48 Stunden in.. New York City: What’s up in the hood?

New York Aussicht

Unsere Reise begann am Düsseldorfer Flughafen, von wo wir zuerst nach Paris geflogen sind. Dort wurde das Bodenpersonal etwas stutzig, als wir die obligatorische Frage, wie lange wir denn in den USA bleiben würden, mit „Until Sunday“ beantworteten. Es folgte ein ausführlicher Zusatzcheck unseres umfangreichen Handgepäcks – wir hatten für die paar Tage natürlich keine Koffer gepackt, allein schon, um darauf verzichten zu können, in New York City lange auf unsere Koffer zu warten.

Der wunderbar ruhige Flug mit Air France machte die etwas nervige Kontrolle allerdings wieder gut. Jeder Sitzplatz verfügte über einen eigenen Monitor, und man konnte aus Dutzenden von Filmen und TV-Shows auswählen – dadurch ist die Zeit schnell vergangen. Allerdings hatten wir nach dem Essen beschlossen, etwas zu schlafen und uns lieber auf zwei vermutlich schlaflose Nächte vorzubereiten.

Unser erstes Ziel in New York City war das Wellington Hotel in der 7th Street, nur vier Blocks vom Central Park entfernt. Unsere Augen wurden immer größer, je näher wir Manhattan kamen. Es war einfach unbeschreiblich! Auf etwa der Hälfte der Strecke fuhr unser Taxi an den Straßenrand und der Fahrer meinte nur kurz: „Sorry guys, I can’t hold it anymore. I’ve to piss!“ – und verschwand in einem Parkhaus. Zwangsläufig standen wir jetzt ein paar Minuten still und hatten Zeit, zu realisieren, dass wir wirklich in New York City waren.

Typisches gelbes Taxi in New York City

Nachdem wir unsere Taschen im Hotel abgeladen hatten, schnappten wir uns Rucksack und Karte und machten uns auf den Weg ins Visitor Centre, um unseren New York City Pass abzuholen, den wir uns bereits von zu Hause aus für zwei Tage gekauft haben. Mit diesem Pass hatten wir freien Eintritt in ziemlich vielen New Yorker Attraktionen wie beispielsweise dem MoMA, Madame Tussaud’s, dem Empire State Building und dem Top of The Rock. Außerdem kann man Fast Lanes benutzen, sodass man als NYPass-Besitzer nicht allzu lange in Schlangen stehen muss.

Als Nächstes gingen wir gemächlich den Broadway hinunter in Richtung des Hafens am Südende von Manhattan, wo wir einen der Gutscheine, mit denen uns CANUSA ausgerüstet hatte, für eine Statue by Night Tour einlösen wollten. Das Schiff startete am Pier 17 in der Abenddämmerung und machte dann eine kleine Runde, vorbei am One World Trade Center, wo uns der Guide stolz zeigte, wie weit der Bau schon fortgeschritten war und wie riesig das Gebäude einmal werden würde. Es ging vorbei am Battery Park zu Ellis Island, wo wir an der Statue of Liberty haltmachten. Dort konnten wir einige Fotos schießen, und unser Guide erzählte uns viele interessante Dinge über die Freiheitsstatue und die frühen Einwanderer New Yorks – so beispielsweise, dass der Arzt, der die Immigranten „untersuchte“, ziemlich genau sechs Sekunden Zeit hatte, um zu entscheiden, ob jemand einreisen durfte oder wieder nach Hause geschickt wurde.

