedimenten und sehr flach abfallend, dennoch ist es schön, ein bisschen im Meer zu planschen.
Viel ist hier nicht los, vielleicht mit zwanzig anderen teilen wir uns einen riesigen Strandabschnitt. Nur in Galveston selbst haben wir drei oder vier Strände gesehen, die etwas voller waren. Dort gibt es auch Sonnenschirme und -stühle zu mieten; hier dagegen ist es ruhig und naturbelassen. Es gibt einen kleinen Dünenwall mit weichem Sand und einer Warnung vor Schlangen, danach schließt sich ein etwa vierzig Meter breiter Sandstrand an.

Den Abend genießen wir traditionell mit einem BBQ. Dazu sehen wir einen tollen Sonnenuntergang über der Bay – mit Möwen, Pelikanen und Reihern vor dem erst gelben, dann orangen und später rosaroten Horizont.

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14.Oktober 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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