Ein abenteuerlicher Tag in Skagway

Skagway in Alaska

Skagway, die ehemalige Goldgräberstadt und heutiges Kreuzfahrtziel in Alaska

Von Dyea aus unterwegs auf dem Chilkoot Trail

Unsere Route führte uns von Carcross weiter nach Skagway im Südosten Alaskas. Die Strecke auf dem South Klondike Highway  war für uns eine der schönsten, denn sie verläuft entlang der Seen und später über den White Pass durch eine bizarre Berglandschaft, sodass wir immer wieder tolle Eindrücke erleben konnten. In den USA einzureisen, war im Vergleich zum vorigen Mal wirklich sehr unkompliziert. Wir füllten das Einreiseformular aus, zahlten die Visumgebühr und fuhren dann weiter über den Pass bis hinab ins Tal, nach Dyea, etwas nördlich von Skagway. Die Straße ist schottrig und teilweise recht eng, aber trotzdem fest und gut zu fahren. Da wir ursprünglich eine mehrtägige Wanderung auf dem Chilkoot Trail geplant hatten, zahlten wir auf dem Dyea Campground einen Platz für drei Übernachtungen.

Skagway in Alaska

Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Skagway

Chilkoot Trail in Alaska

Eingang zum Chilkoot Trail

Das Ziel der Wanderung: Finnegan’s Point

Wir starteten auf dem Chilkoot Trail und hatten zunächst das Ziel Finnegan’s Point, um uns dann dort zu überlegen, ob wir eine Nacht auf dem Trail verbringen oder doch umkehren wollten. Unsere Entscheidung sollte vom Wetter- und den Bedingungen auf dem Trail abhängig werden. Vom Ranger erfuhren wir, dass an dem Tag außer uns niemand dort unterwegs war – abgesehen von Bären, wie es sich in etlichen Spuren auf dem Trail zeigte. Der Chilkoot Trail beginnt mit einer recht steilen, ziemlich rutschigen und anstrengenden Passage und verläuft anschließend flach entlang eines Flusses durch üppiges Gestrüpp. Ein längerer Teil des Trails führte uns auf Bretterstegen durch eine beeindruckende, mystische Sumpflandschaft und die Beaver Ponds. Danach konnten wir die ersten Relikte aus der Goldgräberzeit sehen, die in den Sümpfen lagen. Teile eines Autos, ein halb verfallenes Holzhaus und jede Menge Blechbüchsen und Tonnen lagen dort herum. Der Trail war an diesen Stellen teilweise überschwemmt und kaum noch erkennbar, sodass wir nur vermuten konnten, wo der richtige Pfad verlief. Wir schlugen uns durch das Gestrüpp und den Sumpf, bis der Weg kurz vor Finnegan’s Point besser wurde. Riesige Farne wuchsen dicht an dicht am Wegesrand, sodass der Trail trotz guter Wegbeschaffenheit immer schwieriger überschaubar wurde. Weil die Zeit schon vorangeschritten, der Weg auf den ersten Kilometern schlecht beschaffen und das Wetter unbeständig war und es außerdem zunehmend mehr frische Bärenspuren zu sehen gab, gingen wir lediglich die ersten 8 Kilometer bis nach Finnegan’s Point und entschieden uns dort dafür, umzukehren und nur eine Tageswanderung zu machen. Schade, aber, wie sich am Abend aufgrund starker Regenfälle und Hochwassergefahr herausstellte, war das die richtige Entscheidung. So wanderten wir wieder zurück und kamen nach einer insgesamt 17 Kilometer langen Tageswanderung erschöpft wieder am Campground an. Außer ein paar Kreuzfahrern, die in Skagway von Bord gegangen sind, um die ersten Kilometer des Chilkoot Trails zu bezwingen und zum Startpunkt ihrer geführten Rafting-Tour zu gelangen, begegneten wir unterwegs niemandem. Am Rastplatz des Campgrounds machten wir ein ausgiebiges Picknick und konnten dabei auf den Fluss sowie die Dyea Flats schauen – ein wunderschöner Platz!

Der Chilkoot Trail in Skagway, Alaska

Wanderung entlang des Chilkoot Trails

Wanderung entlang des Chilkoot Trails, Alaska

Auf dem Weg zum Finnegan’s Point

Lower und Upper Dewey Lake

Die Region rund um Skagway hat für Fans von Wanderungen viel zu bieten, nicht nur den Chilkoot Trail. Wir holten uns im Visitor Center in Skagway Informationen zu den Trails und machten schließlich noch eine Tageswanderung zum Upper Dewey Lake. Der Trail dazu beginnt in Skagway, ganz in der Nähe einer Station der White Pass & Yukon Route Railroad. Am Trailhead starten mehrere Wanderwege, etwa einer zum Lower Dewey Lake, den man nach 30 Minuten Aufstieg bereits erreicht hat und der für ungeübte Wanderer durch die recht steilen Anstiege anstrengend sein kann. Von dort aus sind es nur noch zwei Meilen bis zum Upper Dewey Lake. Der Weg führt die ganze Zeit durch den schönen Küstenregenwald und ist so steil, dass wir ihn teilweise mehr geklettert als gewandert sind. Wanderstöcke sind hier sehr hilfreich und feste Wanderschuhe unerlässlich! Der Anstieg auf etwa 1000 Meter Höhe ist anstrengend und braucht seine Zeit. Wir hatten an dem Tag leider etwas Pech mit dem Wetter: Der anfangs noch leichte Regen wurde immer stärker und der Waldboden deshalb viel rutschiger. Nach etwa zwei Stunden befanden wir uns oberhalb der Baumgrenzen in den Wolken und wussten nicht, wie weit es noch bis zum Ziel sein würde. Weit war es sicher nicht mehr, dennoch kehrten wir aufgrund des widrigen Wetters lieber um. Die angepriesene Aussicht auf den See und die Gipfel hätten wir durch die tief hängenden Wolken nicht gehabt, und auf eine Übernachtung auf dem Berg waren wir nicht vorbereitet. Durchnässt machten wir uns auf den rutschigen Rückweg. Trotz des Regenwetters haben wir den Trail genossen – es war anstrengend, aber herausfordernd, das hat uns Spaß gemacht. Und die Aussichten auf Skagway und den Fjord, die sich an einzelnen Punkten trotz tiefer Wolkendecken ergeben haben, gaben uns schon vorab einen Eindruck davon, welche Aussichten Wanderer dort oben erwarten können.

Upper Dewey Lake Trail in Skagway, Alaska

Der Upper Dewey Lake Trail

Goldgräberstadt Skagway in Alaska

Die Goldgräberstadt Skagway

 

 

 

 

 

 

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18.Oktober 2016  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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