 New York Broadway

Anschließend sind wir mit dem Taxi zum Rockefeller Center gefahren, wo wir auf die Aussichtsplattform – das Top of the Rock – wollten, um uns New York City und das Empire State Building bei Nacht anzusehen. Das war wirklich cool, wir mussten eigentlich nicht anstehen, sondern konnten mit dem NYPass draußen direkt unsere Tickets holen. Der Aufzug selbst war schon eine kleine Attraktion: Als wir eingestiegen sind, hat ein Mann seine Kamera rausgeholt und in Richtung Decke gehalten. Das ergab für uns erst mal keinen Sinn. Als sich allerdings die Türen geschlossen hatten, ist das Licht im Aufzug ausgegangen, die milchige Glasdecke wurde transparent, und man konnte oben direkt in den Aufzugschacht sehen, welcher violett beleuchtet war. Es war schon beeindruckend, wie die Lichter an uns vorbeiflogen, während wir nach oben gerast sind. Und der traumhaften Blick über New York City von dort oben war einfach unbeschreiblich …

Tag 2

Am nächsten Tag haben wir uns nach einem kleinen Unterwegsfrühstück – bei dem wir uns eine unerhört leckere Zimtschnecke gönnten – frisch gestärkt auf den Weg zum MoMA gemacht. Dank des NYPass hatten wir auch dort am Eingang freie Bahn. Wir sind durch den Fotografie- und den Pop-Art-Bereich geschlendert, da uns diese am meisten interessierten. Sich alles anzusehen, hätte viel zu lange gedauert … Danach stand das New York Fire Department auf unserer Liste, wo wir echte Feuerwehrjacken anziehen und an einem Feuerwehrwagen herumspielen konnten. Es gab dort auch geführte Touren, die wir allerdings aus Zeitgründen nicht besuchen konnten.

Feuerwehrfrau in New York City new-york-feuerwerhrmann
Dann sind wir mit der U-Bahn zum Treffpunkt der City Food Tour gefahren, wo wir freundlich begrüßt wurden. Julia, die unsere Gruppe geführt hat, war super nett und hat die Tour sehr gut moderiert; die Speisen waren bunt gemischt, es gab Egg Cream (eine Art Milchschake, nur mit sehr wenig Milch und stattdessen einem großen Anteil Soda), Pizza, einen Papaya Dog (ein mit Papaya verfeinerter Hot Dog, welcher überraschend lecker war) und einige andere mehr oder weniger unbekannte Spezialitäten. Da die anderen Teilnehmer der Tour aus den USA und teils sogar aus New York selbst stammten, waren wir beide gefragte Gesprächspartner und wurden immer wieder mit großen Augen angeguckt und gefragt, wie es denn schmecke. Außerdem konnten wir einen kleinen Teil zur Aufklärung der Amerikaner über das Leben in Deutschland leisten.

Später sind wir mit dem Taxi wieder zum Empire State Building gefahren, wo wir von einer langen Menschenschlange begrüßt wurden. Und es sollte nicht bei einer Schlange bleiben; so haben wir an verschiedenen Stellen warten müssen: vor dem Ticketschalter, vor dem Security Check, vor dem Fahrstuhl und schließlich vor einem zweiten Fahrstuhl. Als wir dann aber endlich oben angekommen waren, erwartete uns eine umwerfende Aussicht auf New York City in der Dämmerung. Die Stadt noch bei Tageslicht von oben zu sehen, das haben wir dank all der Warteschlangen aber nicht mehr geschafft. Nach einigen Fotos machten wir uns wieder auf den Weg nach unten und kämpften uns durch zwei weitere Warteschlangen, nur um wieder nach draußen zu kommen …

