Fort Lauderdale – ein regenreicher Abschied

Fort Lauderdale in Florida von oben

An unserem vorletzten Tag in Florida geht es nun zurück an die Atlantikküste, die letzte Nacht möchten wir in Fort Lauderdale verbringen. Die kürzeste Strecke geht über die Interstate 75, wir haben uns aber gegen diese Route entschieden, weil wir hoffen, noch etwas mehr vom Land zu sehen, und fahren über den Highway 80 zum Lake Okeechobee. Immerhin ist dieser See der Ursprung des Wassers der Everglades und der Sumpfgebiete in und außerhalb des Nationalparks und hat damit große Bedeutung für das Ökosystem Südfloridas.Um es vorwegzunehmen, wir haben den See nicht gesehen, denn entlang der Straße gibt es nur einen hohen Deich. Als wir dann endlich mal eine Stelle mit einem Zugang zum Deich gefunden und diesen erklommen haben, sehen wir nur einen breiten Fluss. Den See jenseits des gegenüberliegenden Ufers konnten wir dort nur erahnen. Das ganze Umland des Sees bestand einmal aus Sümpfen, wurde aber durch die Deiche inzwischen trockengelegt und wird heute landwirtschaftlich genutzt. Das Wasser gelangt nur noch über die verschiedenen Kanäle in den Süden. Erst seit etwa 15 Jahren wird an der teilweisen Renaturierung gearbeitet, nachdem die Everglades in ihrer bisherigen Form durch Austrocknung zunehmend in Gefahr gerieten.

Da uns schon den ganzen Tag ein teilweise heftiger Dauerregen begleitet, verzichten wir auf eine weitere Suche nach dem See und fahren direkt weiter nach Fort Lauderdale. Unser Hotel B Ocean liegt direkt am Strand und bietet von den oberen Stockwerken einen fantastischen Ausblick auf die Küste.

Das unbefugte Betreten der Brutstätten von Schildkröten, ist verboten in Fort Lauderdale in Florida

Als der Regen endlich nachlässt, machen wir uns auf zu einem letzten Strandspaziergang. Hier begegnen uns schließlich noch einmal die Meeresschildkröten, die wir schon auf den Keys ins Herz geschlossen hatten. Von März bis Oktober ist der Strand von Fort Lauderdale ein Brutgebiet der Sea Turtles, insbesondere die Loggerhead Turtles kommen hierher, um ihre Eier im Sand abzulegen. Natürlich ist es für die Tiere nicht einfach, an einem so stark besuchten Strand und direkt im Stadtgebiet den Weg zurück ins Meer zu finden; sie sind dabei auf menschliche Unterstützung angewiesen. Um die Tiere nicht zu verwirren, wird die Straßenbeleuchtung zu dieser Jahreszeit reduziert und die Strandliegen werden abends sorgfältig so aufgestellt, dass sich die Schildkröten nicht darin verfangen können. Jeden Morgen bei Sonnenaufgang kommen Studenten der Universität an den Strand, um anhand der Spuren die neuesten Gelege zu finden, bevor die vielen Strandgänger die Abdrücke verwischen. Alle Gelege werden eingezäunt und genau markiert. 2010 waren es über 200 Gelege, die so geschützt werden konnten, jetzt, im Juni 2011, sind es schon knapp 50.

Brutstätte von Meeresschildkröten in Fort Lauderdale in Florida

Ungefähr 50 Tage brauchen die kleinen Schildkröten dann, bis sie aus den Eiern schlüpfen und den Weg ins Meer suchen. Freiwillige halten in dieser Zeit die ganze Nacht Wache und helfen ihnen dabei, falls sie sich verirren sollten. Man kann sich Videos dazu im Internet bei seaturtleop.org anschauen, sehr beeindruckend! Wir haben an diesem Abend keine großen oder kleinen Turtles entdecken können, aber es hat uns sehr imponiert, mit wie viel Engagement hier die freiwilligen Helfer dabei sind.

Am nächsten Tag heißt es dann Abschied nehmen von Florida, der heftige Regen macht es uns aber nicht ganz so schwer. Zehn Tage waren wir im Süden Floridas unterwegs und haben viel eindrucksvolle Natur erlebt. Florida bietet Sonne, Strand und Meer und doch noch sehr viel mehr. Obwohl wir eine Strecke von 1000 Meilen gefahren sind, haben wir noch längst nicht alles gesehen – es wird also wohl nur eine Frage der Zeit sein, wann wir wiederkommen.

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21.September 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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