Ein kleiner Park in New York City

Wir hatten anschließend noch genügend Zeit, um zügig zum Broadway zu spazieren, wo wir uns das Musical „Priscilla – Queen of the Desert“ angesehen haben. Das Stück war echt klasse, verrückt und abgedreht, die Musik wurde wirklich toll dargeboten. Es handelte von drei Dragqueens, die aus unterschiedlichen Gründen mit einem alten Reisebus (der auf den Namen Priscilla getauft wurde) quer durch den Outback Australiens reisen. Gut gelaunt und aufgedreht von diesem funkelnden, glamourösen Erlebnis wollten wir noch zu Madame Tussaud’s, wo gerade das „After Dark: The Haunting“-Special stattfindet, was uns neugierig gemacht hat. Wir wussten nicht genau, was uns erwarten würde; jedenfalls fing unsere Fahrstuhlfahrerin an, während der Fahrt zu einem Zombie zu mutieren und erklärte uns die Verhaltensregeln: Man solle „Hilfe“ schreien, wenn es zu schlimm für einen würde. Mit dieser Info haben wir uns dann mit sechs Mitstreitern ins Ungewisse begeben … Es war dunkel … Wirklich dunkel … Man konnte die ein oder andere Silhouette erkennen und bereitete sich darauf vor, dass sich eine von ihnen gleich bewegen würde, aber plötzlich stand jemand hinter uns und fauchte uns an. Diese Show steigerte sich von Minute zu Minute und es wurde wirklich immer krasser. Nach gefühlten Stunden – tatsächlich aber vielleicht zwanzig Minuten – haben wir das Gebäude durch den Notausgang verlassen … Wie wir anschließend erfahren haben, finden selbst eingefleischte Horror-Freaks diese Show wirklich gruselig. Das war nichts für uns. Wer einmal wirklich Angst haben will, sollte sie aber besuchen.

Tag 3

Für unseren letzten Tag in New York City hatten wir den Central Park auf dem Programm, der einfach riesig ist. Wir sind zwar die Tage davor manchmal dort vorbeigekommen, aber hineingegangen sind wir nicht – und das war auch gut so. Denn wenn man einmal drin ist, will man einfach nicht mehr hinaus. Es ist wirklich beeindruckend, was die Stadtplaner für eine Arbeit geleistet haben, als der Central Park angelegt wurde. Wenn man einmal im Park ist, hört man nur noch ein leises Rauschen der vier umliegenden Straßen, welches aber vom Vogelgezwitscher überdeckt wird. Man fühlt sich wirklich wie in einem kleinen Paradies.

Pferdekutschen am Central Park in New York City
Da unsere Mahlzeiten in den letzten Tagen aus dem Flugzeugessen, dem Muffin-Zimtschnecken-Frühstück und der City-Food-Tour bestanden, wollten wir zum Abschluss noch etwas Richtiges essen. Und was wäre da besser, als den USA-Urlaub bei einem guten Steak ausklingen zu lassen? Also entschieden wir uns für das Outback Steakhouse, da dieses gerade erst seit wenigen Minuten geöffnet hatte und dementsprechend leer war. Was sollen wir sagen? Das Essen war einfach großartig!

Nachdem wir also in aller Ruhe gegessen hatten, haben wir uns auf den Weg zum Hotel gemacht und sind dort dann ins Taxi zum Flughafen gestiegen. Auch wenn wir nicht alles geschafft haben, gehören diese 48 Stunden auf jeden Fall mit zu den Highlights unserer Leben! DANKE CANUSA!

Fotoalbum

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PS: Unsere fünf Insidertipps:

Eine Zimtschnecke an einem Stand der Straßenverkäufer, die Frühstück anbieten und deswegen nur morgens unterwegs sind – die Muffins waren auch nicht schlecht und das wird für den Rest der angebotenen Waren sicher auch gelten.

Das Top of The Rock auf dem Rockefeller Center als weniger touristisch überlaufene Alternative zum Empire State Building. Mit dem Vorteil, dass man sich den Central Park und das Empire State Building von dort aus ansehen kann.

Die City Food Tour, um einige bekannte und unbekannte New Yorker Spezialitäten kennenzulernen, und mindestens genau so sehr, um sich mit den anderen Gruppenmitgliedern auszutauschen.

Für Gruselfans: Madame Tussaud’s „At Night: The Haunting“ – nur an acht Nächten im Jahr, also vorher informieren!

Eine Schiffstour mit der Circle Line – bei Tag oder bei Nacht; man bekommt einen tollen Überblick über die Sehenswürdigkeiten am südlichen Zipfel Manhattans, außerdem kommt man recht nah an der Freiheitsstatue vorbei.

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1.November 2011  Rubrik: Aktuellste Beiträge, USA  Autor:


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